Ertragsplanung und Wirtschaftlichkeitsrechnung 

Verwendung

Für die Unterstützung und Dokumentation von Genehmigungsentscheidungen ist es sinnvoll, geplante Investitionen Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen zu unterziehen.

Funktionsumfang

Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen des R/3-Systems beziehen sich auf die Varianten einer Maßnahmenanforderung. Zu einer Anforderungsvariante können Sie hierfür neben den Kosten den erwarteten Ertrag in der Nutzungsphase hinterlegen (Registerkarte Varianten ® Registerkarte Planwerte ® Ertrag). Die geplanten Erträge sind genau wie die geplanten Kosten jahresgenau hinterlegbar (siehe Kostenplanung).

Beachten Sie bitte, daß der erwartete Ertrag pauschal geschätzt werden muß. Derzeit steht keine systemseitige Unterstützung für die Ermittlung des Ertrages zur Verfügung.

Wirtschaftlichkeitskennzahlen

Auf der Basis der geplanten Kosten und Erträge errechnet das System den Kapitalwert und die Kapitalwertrate einer Anforderungsvariante und hinterlegt diese Werte im Stammdaten-Detailbild der jeweiligen Anforderungsvariante. Die entsprechende Funktion können Sie auf dem Stammdaten-Detailbild der Anforderungsvarianten aufrufen. Die Zinskurve auf deren Basis das System den Kapitalwert ermittelt, definieren Sie per Customizing (unter: Planung). Je Währung ist eine Zinskurve für Geldzinsen (bei Sollbeträgen) und eine Zinskurve für Briefzinsen (bei Habenbeträgen) festlegbar.

Außerdem ist per Customizing je Anforderungsart festlegbar, zu welchem Bezugsdatum das System den Kapitalwert bzw. die Kapitalwertrate ermitteln soll. Das Bezugsdatum kann jederzeit geändert werden. Dies wirkt sich nicht auf die bereits berechneten Kapitalwerte aus (erst bei einem erneuten Aufruf der entsprechenden Funktion in der Stammsatztransaktion.

Kapitalwertermittlung mit Zinskurve

Berechnungsformeln

Den Kapitalwert C ermittelt das System mit folgender Formel:

C = S (R - Cs) / (1 + i) ** Y

R = Ertag eines Jahres
Cs = Kosten eines Jahres
i = Zins der Zinskurve (Brief oder Geld, abhängig davon ob R - C positiv oder negativ ist)
Y = Jahre in denen Kosten oder Erträge oder beides geplant sind. Die Summe der Formel wird über diese Jahre gebildet.

Die Kapitalwertrate Cr ermittel das System auf der Basis folgender Formel:

Cr = C / Ci

Ci = eingesetztes Kapital = S C / (1 + i) ** Y (die Summe der Formel wird über die Jahre mit geplanten Kosten oder Erträgen gebildet)

Manuelle Festlegung

Wenn Sie keine Ertragsplanung vornehmen, können Sie den geschätzten Kapitalwert und die Kapitalwertrate manuell im Stammsatz hinterlegen.

Weitere Kennzahlen

Neben dem Kapitalwert können Sie folgende Kennzahlen manuell im Stammsatz der Anforderungsvarianten hinterlegen:

· Interner Zinsfuß

· Amortisationsdauer.

Berechnung der Kennzahlen

Über die Funktion Wirtschaftlichkeitskennzahlen berechnen (Registerkarte Wirtschaftl.) können Sie sich die Kennzahlen auf Basis der Planwerte vom System berechnen lassen.

Verbale Bewertung

Weiterhin können Sie eine per Customizing ausprägbare Bewertung und eine verbale Bewertung der Anforderungsvariante angeben (Stammdaten ® Ausprägungen der Stammsatzfelder definieren).

Aktivitäten

Berechnen Sie die Wirtschaftlichkeitskennzahlen einzeln auf den Anforderungsvarianten oder für mehrere Maßnahmenanforderungen gleichzeitig mit der Transaktion Neurechnen Wirtschaftlichkeitskennzahlen.

SAP liefert standardmäßig die Zinskurven 9990 (Geldzinsen) und 9991 (Briefzinsen) aus.

Die Zinskurven müssen vom Mandanten 000 in den Arbeitsmandanten kopiert werden.

Sind die Kurven nicht vorhanden, so können sie diese im Customizing anlegen (Treasury ® Treasurymanagement ® Marktrisikomanagement ® Auswertungen ® Defaulteinstellungen vornehmen).