Einsatzmöglichkeiten
Im Handel sind i.d.R. inhomogene Organisationsstrukturen anzutreffen. So bestehen etwa häufig Größenunterschiede zwischen den einzelnen Filialen. Manche Filialen bilden rechtlich selbständige Einheiten mit dem Status eines externen Kunden oder übernehmen z.B. die Funktion eines Großhändlers. All diese Teilbereiche müssen permanent über die für sie relevanten Neuerungen und Änderungen informiert werden. So benötigt die Filiale für ihre Sichtdisposition Informationen über die gelisteten Sortimente mit allen Daten (z.B. Warengruppe, Lieferant). Ferner macht es in vielen Fällen Sinn, dem Bestellenden Informationen über seine letzten Bestellungen und deren Realisierung zu geben, um mehr Sicherheit für die neue Bestellung zu erlauben. Auch sind unterschiedliche Medien und Verwaltungsformen erforderlich, wie z.B. Papier, Datenträgeraustausch oder Datenübertragung - und dies für alle Artikel, nur für Änderungen oder noch feiner differenziert.
Diese Funktion wird in SAP Retail durch die Sortimentsliste abgedeckt.
Funktionsumfang
Die genaue Ausprägung einer Sortimentsliste ist von der konkreten Unternehmenssituation abhängig. Darüber hinaus spielt sie in den einzelnen Handelsbereichen oft ganz unterschiedliche Rollen. So sind Sortimentslisten im Food-Bereich häufig differenzierter gestaltet als im Textil-Bereich. Im Großhandel übernehmen sie oft die Funktion eines Preiskatalogs.
Aus diesen Gründen können in der Grundeinstellung zur Sortimentsliste verschiedene Parameter festgelegt werden:
Das konkrete Aussehen einer Sortimentsliste kann so auf einfache und effektive Weise an die Unternehmensanforderungen angepaßt werden.
Integration
Üblicherweise wird die Sortimentsliste in Papierform ausgegeben. Daneben wird aber auch die Ausgabe als elektronische Nachricht für ein VWWS (Verteiltes Warenwirtschaftssystem) über den POS-Interface-Ausgang unterstützt.
Der Grundbestandteil der Sortimentsliste ist die Sortimentslistennachricht mit der Datenbeschaffung und -aufbereitung. Diese Nachricht beinhaltet die artikelbezogenen Daten. Sie kann nach der Aufbereitung direkt an andere Systeme verschickt werden. Diese Nachricht ist in Anlehnung an die Struktur der EDI-Nachrichten in einem SAP-IDoc (Intermediate Document) mit Segmenthierarchie und -wiederholung aufgebaut. Die Schnittstelle nach außen für andere Systeme ist also das Sortimentslisten-IDoc.
Siehe auch:
POS-Interface-Ausgang