Verwendung
Die Entscheidung, ob der Recovery Manager eingesetzt wird oder nicht, ob und, wenn ja, welche Sicherungsbibliothek verwendet wird, hängt im wesentlichen von der Sicherungsstrategie ab, mit der die Daten gesichert werden. Welche Strategie die geeignete ist, hängt wiederum von der Größe der Datenbank, vom täglichen Aufkommen an neuen bzw. geänderten Daten, von den verwendeten Sicherungsmedien und den Sicherheitsanforderungen ab.
Normale Sicherungen
Normale Sicherungen, d.h. gesamte oder partielle Sicherungen der Datenbank (
backup_mode = all|<Objektliste> ) wurden bisher mit BRBACKUP oder über die BACKINT-Schnittstelle mit einem externen Sicherungswerkzeug durchgeführt. Diese Sicherungen können ab Release 4.5A auch mit dem Recovery Manager durchgeführt werden. Vorteile des RMAN hinsichtlich der automatischen Erkennung von Datenbankblockfehlern, des geringeren Sicherungsvolumens und der Reduktion des Redo-Log-Aufkommens können somit genutzt werden.RMAN-Sicherungen ohne Sicherungsbibliothek können nur lokal auf Platte durchgeführt werden. Die Sicherung auf Platte wird vollständig über den Oracle Server-Prozeß abgewickelt. Die Daten auf der Platte sind dabei 1:1-Kopien der Datenbankdateien. Eine normale Sicherung mit RMAN auf eine Remote-Platte ist nicht möglich. Bei RMAN-Sicherungen auf Bandstationen wird zusätzlich eine Sicherungsbibliothek benötigt, u.a. um über eine Bandverwaltung zu verfügen.
Inkrementelle Sicherungen mit RMAN
Mit Release 4.5A unterstützt BRBACKUP inkrementelle Sicherungen der Datenbank mit RMAN. Der Oracle Recovery Manager bietet viele verschiedene Arten inkrementeller Sicherungen (mehrere Levels, kumulativ oder nicht kumulativ). Die Integration des RMAN in BRBACKUP beschränkt sich auf kumulative inkrementelle Sicherungen des Levels 1, wodurch im Recovery-Fall höchstens eine inkrementelle Sicherung eingespielt werden muß. Im Gegensatz zu einer Vollsicherung werden bei einer inkrementellen Sicherung lediglich die Änderungen in Bezug auf eine vorherige Vollsicherung gesichert. Dadurch wird das zu sichernde Datenvolumen deutlich reduziert. Empfehlenswert ist diese Strategie besonders für große Datenbanken.
Eine inkrementelle Sicherung benötigt eine vorangegangene Referenzsicherung, die sogenannte Vollsicherung der Datenbank (Level 0). RMAN sichert dabei alle bereits benutzten Oracle-Datenbankblöcke. Die folgende inkrementelle Sicherung (Level 1) der Datenbank sichert alle Oracle-Datenbankblöcke, die sich seit der letzten Vollsicherung (Level 0) geändert haben. Dabei werden immer die Änderungen in der gesamten Datenbank berücksichtigt.
Inkrementelle Sicherungen (Level 1) sind nur über RMAN durchführbar. Für die Vollsicherung (Level 0) gibt es zusätzlich die Möglichkeit, diese mit BRBACKUP oder einem externen Sicherungswerkzeug über BACKINT durchzuführen. BRBACKUP katalogisiert die Sicherung anschließend automatisch als Level 0 - Sicherung.

Da zur Feststellung, ob ein Block bereits benutzt bzw. geändert wurde, die lesenden Zugriffe auf die Datenbank nicht geringer sind als bei einer Sicherung ohne RMAN, kann es sein, daß die erhoffte Reduzierung der Sicherungszeit durch inkrementelle Sicherungen nicht eintritt. Ein deutlicher Effekt tritt nur dann auf, wenn die Bandstationen relativ langsam sind und der Durchsatz der Bandstationen der limitierende Faktor ist.
Aus Sicherheitsgründen sollte bei Nutzung der inkrementellen Sicherungsstrategie eine ausreichend lange Sperrfrist der Bänder (mindestens 28 Tage) gewählt werden, so daß mehrere Generationen von Vollsicherungen verfügbar sind. Die Offline-Redo-Log-Dateien sollten den Zeitraum bis zur ältesten Vollsicherung abdecken (gleiche Sperrfrist der Bänder) und weiterhin täglich gesichert werden.
Funktionsumfang
Vollsicherung (Full, Level 0)
Inkrementelle Sicherung (Incr, Level 1)
Aktivitäten
Ein inkrementelles Sicherungsszenario könnte folgendermaßen aussehen:
Welche Werkzeuge für die Realisierung dieser Sicherungsstrategie verwendet werden, hängt von den spezifischen Bedingungen des Endanwenders ab wie z.B. Sicherungsmedien, Datenvolumen etc.
Weitere Informationen über inkrementelle Sicherungen finden Sie in der Oracle8-Dokumentation.