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Besondere Berechnungsvorschriften

In diesem Abschnitt k�nnen Sie individuelle Berechnungsvorschriften zu einem oder mehreren Mietspiegeln definieren,

Ausf�hrliche Dokumentation (mit Beispielen)

Dokumentation zur individuellen Steuerung der Mietanpassung nach der Mietspiegel-Steuerungstabelle

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Gliederung - �berblick

1. Motivation
2. Grundprinzip
3. Variablenkategorien
4. Protokollierung
5. Kommentierung
6. �bersicht Systemvariablen
7. Definition eigener Variablen
8. Makros
9. Besonderheiten
10. Mietberechnung
a) Basismiete
b) Relative Zu-/Abschl�ge
c) Zu-/Abschl�ge von Ausstattungsmerkmalen
d) Resultierende Miete
11. Tips & Tricks
12. Beispiele
a) Mietspiegel mit Wohnwertvorzeichen
b) Weitere Beispiele

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Motivation

Der Mietspiegel, also die von einer Stadt oder Gemeinde herausgegebene �bersicht der in einer Region gezahlten Mieten, gilt als die wesentliche Richtschnur bei Neuvermietungen, Mietanpassungen und Mietstreitigkeiten, so da� ihm innerhalb der Mietanpassungs-/berechnungskomponente eine zentrale Bedeutung zukommt.

Das Grundprinzip der Mietspiegel ist stets gleich: Zun�chst wird die Wohnung anhand von maximal vier zentralen Attributen (Gr��e, Lage, Baualter, Ausstattung) in eine Kategorie (das sogenannte Mietspiegelfach) eingeordnet, zu der die orts�bliche Mietspanne statistisch ermittelt wurde. Diese grobe Mietzinsvorgabe wird nachfolgend anhand diverser weiterer Kriterien nach unten oder oben korrigiert.

W�hrend die orts�blichen Vergleichsmieten stets in Form einer Matrix abgebildet werden k�nnen, sind die Vorschriften, wie diese Verfeinerung auszuf�hren ist, von Mietspiegel zu Mietspiegel sehr unterschiedlich. Im allgemeinen k�me nun ein User-Exit zum Einsatz, der die n�tigen Eingaben vom System bekommt und in dem die im Mietspiegel textuell beschriebenen Berechnungsvorschriften in ABAP/4 codiert werden m��ten. Der gro�en Flexibilit�t dieser L�sung steht jedoch der hohe Aufwand entgegen, sich in die Ablauflogik und die Datenstrukturen des Anpassungsprogramms einarbeiten zu m�ssen.

Daher wurde ein anderer Weg verfolgt, um diese Vorschriften ohne Programmkenntnisse im Customizing hinterlegen zu k�nnen und dennoch die Flexibilit�t nicht wesentlich zu beschr�nken.

Grundprinzip

Die Berechnungsvorschriften des Mietspiegels werden im System in Form von Bedingungen und Aktionen abgebildet. Eine Bedingung beschreibt, wann ein bestimmter Sachverhalt erf�llt ist, und eine Aktion, was in diesem Fall zu tun ist.

Sei bspw. die Baualtersklasse in der Variablen BAKL und die Gr��enklassein der Variablen GRKL hinterlegt, so k�nnte eine Bedingung BAKL = 1 AND GRKL > 3 lauten (erf�llt, falls die Baualtersklasse der betrachteten Wohnung gleich eins und die Gr��enklasse gr��er drei ist).

Eine Bedingung wird mit beliebig vielen Aktionen zu einem Block zusammengefa�t. Ist die Bedingung des Blocks erf�llt, werden alle seine Aktionen nacheinander ausgef�hrt.

Jedem Mietspiegel kann eine beliebige Anzahl von Bl�cken zugeordnet werden, die bei einer Mietanpassung f�r jede anzupassende Mieteinheit bzw. jeden anzupassenden Mietvertrag nacheinander abgearbeitet werden.

Die Reihenfolge der Bl�cke wird durch eine frei vergebbare Blocknummer, die Reihenfolge der Aktionen innerhalb eines Blockes durch eine ebenfalls frei vergebbare blockinterne Zeilennummer festgelegt. Unabh�ngig davon, welche (und ob �berhaupt) der Bedingung eine Zeilennummer zugeordnet wurde, wird sie immer zuerst gepr�ft.

