Die Datenträgersperrfrist wird über den
init<DBSID>.sap -Parameter expir_period in Tagen definiert (siehe expir_period).
expir_period = 2
bedeutet, daß ein Datenträger (Band) erst am zweiten Tag nach Einlegen und Benutzen des Bandes erneut beschrieben werden kann. Nutzen Sie z.B. ein Band am Montag, kann es erst wieder am Mittwoch für eine andere Sicherung verwendet werden.Der Startzeitpunkt von BRBACKUP/ BRARCHIVE bestimmt den ersten Tag der Sperre für alle bei dieser Sicherung benutzten Datenträger. Der Zeitpunkt der Initialisierung des Datenträgers spielt also keine Rolle.
Die Sperrfrist läuft immer um Mitternacht (0.00 Uhr) ab, wenn der letzte Tag der Sperrung erreicht ist.

Wenn Sie eine Sperrfrist von 0 Tagen einstellen, bedeutet das, daß die Datenträger nicht gesperrt sind. Die Datenträger können also noch am selben Tag überschrieben werden. Bitte beachten Sie diese Gefahr und stellen Sie
SAP empfiehlt eine Sperrfrist von mindestens 14 Tagen, besser sind z.B. 28 oder 30 Tage (Vorschlagswert).
Ausschlaggebend dafür, ob ein Datenträger gesperrt ist oder nicht, ist der aktuelle Wert des Parameters
expir_period , nicht dessen Wert bei Durchführen der Sicherung. Die Sicherungsdatenträger sind also n Tage ab dem letzten Beschreiben gesperrt, wobei n der aktuelle Wert von expir_period ist. Wenn der Wert von expir_period geändert wird, ändert sich automatisch die Sperrfrist aller Datenträger.
Datenträger können physisch oder logisch gesperrt sein. Maßgebend für eine physische Sperre ist das im Datenträgerkennsatz enthaltene Datenträgererstellungsdatum, das während des Schreibens des Datenträgerkennsatzes festgelegt wurde (bei Start einer Sicherung auf diesen Datenträger). Ein Datenträger ist physisch gesperrt, wenn bei der Überprüfung des Datenträgerkennsatzes festgestellt wird, daß die Sperrfrist für den Datenträger noch nicht abgelaufen ist, d.h. der Zahlenwert des aktuellen Datums ist kleiner als die Summe aus dem im Datenträgerkennsatz gespeicherten Datenträgerbeschreibungsdatum und
expir_period .Maßgebend für eine logische Sperre ist die interne Information in den BRARCHIVE-/ BRBACKUP-Protokollen. Die Protokolle werden immer erst dann fortgeschrieben, wenn eine Datenbankdatei erfolgreich gesichert wurde. Ein Datenträger ist logisch gesperrt, wenn sich beim Überprüfen des Datenträgers durch die automatische Datenträgerverwaltung herausstellt, daß für den Datenträger die intern gespeicherte Sperrfrist noch nicht abgelaufen ist, d.h. der Zahlenwert des aktuellen Datums ist kleiner als die Summe aus dem in den BRBACKUP-/ BRARCHIVE-Protokollen gespeicherten Datenträgererstellungsdatum und
expir_period . Unter Umständen kann eine Diskrepanz zwischen der physischen und der logischen Sperre entstehen.Beispiel 1
Bei einer Sicherung wurde der Datenträgerkennsatz erfolgreich auf den Datenträger geschrieben, aber die Sicherung selbst abgebrochen bevor die erste Datenbankdatei auf den Datenträger gesichert wurde.
Dieser Datenträger ist also physisch gesperrt, jedoch nicht logisch. Er wird also durch die automatische Datenträgerverwaltung aus der entsprechenden Liste (
volume_backup oder volume_archive ) ausgewählt, aber bei der physischen Datenträgerkennsatzprüfung abgewiesen. Um die physische Sperre aufzuheben, kann der Datenträger neu initialisiert werden (mit demselben Namen):Sie sollten für diesen Vorgang nicht die Option
-i force benutzen, da dadurch die im Datenträgerkennsatz gespeicherte Datenträgernutzungszahl verloren geht.Beispiel 2
Ein Datenträger wurde neu initialisiert bevor die Sperrfrist abgelaufen ist (z.B. mit der Option
-i force ). Der Datenträger ist also physisch nicht mehr gesperrt, Allerdings wird er durch die automatische Datenträgerverwaltung nicht ausgewählt, da er noch logisch gesperrt ist. Wenn Sie diesen Datenträger trotzdem nutzen wollen ( d.h. bevor die logische Sperre abgelaufen ist), können Sie die automatische Datenträgerverwaltung temporär ausschalten, z.B. durch den Aufruf brbackup|brarchive -v SCRATCH und dann diesen Datenträger in das Sicherungsgerät einlegen.