Beispielszenario: Strategie 11 

Ablauf

Dieses Beispiel basiert auf einem Produktionsplan, in dem je 100 Stück für die einzelnen Bedarfstermine <BedTerm1>, <BedTerm2> und <BedTerm3> geplant werden.

Phase 1: Programmplanung

  1. In diesem Szenario werden für den Produktionsplan, wie in der folgenden Tabelle dargestellt, Planprimärbedarfe angelegt: Weitere Informationen über das Anlegen von Planprimärbedarfen finden Sie unter Planprimärbedarf anlegen mit Vorlagen oder Planprimärbedarf anlegen ohne Vorlagen.

Periodenkennzeichen

Bedarfstermin

Planmenge

Wert

T (= Tag)

<BedTerm1>

100

10,000.00

T (= Tag)

<BedTerm2>

100

10,000.00

T (= Tag)

<BedTerm3>

100

10,000.00

 

Das System findet die Bedarfsart BSF, da die Strategiegruppe auf 11 festgelegt wurde. Siehe Tabelle der Planungsstrategiezuordnungen.

  1. Die Bedarfe werden an die Materialbedarfsplanung übergeben. Die Bedarfs-/Bestandsliste (Logistik ® Produktion ® Bedarfsplanung ® Auswertungen ® Bedarfs/Best.liste) enthält folgende Informationen:

Datum

Dispoelement

Daten zum Dispoelem.

Zugang/Bedarf

Verfügbare Menge

<Heute>

W-BEST

   

0

<Heute>

-----à Bruttobedarfsplan

   

<BedTerm1>

VP-BED

BSF

100 -

100 -

<BedTerm2>

VP-BED

BSF

100 -

200 -

<BedTerm3>

VP-BED

BSF

100 -

300 -

 

Die Erfassung der Primärbedarfe erfolgt ähnlich wie in Strategie 10 (Nettoplanung). Der einzige Unterschied besteht darin, daß die Bedarfe die Bedarfsart BSF besitzen, da die Strategiegruppe auf 11 festgelegt wurde. Siehe Tabelle der Planungsstrategiezuordnungen.

Zu beachten ist, daß es jetzt einen speziellen Abschnitt in der Bedarfs-/Bestandsliste gibt, der nur zu Planungszwecken verwendet wird.

Phase 2: Beschaffung vor Verkauf

  1. Bestellanforderungen werden im Planungslauf angelegt (Logistik ® Produktion ® Bedarfsplanung ® Gesamtplanung). Die Bedarfs-/Bestandsliste enthält folgende Informationen:
  2. Datum

    Dispoelement

    Daten zum Dispoelem.

    Zugang/Bedarf

    Verfügbare Menge

    <Heute>

    W-BEST

       

    0

    <Heute>

    -----à Bruttobedarfsplan

       

    <BedTerm1>

    PL-AUF

    0001234/LA

    100

    100

    <BedTerm1>

    VP-BED

    BSF

    100 -

    0

    <BedTerm2>

    PL-AUF

    0001235/LA

    100

    100

    <BedTerm2>

    VP-BED

    BSF

    100 -

    0

    <BedTerm3>

    PL-AUF

    0001236/LA

    100

    100

    <BedTerm3>

    VP-BED

    BSF

    100 -

    0

     

    Diese Bestellanforderungen sind der Ausgangspunkt für die Produktion oder externe Beschaffung. Für die Abwicklung des Beschaffungsprozesses im R/3-System gibt es verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit besteht darin, den Planauftrag in einen Fertigungsauftrag umzusetzen, den Fertigungsauftrag freizugeben und den Wareneingang der Gutmenge zu buchen. Es ist jedoch auch möglich, Retouren oder andere Warenbewegungen zur Lagerfertigung zu verwenden.

  3. Nach dem Wareneingang von 90 Stück des Auftrags (Sie können mit allen Arten von Aufträgen arbeiten, wie z.B. Fertigungsaufträgen, Serienaufträgen in der Serienfertigung und Bestellungen) werden in der Bedarfs-/Bestandsliste folgende Informationen angezeigt:
  4. Datum

    Dispoelement

    Daten zum Dispoelem.