Variablenkategorien

Die vom System bereitgestellten Variablen k�nnen in drei Kategorien eingeteilt werden:

Die Werte eines Teils der Anwendungsvariablen sind nur abh�ngig von der Mieteinheit (wie z.B. die Wohnungsgr��e) und evtl. noch vom verwendeten Mietspiegel (wie etwa die aus der Wohnungsgr��e abgeleitete Gr��enklasse). Der andere Teil der Anwendungsvariablen repr�sentiert die Attribute der Ausstattungsmerkmale, d.h. ihre Werte sind immer von einem Ausstattungsmerkmal abh�ngig. Da eine Mieteinheit aber i.a. mehrere solcher Merkmale besitzt, mu� ein Block, in dessen Bedingung und/oder Aktionen solche Variablen verwendet werden, f�r alle Ausstattungsmerkmale nacheinander abgearbeitet werden. Diese Schleife wird vom System automatisch um den Block gelegt und mu� nicht programmiert werden.

Beispiel:

Alle Ausstattungsmerkmale einer Wohnung, die zwar im Mietspiegel ber�cksichtigt sind, aber mit weniger als 0,10 DM/m� bewertet wurden, sollen ignoriert werden. Die Anzahl dieser Merkmale soll (f�r sp�tere Berechnungen) gez�hlt werden. Dies w�re durch folgenden Block realisierbar:
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0010 010 MIMS AND MRES < 0.10
0010 020 MIGN TRUE
0010 030 XN01 XN01 + 1
Bedeutung der Variablen (vollst�ndige �bersicht siehe Kapitel �bersicht Systemvariablen):

Protokollierung

Jeder Zeile der Steuerungstabelle kann durch Angabe einer Nachrichtenklasse, -nummer und -typ (Info, Warnung, Fehler etc.) eine Nachricht zugeordnet werden. Wird eine Zeile ausgewertet, wird ihre Nachricht auf der Trace-Ebene (= Stufe 6) in das Mietanpassungsprotokoll geschrieben. Diese Nachrichten erlauben, die in den Formeln mathematisch codierten Bedingungen und Aktionen nat�rlichsprachig zu beschreiben. Die vier Nachrichtenvariablen sind folgenderweise belegt und k�nnen in den Nachrichtentext (falls gew�nscht) eingearbeitet werden:

V4 ist nur dann belegt, wenn im Block Variablen verwendet werden, die Attribute von Ausstattungsmerkmalen sind.

Wird in den Stammdaten des Mietspiegels das Flag .Defaultkommentierung gesetzt, wird bei der Abarbeitung jeder Zeile tempor�r eine Standardnachricht zugeordnet. Dies erlaubt, den Rechenweg im Protokoll nachvollziehen zu k�nnen, ohne erst individuelle Nachrichten hinterlegen zu m�ssen.

Kommentierung

W�hrend durch Zuordnung von Nachrichten der Rechenweg im Protokoll aufgezeichnet wird, kann auch die Steuerungstabelle selbst kommentiert werden. Hierzu ist in die Formel einer Zeile der Kommentar zu schreiben und ihr Kommentarflag zu setzen. Zeilen mit gesetztem Kommentarflag werden vom System bei der Abarbeitung als nicht vorhanden angesehen.

�bersicht Systemvariablen

Das System stellt die folgenden Variablen bereit:

