Definition
Die Raten beziehungsweise die Taktzeiten bestimmen die Parameter für die Taktterminierung von Planaufträgen. Sie können diese Stammdaten im Liniendesign angeben.
Das Liniendesign unterscheidet die drei folgenden Raten und Taktzeiten, mit denen Sie Ihre Produktion genau planen können. Dabei ist die Taktzeit jeweils der Kehrwert der angegebenen Rate:
Mit dieser Taktzeit/Rate bestimmen Sie langfristig die maximale Mengenleistung der Fertigungslinie. Wenn Sie also im Zeitabstand der minimalen Taktzeit ein Material der Fertigungslinie zuführen, wird in diesem Zeitabstand jeweils ein Material fertiggestellt. Die Fertigungslinie erbringt die maximale Rate bzw. die maximale Produktionsmenge.
Diese Taktzeit gibt den Zeitabstand an, in dem einerseits ein Material der Fertigungslinie zugeführt wird und andererseits ein bearbeitetes Material die Fertigungslinie wieder verläßt. Sie legt also die Zeit fest, die zwischen der Fertigstellung von zwei Mengeneinheiten eines Erzeugnisses auf der Linie vergeht. Mit der geplanten Rate planen Sie kurz- bis mittelfristig die Produktionsrate für eine Periode. Sie können die geplante Rate manuell angeben oder in einer Abtaktung bestimmen.
Die operative Rate übersteuert die geplante Rate. Mit dieser Rate können Sie auf kurzfristige Bedarfs- oder Angebotsänderungen reagieren. Sie können zum Beispiel die geplante Rate für eine Schicht nach unten korrigieren, wenn einer Ihrer Mitarbeiter kurzfristig erkrankt ist. Die operative Rate/Taktzeit können Sie vom Sequenzplan oder vom Planungstableau aus ändern.
Raten |
Taktzeiten | |||
Bezeichnung |
Beispiel |
Bezeichnung |
Beispiel | |
Maximale Rate |
6 Stück pro Stunde |
= |
Minimale Taktzeit |
10 Minuten |
Geplante Rate |
5 Stück pro Stunde |
= |
Geplante Taktzeit |
12 Minuten |
Operative Rate |
4 Stück pro Stunde |
= |
Operative Taktzeit |
15 Minuten |
Die materialabhängige Rate übersteuert die geplante Rate für ein bestimmtes Material.
Materialabhängige Raten können Sie nur in einer Linienhierarchie ohne Abtaktung angeben. Sie geben die materialabhängige Rate in Relation zu der zeitunabhängigen, maximalen Rate der Fertigungslinie an und das System speichert diese Rate als Faktor ab. Bei der Terminierung multipliziert es diesen Faktor mit der zeitabhängigen geplanten Rate. Wenn Sie eine Linienhierarchie mit Abtaktung angelegt haben, können Sie die materialabhängigen Raten über den Modell-Mix in der Abtaktung angeben.
Verwendung
Mit Hilfe der Raten und Taktzeiten können Sie die Produktionsmengen einer Fertigungslinie sowohl langfristig als auch mittel- und kurzfristig planen. Wenn Sie lediglich eine maximale Rate angeben, sind die minimale, die geplante und die operative Taktzeit identisch. Mit der manuellen Angabe der geplanten Rate bzw. mit einer Abtaktung können Sie die Produktionsmenge für eine Periode verändern. Wenn sich Ihre Planung kurzfristig ändert, können Sie zusätzlich eine operative Rate angeben.
Bei der ratenbasierten Fertigung können Sie alle drei Raten in der Linienhierarchie angeben. Bei der taktbasierten Fertigung ermitteln Sie die geplante Rate über den Modell-Mix in der Abtaktung.

Wenn Sie mit der Sequenzplanung arbeiten, müssen Sie mindestens eine maximale Rate angeben.
Integration
Die Sequenzplanung berücksichtigt die Raten und Taktzeiten bei der taktbasierten und bei der ratenbasierten Fertigung. Sie können die maximale Rate als Basis der Taktterminierung verwenden:
Takt (Bearbeitungsstation) der Fertigungslinie verweilt, um dort bearbeitet zu werden. Damit ist also die Geschwindigkeit der Fertigungslinie konstant. Die Ausbringungsmenge können Sie dann über die geplante Rate regulieren. Das bedeutet, daß Sie nicht im Zeitabstand der minimalen Taktzeit ein Material auflegen und es Lücken auf der Fertigungslinie gibt.
Takt der Fertigungslinie verweilt und die Zeitabstände, in denen jeweils ein Material auf die Fertigungslinie aufgelegt wird. Die Geschwindigkeit der Fertigungslinie ist dann also zeitabhängig von der geplanten Rate.