Verwendung
Mit der
Rezeptplanung können Sie leistungsunabhängige und leistungsabhängige primäre Kosten sowohl wert- als auch mengenmäßig planen, indem Sie proportionale Abhängigkeiten zwischen dem kostenverursachenden Objekt und den benötigten Bestandteilen nutzen. Das System kann primäre Kosten sowohl für eine statistische Kennzahl (leistungsunabhängig und leistungsabhängig) als auch für eine Leistungsart (nur leistungsabhängig) errechnen.Bei der wertmäßigen oder kostenbasierten Rezeptplanung planen Sie pro Einheit einer statistischen Kennzahl oder Leistungsart leistungsunabhängige bzw. leistungsabhängige primäre Kosten. Die wertmäßige Rezeptplanung findet typischerweise Anwendung im Verwaltungsbereich. Dort lassen sich meist nur mit großem Aufwand proportionale Zusammenhänge bestimmen. Vielmehr werden hier oft verschiedene kostenverursachende Teile unter einem Sammelbegriff summiert, z.B. Büromaterial, und pro kostenverursachender Einheit, z.B. Mitarbeiter, geplant.
Bei der mengenmäßigen Rezeptplanung planen Sie pro Einheit einer statistischen Kennzahl oder Leistungsart den Verbrauch einer Ressource, z.B. Verbrauch Schrauben pro Auto oder Verbrauch Schmiermittel pro Fertigungsstunde. Die gesamten Plankosten ergeben sich aus dem Verbauch pro Leistungseinheit oder Einheit einer statistischen Kennzahl multipliziert mit der Menge des verursachenden Objektes, z.B. Anzahl Autos, und der Bewertung mit dem Ressourcenpreis. Die mengenbasierte Rezeptplanung findet typischerweise Anwendung im Fertigungsbereich, wo i.d.R. einfache proportionale Abhängigkeiten zwischen Endprodukt und den nötigen Zusatzstoffen bestehen.

Sie möchten Kosten für die Erstellung einer Autokarosserie planen. Dazu werden u.a. neben diversen Karosserieteilen auch Schmiermittel, Schrauben und Nieten benötigt, die als Ressourcen zu definieren sind. In der Rezeptplanung errechnet das SAP-R/3-System aus den geplanten Mengen der einzelnen Karosseriebestandteile (Blechteile, Schrauben, Nieten), den entsprechenden Preisen und der jeweils benötigten Menge pro Karosserie (= Rezeptmenge) die Kosten für die Karosserie.
Die verschiedenen Planungsalternativen wie kosten- oder mengenbasierte Planung, leistungsunabhängige oder leistungsabhängige Planung, können Sie in der Rezeptplanung mit dem
Rezepttyp steuern. Der Rezepttyp legt fest, worauf sich der Rezeptpreis oder die Rezeptmenge beziehen.Der Rezepttyp kann folgende Werte annehmen:
Der Rezeptpreis oder die Rezeptmenge bezieht sich auf die Planmenge einer statistischen Kennzahl, die leistungsunabhängig oder leistungsabhängig geplant wurde.
Wenn Sie eine leistungsabhängige Rezeptplanung durchführen, zieht das SAP-R/3-System die leistungsabhängig geplante Statistische Kennzahlenmenge zur Berechnung der Plankosten heran. Ist keine leistungsabhängige Statistische Kennzahl geplant, setzt das System den Wert der Statistischen Kennzahl in der Planung auf Null.
Wenn Sie eine leistungsunabhängige Rezeptplanung durchführen, zieht das SAP-R/3-System die leistungsunabhängig geplante Statistische Kennzahlenmenge zur Berechnung der Plankosten heran.
Das SAP-R/3-System schreibt die Kosten voll fix fort.
Der Rezeptpreis oder die Rezeptmenge bezieht sich auf die Planmenge einer statistischen Kennzahl, die leistungsunabhängig geplant wurde.

Auch wenn Sie leistungsabhängige Kosten mit der Rezeptplanung, Rezepttyp 2, planen, zieht das System immer die leistungsunabhängig geplante Menge der statistischen Kennzahl zur Errechnung der Plankosten heran.

Eine Rezeptplanung mit Rezepttyp 2 entspricht einer leistungsunabhängigen Rezeptplanung mit Rezepttyp 1.
Das SAP-R/3-System schreibt die Kosten voll fix fort.
Der Rezeptpreis oder die Rezeptmenge bezieht sich auf die Planmenge einer Leistungsart. Rezepttyp 3 können Sie nur für leistungsabhängig zu planende Objekte verwenden.
Das SAP-R/3-System schreibt die Kosten voll variabel fort.
Der Rezepttyp ist direkt mit der Rezept-Verursachungsart korreliert. Sie legt fest, ob das System zur Berechnung der Plankosten und des Planverbrauchs leistungsunabhängig oder leistungsabhängig geplante Mengen statistischer Kennzahlen oder geplante Mengen von Leistungsarten heranzieht. Die Planmenge zur Rezeptverursachungsart stellt das System in die Rezept-Verursachungsmenge ein.