Key Name Typ Beschreibung
SMSPID MSID C Mietspiegel(MSP)-Identifikation
SLINNO BLNR N Nummer des n�chsten abzuarbeitenden Blocks
BUKRSA BUKR C Buchungskreis
CLSAGE BAKL N Baualtersklasse
CLSFAF AUKL N Ausstattungsklasse
CLSLOC LAKL N Lageklasse
CLSIZE GRKL N Gr��enklasse
ADJDAT DANP N G�ltig-Ab-Datum der Anpassung
MATVLO MATU P Unterwert des Mietspiegelfachs
MATVMI MATM P Mittelwert des Mietspiegelfachs
MATVHI MATO P Oberwert des Mietspiegelfachs
MATBAS MATB P Basiswert (aus M1/2/3 + Angaben auf ME und MSP)
MATTXT MATT C Bezeichnung des Mietspiegelfachs
AGEREV BJHR N Baujahr
SIZERV WOFL P Wohnfl�che
RELBAS RZBS C Festlegung der Basis f�r relativen Zuschlag
SKOART KART Angepa�te Konditionsart
ADDABS ZABS P Zuschlagsbetrag absolut
ADDREL ZREL P Zuschlagsbetrag relativ
OPCVAL BTRK P Aktuell gezahlte BK/FE (aus ME- / MV-Konditionen)
FAFKEY MMKL N Ausstattungsmerkmals-ID
FAFCLS MMKL N Klasse des Ausstattungsmerkmals
FAFDAT MDAT N G�ltig-Ab-Datum eines Ausstattungsmerkmals
FAFVMS MBMS P Merkmalsbetrag aus Mietspiegel
FAFVME MBME P Merkmalsbetrag aus Mieteinheit
FAFNCL MKPK N Anzahl von Merkmalen in der Klasse
FAFUSE MIMS B Merkmal ist im Mietspiegel aufgef�hrt
FAFREL MREL P Merkmalswert proz. aus MSP (Bezug MATB)
FAFABS MRES P Merkmalsbetrag absolut/FE (Wert f�r neue Miete)
FAFWCL MKLW P Merkmalsklassengewicht (Berliner Mietspiegel)
FAFSGN WWVZ P Wohnwertvorzeichen .+1/0/-1 (Berliner MSP)
FAFIGN MIGN B Merkmal bei Mietberechnung ignorieren
NCOUSR NMIE P Neue Miete/FE (�nderbar, wenn initial -> NCOSYS)
NCOSYS NMSY P Neue Miete/FE (abgeleitet restlichen Parametern)
XBOOLx XB0x B Hilfsvariablen x = 1..5
XNUMCx XN0x N Hilfsvariablen (Ganze Zahlen), x = 1..5
XREALx XR0x P Hilfsvariablen (Dezimalzahlen), x = 1..9
XCHARx XC0x C Hilfsvariablen, x = 1..5
Typangaben:

Definition eigener Variablen

Das System berechnet die neue Miete aus einem Teil der Anwendungsvariablen (s. Kapitel 9), die vorher durch die Aktionen beliebig ver�ndert werden k�nnen. Nun kann es allerdings sein, da� der Rechenweg abh�ngig von Daten ist, die in den Variablen defaultm��ig nicht zur Verf�gung gestellt werden

So k�nnte ein Mietspiegel fordern, die Merkmalsbetr�ge geringer zu gewichten, falls die Wohnung h�her als im 5. Stock liegt. Das Stockwerk steht aber defaultm��ig nicht zur Verf�gung.

In diesem Fall k�nnen kundendefinierte Variablen angelegt werden, die genauso wie die vom System bereitgestellten benutzt werden k�nnen. Hierzu ist folgenderweise vorzugehen:

1. Variable in Steuertabelle eintragen: W�hlen Sie die Aktion Variablen zur Steuertabelle
Der technische (sprachunabh�ngige) Name der Variable sowie ihr Typ (Bool, Num, Char, etc.) ist im Kundennamensraum einzutragen (Anfangsbuchstabe Y oder Z).
2. In der Tabelle ist das (sprachabh�ngige) K�rzel sowie die Bezeichnung der Variablen (Kurz- und Langtext) zu pflegen. Da das K�rzel als Schl�ssel fungiert, mu� es ebenfalls aus dem Kundennamensraum stammen.
3. Wenn das System bei der Abarbeitung der Steuerungstabelle eine Formel auswertet, ruft es f�r im Kundennamensraum liegende Variablen einen im Customizing hinterlegten Funktionsbaustein (User-Exit) auf. Diesem Baustein wird der (technische) Name der Variablen, die Stammdaten der relevanten Objekte (Mieteinheit, Wirtschaftseinheit, Geb�ude), die aktuelle Systemvariablenbelegung sowie die Daten aller Ausstattungsmerkmale �bergeben. Er kann nun ggf. beliebig weitere Tabellen lesen und mu� dann einen Wert zur�ckliefern, der als Wert der Kundenvariablen interpretiert wird. Bei diesem User-Exit handelt es sich um einen BTE (siehe auch: Business Transaction Event verwenden ) mit der Ereignisnummer 00702501. Ein Beispiel-Funktionsbaustein wird unter dem Namen SAMPLE_PROCESS_00702501 als Kopiervorlage ausgeliefert.