    Zugang/Bedarf

    Verfügbare Menge

    <Heute>

    W-BEST

       

    90

    <Heute>

    -----à Bruttobedarfsplan

       

    <BedTerm1>

    FE-AUF

    1000060/PP01/PD

    10

    10

    <BedTerm1>

    VP-BED

    BSF

    10 -

    0

    <BedTerm2>

    PL-AUF

    0001235/LA

    100

    100

    <BedTerm2>

    VP-BED

    BSF

    100 -

    0

    <BedTerm3>

    PL-AUF

    0001236/LA

    100

    100

    <BedTerm3>

    VP-BED

    BSF

    100 -

    0

     

  5. Das Programmplanungsbild enthält folgende Informationen:

Periodenkennzeichen

Bedarfstermin

Planmenge

Entnahmemenge

T (= Tag)

<BedTerm1>

10

90

T (= Tag)

<BedTerm2>

100

 

T (= Tag)

<BedTerm3>

100

 

 

Der Planprimärbedarf wird während der Wareneingangsverarbeitung abgebaut. Auf alte Mengen kann weiterhin zugegriffen werden, entweder über Springen ® Historie Einteilung oder über die Gesamtbedarfsliste (Auswertungen ® Gesamtbed. anzeigen) in der Programmplanung. Die eingangenen Mengen werden im Feld Entnahmemenge angezeigt.

Das System baut immer die ältesten Planprimärbedarfe ab, wenn nicht die Verrechnungsfelder (Verrechnungsmodus, VerInt Vorwärts, VerInt Rückwärts) im Materialstamm oder in der Dispositionsgruppe gepflegt wurden.

Die in den Planprimärbedarfen zu sehende Bedarfsmenge wird abgebaut, wenn der Wareneingang für den Fertigungsauftrag gebucht wird. Zur Abfrage der ursprünglichen Bedarfsmenge in der Programmplanung (wählen Sie Logistik ® Produktion ® Produktionsplanung ® Programmplanung ® Planprimärbedarf ® Anzeigen) wählen Sie Springen ® Historie Einteilung oder Umfeld ® Gesamtbed. anzeigen. In dieser Sicht entspricht der Gesamtbedarf der Summe aus Warenbewegungsmenge und Gesamtmenge.

 

Phase 3: Kundenauftrag

  1. Sie legen einen Kundenauftrag an, indem Sie Logistik ® Vertrieb ® Verkauf ® Auftrag ® Anlegen wählen.

Folgendes ist zu beachten:

· Es besteht die Möglichkeit, jede beliebige Menge bis zur Bestandsmenge (in diesem Beispiel 100 Stück) zu bestätigen. Wählen Sie Springen ® Position ® Einteilungen ® Mengen/Termine.

· Das System findet die Bedarfsart KSL (unter dem Registerkartentitel Beschaffung), da die Strategiegruppe auf 11 gesetzt wurde.
Die
Tabelle der Planungsstrategiezuordnungen zeigt diesen Vorgang.

· Das System findet den Einteilungstyp CP und den Positionstyp TAN, da die Positionstypengruppe auf NORM gesetzt wurde.

  1. Nach der Erfassung des Kundenauftrags enthält die Bedarfs-/Bestandsliste folgende Informationen:

Datum

Dispoelement

Daten zum Dispoelem.

Zugang/Bedarf

Verfügbare Menge

<Heute>

W-BEST

   

90

<Heute>

K-AUFT

0000337/0010/001

90 -

 

<Heute>

-----à Bruttobedarfsplan

   

<BedTerm1>

FE-AUF

1000060/PP01/PD

10

10

<BedTerm1>

VP-BED

BSF

10 -

0

<BedTerm2>

PL-AUF

0001235/LA

100

100

<BedTerm2>

VP-BED

BSF

100 -

0

<BedTerm3>

PL-AUF

0001236/LA

100

100

<BedTerm3>

VP-BED

BSF

100 -

0

 

  1. In Strategie 11 legt der Auftrag keinen Bedarf an; er wird nur angezeigt. Es besteht die Möglichkeit, die Anzeige der Aufträge auszublenden, wie im Abschnitt Andere Bereiche unter Nettoplanung (10) beschrieben. Der obenstehenden Tabelle können Sie entnehmen, daß der Auftrag nicht die verfügbare Menge in der rechten Spalte abbaut, die weiterhin 90 Stück beträgt. Wenn Sie die Verfügbarkeitsprüfung durchführen (wählen Sie im Kundenauftrag oder in der Bedarfs-/Bestandsliste Liste ® ATP-Menge berechnen), ist jedoch kein Bestand verfügbar.

Phase 4: Beschaffung nach Verkauf

Diese Phase trifft nicht auf diese Strategie zu.

Phase 5: Warenausgang für Lieferung

Nach der Lieferung (wählen Sie Logistik ® Vertrieb ® Versand ® Lieferung ® Anlegen) und dem Warenausgang werden in der Bedarfs-/Bestandsliste nur die verbleibenden Planprimärbedarfe und die zugehörigen Planaufträge angezeigt.