Zusätzliche fixe Kosten, die nicht rezeptabhängig sind, können Sie unter der gleichen Kostenart nur planen, indem Sie eine weitere Ressource definieren, z.B. Zusätzliche Fixkosten. Den Ressourcenpreis müssen Sie mit 1 vorgeben.
Die folgende Tabellen geben einen Überblick über die möglichen Planungsalternativen der Rezeptplanung:
Kostenbasierte Rezeptplanung |
Leistungsunab-hängig |
Leistungsabhängig | |||
Rezepttyp |
1 |
2 |
1 |
2 |
3 |
Rezeptverursachungsart |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Leistungsart |
Rezeptpreis fix |
X |
X |
X |
X |
0 |
Rezeptpreis variabel |
0 |
0 |
0 |
0 |
X |
Rezeptverursachungsmenge |
Stat. Kennzahl leistungsab-hängig o. -unabhängig |
Stat. Kennzahl leistungsun-abhängig |
Stat. Kennzahl leistungsab-hängig o. -unabhängig |
Stat. Kennzahl leistungsun-abhängig |
Leistungsart |
Plankosten fix |
RPreis fix * Rverurs |
RPreis fix * RVerurs |
RPreis fix * RVerurs |
Rpreis fix * Rverurs |
X |
Plankosten variabel |
0 |
0 |
X |
X |
RPreis var. * RVerursMenge |
X = manuell planbar
Mengenbasierte Rezeptplanung |
Leistungsunab-hängig |
Leistungsabhängig | |||
Rezepttyp |
1 |
2 |
1 |
2 |
3 |
Rezeptverursachungsart |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Stat. Kennzahl |
Leistungsart |
Rezeptmenge fix |
X |
X |
X |
X |
0 |
Rezeptmenge variabel |
0 |
0 |
0 |
0 |
X |
Rezeptpreis fix |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
Rezeptpreis variabel |
0 |
0 |
0 |
0 |
0 |
Rezeptverursachungsmenge |
Stat. Kennzahl leistungsab-hängig o. -unabhängig |
Stat. Kennzahl leistungsun-abhängig |
Stat. Kennzahl leistungsab-hängig o. -unabhängig |
Stat. Kennzahl leistungsun-abhängig |
Leistungsart |
Planverbrauch fix |
Rmenge fix * |
RMenge fix * |
RMenge fix * |
RMenge fix * |
X |
Planverbrauch variabel |
0 |
0 |
X |
X |
RMenge var. * |
Ressourcenpreis |
X |
X |
X |
X |
X |
Plankosten fix |
RessPreis * Planverbr fix |
RessPreis * Planverbr fix |
RessPreis * Planverbr fix |
RessPreis * Planverbr fix |
RessPreis * Planverbr fix |
Plankosten variabel |
0 |
0 |
Planverbr var. * RessPreis |
Planverbr var. * RessPreis |
Planverbr var. * RessPreis |
X = manuell planbar
Beispiele zur Rezeptplanung
Voraussetzungen
Bevor Sie eine Rezeptplanung ausführen, sollten Sie folgende Funktionen bearbeitet:

Sie können auch Daten aus SAP-fremden Systemen als Basis für die Rezeptplanung nutzen.
Funktionsumfang
Die Rezeptplanung umfaßt folgende Funktionen:
Manuelle Planung
SAP stellt das Standard-Planerprofil SAPR&R zur Verfügung. Dieses Planerprofil enthält Standard-Planungslayouts für die wert- und mengenmäßige Rezeptplanung auf Kostenstellen.
Weitere Informationen zu Planerprofilen und Planungslayouts finden Sie in
Planerprofile und in Standard-Planungslayouts.
Wenn Sie eine Rezeptplanung ausgeführt haben und anschließend eine Kostenplanung mit einem Planungslayout aufrufen, in dem Rezeptpreis und Rezeptmenge nicht enthalten sind, sind die Plankosten nicht eingabebereit.
Nachbewertung
Wenn Sie die Menge einer statistischen Kennzahl oder eine Leistungsmenge ändern, bewertet das SAP-R/3-System Ihre Planung automatisch nach.
Wenn Sie die Rezeptplanung mit Werten (statistischen Kennzahlen, Leistungsarten) ausführen, die Sie nicht manuell geplant haben, so führt das SAP-R/3-System die Nachbewertung nicht automatisch aus. In diesem Fall müssen Sie die bereits geplanten Kosten
nachbewerten. Nur so ist gewährleistet, daß Ihre Planung den aktuellen Stand hat.