Da eine Kundenvariable also einen Funktionsaufruf darstellt, ist es nicht m�glich, ihr einen Wert zuzuweisen (ihr Wert wird immer per User-Exit-Aufruf ermittelt).

Makros

Werden in einer Formel h�ufig bestimmte Teilausdr�cke verwendet, k�nnen hierf�r parametrisierbare Funktionen (Makros) definiert werden. Sie werden entweder in der Tabelle TFKT oder in einer benutzerangelegten, gleich aufgebauten Tabelle abgelegt.

Beispiel1:

In vielen Bedingungen und/oder Aktionen wird eine Funktion ben�tigt, die pr�ft, ob eine Variable X in einem bestimmten Intervall U bis O liegt. Anstatt nun immer
X >= U AND X <= O
zu schreiben, kann ein Makro "ZWISCHEN" mit drei Parametern definiert werden:
ZWISCHEN = #1 >= #2 AND #1 <= #3

In einer Formel st�nde dann nur noch

TFKT:ZWISCHEN(X,U,O)

Beispiel 2:

Durch Verwendung des IF-THEN-ELSE-Konstrukts (siehe Kapitel 7) k�nnen auch komplexere Makros definiert werden. So liefert folgendes Makro die gr��ere der zwei �bergebenen Zahlen zur�ck:
MAX = IF #1 > #2 THEN #1 ELSE #2
Makrodefinitionen k�nnen auch rekursiv sein.

Besonderheiten

Bei der Erstellung der Steuerungstabelle sind folgende Punkte zu beachten:

Die �nderung des Mietspiegels f�hrt automatisch zur Neuberechnung aller davon abh�ngigen Werte (also insbesondere zur neuen Klassifizierung). Die Abarbeitung startet mit dem ersten Block des Mietspiegels.
Auch wenn nur die Wohnungsfl�che oder das Wohnungsbaualter ge�ndert wird, wird die Gr��en- bzw. die Baualtersklasse sowie das Mietspiegelfach neu bestimmt.
Die Neuermittlung der abh�ngigen Variablen findet bei Beendigung des aktuellen Blockes statt, d.h. die neuen Werte sind im n�chsten Block verf�gbar.
Da die Formel als Zeichenkette abgelegt wird, k�nnen Literale (wie "TEXT", 1.50, 002) nicht typgerecht gespeichert werden. Daher sind
Die Variablen werden nicht �ber ihre technischen Namen, sondern �ber ein frei vergebbares K�rzel angesprochen, das sprachabh�ngig im Customizing hinterlegt wird. W�hrend die Variablenbezeichnungen also sprachabh�ngig sind, sind die Formeln selbst nat�rlich nicht sprachabh�ngig. Da eine automatische Umsetzung der in den Formeln verwendeten Variablenbezeichnungen je nach Anmeldesprache des Benutzers nicht m�glich ist, k�nnen die Formeln einer Mietspiegel-Steuerungstabelle nur bei Kenntnis ihrer Pflegesprache interpretiert werden. Damit nun auch ein auf Englisch angemeldeter Benutzer eine mit deutschen Variablennamen erzeugte Steuerungstabelle bei Durchf�hrung einer Mietanpassung nutzen kann, mu� die Pflegesprache auf dem Mietspiegel hinterlegt werden.
In den Formeln von Bedingungen und Aktionen kann auch das Sprachkonstrukt IF-THEN-ELSE verwendet werden. Dabei handelt es sich jedoch um das funktionale, nicht um das aus ABAP/4 bekannte imperative IF. Dies bedeutet, da� der Gesamtausdruck gleich dem Ausdruck hinter THEN ist, falls die Bedingung hinter IF erf�llt ist, und gleich dem Wert hinter ELSE im anderen Fall. Damit der Wert eines IF-THEN-ELSE-Konstrukts also stets definiert ist, mu� immer auch der ELSE-Zweig angegeben werden. Geschachtelte IF-THEN-ELSE-Ausdr�cke werden z. Zt. nicht unterst�tzt.
Beispiel:
Die Aktion
<XN01, IF GRKL > 2 THEN LAKL +1 ELSE LAKL>
f�hrt dazu, da� die numerische Hilfsvariable XN01 auf die um eins erh�hte Lageklasse (Variable LAKL) gesetzt wird, falls die Gr��enklasse (Variable GRKL) gr��er als zwei ist, sonst wird die Lageklasse unver�ndert �bernommen.

