Kreditmanagement in verteilten Systemen 

Verwendung

Sie können Kreditprüfungen aus dem Vertrieb (SD) in folgendem Szenario durchführen:

zentrale Finanzbuchhaltung und dezentrale Vertriebsabwicklung.

Die dezentralen Vertriebsrechner sind bezüglich ihres Kreditmanagements eigenständig, d.h. die Pflege der Kreditstammdaten, die Prüfungen im SD und die Freigabe durch den Kreditmanager werden dezentral durchgeführt.

Da für die Kreditprüfungen auf den dezentralen Vertriebsrechnern zu den Zeitpunkten Auftrag, Lieferung und Warenausgang nur die kreditrelevanten Daten des eigenen Vertriebsrechners zur Verfügung stehen, u.U. jedoch auch Kreditkontodaten aus der Zentrale benötigt werden (z.B. Summe der offenen Posten, ältester offener Posten, maximale Mahnstufe), stellt das Finanzwesen (FI) den Kreditvektor zur Verfügung.

Mit Hilfe des Kreditvektors können die Kreditdaten im zentralen System gesammelt und über ALE-Verteilungsfunktionen an die dezentralen Vertriebsabwicklung gesandt und ausgewertet werden. Der Kreditvektor stellt also die komprimierte Auskunft des Finanzwesens für Kreditprüfungen dar.

Da die kreditrelevanten SD-Daten (offene Auftrags-, Liefer- und Fakturawerte) nicht verteilt werden, gibt es für die Arbeit mit verteilten Systemen bestimmte Voraussetzungen.

Voraussetzungen für die Arbeit mit verteilten Systemen

Für die Arbeit mit verteilten Systemen muß eine der folgenden Bedingungen erfüllt sein:

oder

oder

Kreditvektor

Alterungsgrad

Den erlaubten Alterungsgrad des Kreditvektors stellen Sie im Customizing des Vertriebes unter Grundfunktionen ® Kreditmanagement/Risikomanagement ® Kreditmanagement ® Automatische Kreditkontrolle ein.

Unter Prüfungen Finanzbuchhaltung/Alter Kreditvektor können Sie in den Feldern Erlaubte Tage und Erlaubte Stunden den erlaubten Alterungsgrad des Kreditvektors angeben. Sie können hier also festlegen, wie alt der Kreditvektor sein darf, um für eine Prüfung herangezogen zu werden. Ist der erlaubte Alterungsgrad des Kreditvektors bei einer Kreditprüfung überschritten, dann wird der Beleg gesperrt.

Die Felder Erlaubte Tage und Erlaubte Stunden sind nur dann eingabebereit, wenn Sie im Customizing der Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung unter Kreditmanagement ® Vorbereitende Einstellungen für Kreditmanagement im Feld Lesen Kreditvektor das Kennzeichen X eingegeben haben.

Aktualisierung

Der Kreditvektor wird entweder periodisch (mit Hilfe des Reports RFCMCRCV) vom zentralen Finanzwesen an die dezentralen Vertriebsrechner gemäß ALE-Verteilungsmodell versendet oder, falls ein veralteter Kreditvektor vorliegt, zum Zeitpunkt der Kreditprüfung vom System per Remote Function Call aktualisiert.

Um die Systembelastung so gering wie möglich zu halten, empfiehlt SAP die folgende Reihenfolge einzuhalten:

  1. Programmlauf: Zahlungseingang im zentralen FI
  2. Programmlauf: Verteilung Kreditvektor vom zentralen FI in die dezentralen Vertriebsrechner
  3. Programmlauf: erneute Kreditprüfung der gesperrten Vertriebsbelege in den dezentralen Vertriebsrechnern

Statusverwaltung bei veraltetem Kreditvektor

Ist der Kreditvektor veraltet, wird im Verkaufsbeleg der Kreditstatus Kreditdaten veraltet gesetzt. Der Beleg ist damit gesperrt und erscheint im Arbeitsvorrat des Kreditbearbeiters. Ob bei veralteten Daten eine Warnung erscheint bzw. ein Status gesetzt wird, legen Sie im Customizing des Vertriebes im Arbeitsschritt Automatische Kreditkontrolle bei den einzelnen oben genannten Prüfungen, die FI-Daten erfordern, fest.

Wenn Sie mit dem Kreditvektor arbeiten und veraltete Daten nachbearbeiten möchten, empfiehlt es sich einen Status zu setzen.