
Zu 4.0 werden zwei Arten von Schnittstellen in der Finanzbuchhaltung realisiert.
Diese sollen darüber informieren, daß im SAP-System bestimmte Ereignisse stattgefunden haben und die dadurch erzeugten Daten
verfügbar machen. Aufgrund dieser Ereignisse und Daten können weitere
Verarbeitungen angestoßen werden. Ereignisse in diesem Sinne sind:
- Stammsatz wurde angelegt, geändert oder gesperrt
- Beleg wurde erfaßt, vorerfaßt, geändert oder storniert
- Ausgleich wurde vorgenommen oder zurückgenommen
- Salden eines Kontos werden angezeigt
- Liste der Einzelposten eines Kontos werden angzeigt
- Änderungsbelege werden angezeigt
Weitere individuell erzeugte Verarbeitungen könnten z.B. sein:
- Starten eines Workflows
- Erzeugung, Änderung oder Anzeige von zusätzlichen eigenen Daten
- Aufruf eines BAPI
- Anfordern von Korrespondenz
- Validierung von Stammdaten oder Belegkonstellationen beim Buchen
- Starten eines EDI-Prozesses.
Diese dienen dazu, Geschäftsprozesse einer anderen Steuerung zu unterwerfen, die mit Hilfe der Systemeinstellungen nicht zu realisieren sind. Im allgemeinen soll ermöglicht werden, entweder die Bestimmung einzelner Feldinhalte bzw. spezifischer Reaktionen auf Abläufe zu individualisieren.
Es ist vorgesehen, daß zu einem Ereignis eine zusätzliche
Verarbeitungen stattfinden kann. Die entsprechende Nutzung steht sowohl
anderen SAP-Komponenten, Branchenlösungen, Partnerunternehmen sowie dem
einzelnen SAP-Kunden individuell zur Verfügung. Die höchste Priorität
bei mehreren konkurierenden Zusatzfunktionen liegt beim Kunden. Die
Zusatzentwicklungen werden i.a. mit Hilfe der ABAP/4 Development
Workbench vorgenommen. Hier können zu ähnlichen Ereignissen wie oben zum Beispiel folgende Aktionen vorgenommen werden:
- Substitution von bestimmten Belegkopf- und Belegzeilenfeldern vor der
Verbuchung oder vor der Änderung in Abhängigkeit der Inhalte des gerade bearbeiteten Beleges
- Individuelle Prüfung auf Erfassen doppelter ausgehender Rechnungen
- Individuelle Bankenfindung im Zahlprogramm
- Kundengesteuerte Erzeugung von Datenträgern für den Zahlungsausgang
- Kundenspezifische Berechnung gewisser Kennzahlen im Kreditmanagement
- Individuelle Steuerung des Mahnprogramms (Ausgabemedium, Mahnbarkeitsprüfung, Formularlayout)
- Individuelle Steuerung des Treasury Zahlprogramms
Eine detaillierte Liste der im SAP-System vorhandenen Schnittstellen finden Sie in den Reports Publish&Subscribe-Schnittst. und Prozess-Schnittstellen.
Die Installation wird durch die verantwortlichen Anbieter einer Zusatzkomponente übernommen. Wollen Sie zum Beispiel ein Produkt eines externen Softwarehauses einsetzen, so werden die notwendigen Entwicklungen und Installationen von diesem Unternehmen durchgeführt.
Es ist festzulegen, zu welchen Zeitpunkten Zusatzkomponenten aufgerufen
werden sollen. Dazu muß eine Produktinformation und gegebenenfalls ein
Partnerkürzel im System hinterlegt werden und ein selbstentwickelter
Funktionsbaustein einem oder mehreren dieser Ereignisse zugeordnet
werden. Durch das Aktivieren eines Produktes auf Mandantenebene werden
die Zusatzkomponenten aufrufbar. Alle Einstellungen können im Arbeitsschritt
"Business Transaction Events verwenden" vorgenommen werden.
Das Konzept dieser Business Transaction Interfaces ist eine wesentliche Verallgemeinerung der User-Exits und ist aus Sicht des Endanwenders ähnlich nutzbar.