Mietberechnung

1. Basismiete
Nachdem die Wohnung gem�� ihren Attributen in ein Mietspiegelfach eingeordnet wurde, liegen die Werte f�r MATU, MATM und MATO vor. Auf dem Mietspiegel wird hinterlegt, welcher dieser drei Werte des Mietspiegelfachs (Unter-/Mittel-/Oberwert) als Basismiete der Mietberechnung verwendet werden soll. Diese Vorgabe kann auf der Mieteinheit individuell ge�ndert werden. Zus�tzlich kann dort eine prozentuale Abweichung vom gew�hlten Basiswert hinterlegt werden.
2. Relative Zu-/Abschl�ge
Der Wert, auf den sich der relative Zu-/Abschlag (ZREL) bezieht, wird durch die Variable RZBS gesteuert. Sie enth�lt eine dreistellige Zeichenkette bestehend aus "X" und "o", die angibt, welche Betr�ge in die Bezugssumme einflie�en sollen:
Wird f�r ein Merkmal ein relatives Gewicht angegeben, bezieht sich dieses immer auf die Basismiete.
3. Zu-/Abschl�ge von Ausstattungsmerkmalen
F�r jedes Merkmal kann entweder ein absoluter Zu-/Abschlagsbetrag pro Fl�cheneinheit oder alternativ ein prozentualer Gewichtungsfaktor hinterlegt werden. Diese Daten werden allerdings nicht direkt auf dem Merkmal erfa�t, sondern es wird einer Merkmalsklasse zugeordnet, f�r welche dann diese Daten gepflegt werden. Zus�tzlich kann eine maximale Anzahl sowie ein maximaler Betrag bez�glich zu ber�cksichtigender Merkmale aus einer Klasse angegeben werden.
Die Variable MBMS enth�lt den Betrag f�r das Merkmal gem�� Mietspiegel, MBME den Betrag, der auf der Mieteinheit f�r dieses Merkmal erfa�t wurde. MRES ist gleich MBMS, falls dieser Wert ungleich Null ist, sonst MBME. MIMS ist Wahr, falls das Merkmal (mit welchem Betrag auch immer) im Mietspiegel erfa�t wurde, sonst Falsch.
4. Resultierende Miete
Die neue Miete ergibt sich als Summe von
Diese Summe wird mit einem prozentualen Faktor gewichtet, der auf der Mieteinheit speziell f�r Mietspiegelanpassungen hinterlegt wird. Nach Abarbeitung eines Blocks wird diese Summe berechnet (falls �nderungen bei den Eingabeparametern aufgetreten sind) und in die Variable NMSY (neue Miete System) gestellt. Soll ein anderer Betrag als dieser zum Tragen kommen, darf allerdings nicht diese Variable ver�ndert werden, da sie eine aus anderen Variablen abgeleitete Gr��e darstellt und eine �nderung am Blockende vom System wieder �berschrieben w�rde. Stattdessen mu� die Variable NMIE belegt werden, die defaultm��ig initial ist. Sie wird vom System anstatt NMSY verwendet, falls ihr ein Wert ungleich Null zugewiesen wurde.
Den neuen Gesamtmietbetrag ermittelt das System dann, indem der Wert aus NMSY bzw. NMIE mit der Wohnfl�che multipliziert, mit dem allgemeinen Weitergabefaktor f�r alle Mietanpassungen gewichtet (falls dies auf dem Einsteigsbild nicht abgeschaltet wurde), gem�� den gesetzlichen Vorschriften ggf. gekappt und den Customizingeinstellungen ggf. gerundet wurde.
Beispiel: Ein Mietspiegel legt fest, da� die Miete f�r eine Wohnung unabh�ngig von ihrer Ausstattung keinesfalls den im Mietspiegel hinterlegten Oberwert �berschreiten darf.
Dies w�rde durch folgenden Block sichergestellt, der als letzter in der Steuerungstabelle stehen m��te:
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0010 010 NMSY > MATO
0010 020 NMIE MATO

Tips & Tricks

Bei der Erstellung einer Steuerungstabelle sind folgende Punkte hilfreich:

Sollen im Protokoll die Werte bestimmter Variablen ausgegeben werden (etwa zum Zweck der besseren Nachvollziehbarkeit des Rechenwegs), kann einfach eine Dummy-Aktion der Form <VAR, VAR> definiert und eine entsprechene Nachricht (wie .Wert von &2 ist &3) zugeordnet werden.
Durch Verwendung von (parametrisierten) Makros k�nnen nicht nur h�ufig verwendete Ausdr�cke einfacher geschrieben, sondern mittels (unparametrisierten) Makros auch Alias-Namen f�r Konstanten definiert werden, was die intuitive Verst�ndlichkeit verbessern kann.
Beispiel 1: Meist gibt es eine Reihe von Aktionen, die generell zu Beginn der Abarbeitung der Steuerungstabelle ausgef�hrt werden sollen. Als Bedingung dieses ersten Blocks w�re folglich das Schl�sselwort TRUE anzugeben. Dies w�re intuitiver zu erkennen, wenn man ein Makro anlegt, das in diesem Kontext als sprechender Alternativ-Name f�r TRUE fungiert (etwa INITIALISIERUNG).
Beispiel 2: Die Abarbeitung endet, wenn die Blocknummer (BLNR) auf einen nicht vorhandenen Wert gesetzt wird. Durch Definition eines Makros ENDE als Alias-Name f�r etwa 9999 w�re dies einfacher als <BLNR, ENDE> zu schreiben.
Bei Angabe von Bedingungen ist nur darauf zu achten, da� die Formel vom Typ Boolean ist. Es ist aber nicht notwendig, stets einen Vergleichsoperator zu verwenden. Dies bedeutet insbesondere, da� in Ausdr�cken der Form .Variable = TRUE die Abfrage auf TRUE �berfl�ssig ist und ersatzlos weggelassen werden kann. Analog k�nnen Formeln der Form .Variable = FALSE eleganter als .NOT Variable geschrieben werden.

Beispiele

1. Bedingungen aus dem Mietspiegel und eine exemplarische Abbildung in der Steuertabelle
a) Es gibt 4 Merkmale in einer Klasse 1; das Vorhandensein von mindestens 2 Merkmalen f�hrt zu einem Zuschlag von 10%
Abbildung in der Steuertabelle:
1. Eigenschaft der Klasse 1: Zu-/Abschl�ge mit den Werten: Proz/Merk. = 10; MaxAn = 1
2. Programmcode in der Steuertabelle:
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0010 0010 MMKL = 1 AND MAPK < 2
0010 0020 MIGN TRUE
Ist die Zahl der Merkmale < 2, dann wird das Merkmal ignoriert. Der Eintrag MaxAn = 1 bewirkt, da� unabh�ngig von der Zahl der Merkmale (2, 3 oder 4 Merkmale) genau nur ein Zuschlag von 10% berechnet wird.
b) Es gibt 4 Merkmale in einer Klasse 2; ist mindestens 1 Merkmal der Klasse 2 und zus�tzlich ein weiteres Merkmal (Nummer 813) vorhanden, f�hrt dies zu einem Zuschlag von 16%
Abbildung in der Steuertabelle:
1. Eigenschaft der Klasse 2: Zu-/Abschl�ge mit den Werten: Proz/Merk. = 16; MaxAn = 1
2. Programmcode in der Steuertabelle:
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0020 0010 MKML = 813
0020 0020 XN01 XN01 + 1
0030 0010 XN01 = 0 AND MMKL = 2
0030 0020 MIGN TRUE
Ist das Merkmal 813 nicht vorhanden, dann werden alle Merkmale der Klasse 2 ignoriert. Der Eintrag MaxAn = 1 bewirkt, da� unabh�ngig von der Zahl der Merkmale der Klasse 2 genau ein Zuschlag von 16% erfolgt.
c) Es liegen 2 Abschlagmerkmale vor (Merkmal 811 -> Abschlag -17%, Merkmal 812 -> Abschlag -18%). Treten beide Merkmale gleichzeitig auf, dann betr�gt der Abschlag nicht -35% sondern -27%.
Abbildung in der Steuertabelle:
Jedes Merkmal bildet eine eigene Klasse mit dem entsprechenden Abschlag.
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0040 0010 MKML = 811 OR MKML = 812
0040 0020 XN01 XN01 +1
0050 0010 XN01 = 2 AND MKML = 811
0050 0020 MIGN TRUE
0060 0010 XN01 = 2 AND MKML = 812
0060 0020 MREL -27
Zun�chst wird �berpr�ft, ob beide Merkmale vorhanden sind, dann wird der Wert der Merkmals 811 ignoriert und der Wert des Merkmals 812 auf -27% (anstelle von -18%) gesetzt.
d) Zu der Klasse 6 geh�ren genau 6 Merkmale (Nummer 814, 815, 820, 823, 824, 825). Nur wenn das Merkmal 823 und das Merkmal 824 oder 825 vorhanden ist und genau 1 Merkmal 820 oder 814 oder 815 vorliegt, dann betr�gt der Zuschlag 8%. Sind aber bei den gleichen Vorbedingungen 2 oder 3 Merkmale 820, 814 oder 815 vorhanden, dann betr�gt der Zuschlag 17%.
Abbildung in der Steuertabelle:
1. Eigenschaft der Klasse 6: Zu-/Abschl�ge mit den Werten: Proz/Merk. = 8; MaxAn = 1
2. Programmcode in der Steuertabelle:
BlockNr ZeilenNr Variable Formel
0070 0010 TRUE
0070 0020 XN01 0
0070 0030 XN02 0
0070 0040 XN03 0
0080 0010 MKML = 823
0080 0020 XN01 XN01 + 1
0090 0010 MMKL = 6 AND XN01 = 0
0090 0020 MIGN TRUE
0100 0010 MKML = 824 OR MKML = 825
0100 0020 XN02 XN02 + 1
0110 0010 MMKL = 6 AND XN02 = 0
0110 0020 MIGN TRUE
0120 0010 MKML = 820 OR MKML = 814 OR MKML = 815
0120 0020 XN03 XN03 + 1
0130 0010 MMKL = 6 AND XN03 = 0
0130 0020 MIGN TRUE
0140 0010 MMKL = 6 AND XN03 > 1
0140 0020 MREL 17
In Block 0070 werden die Hilfsvariablen auf den Wert 0 zur�ckgesetzt. Die weiteren Bl�cke f�hren nur die notwendigen UND/ODER-Verkn�pfungen durch. Durch die Zuweisung MaxAn = 1 mu� nicht der Fall f�r XN03 = 1 gepr�ft werden.
2. Mietspiegel mit Wohnwertvorzeichen
Es sei folgender Mietspiegel gegeben: Neben den regul�ren Ausstattungsmerkmalen (mit Betragsangabe/qm) sind auch solche vorhanden, bei denen es nur darauf ankommt, ob sie positiv (wohnwerterh�hend) oder negativ (wohnwertmindernd) sind.
Diese Merkmale sind in die vier Gruppen (= Merkmalsklassen) eingeteilt und werden nach diesen Gruppen getrennt zusammengez�hlt:
�berwiegen in einer Gruppe die positiven Merkmale, wird ihr ein Gewicht von +25%, �berwiegen die negativen, ein Gewicht von -25% und im Falle der Gleichheit 0% zugeteilt. Diese Prozentwerte werden addiert, was einen Gesamtwert aus dem Bereich von -100% bis +100% liefert.
Dieser Gesamtwert bestimmt die Einordnung der Wohnung in die Mietspiegelspanne und damit die Basismiete gem�� dem Schema <100% Fachunterwert, 0% Fachmittelwert, +100% Fachoberwert>.
Zu dieser Basismiete werden dann dem �blichen Rechenweg folgend die Zu-/Abschlagsbetr�ge der regul�ren Ausstattungsmerkmale addiert, um die orts�bliche Vergleichsmiete zu erhalten.
Die Steuerungstabelle zu diesem Beispiel ist in Mietspiegel Nr. 001000 realisiert, wobei davon ausgegangen wird, das im Customizing die vier Gruppen als Merkmalsklassen 1 bis 4 angelegt wurden