Partielles Zurückladen und vollständige Wiederherstellung 
Verwendung
Die Funktion Partielles Zurückladen und vollständige Wiederherstellung (Partial restore and complete recovery) ermöglicht die konsistente Wiederherstellung der Datenbank (z.B. nach einem Festplattendefekt) bis zum Zeitpunkt des Ausfalls der Datenbank. Sie können diese Funktion bei dem Verlust einiger weniger Datendateien, in Sonderfällen auch aller Datendateien, verwenden.
Voraussetzungen
Zusätzlich zu den BRBACKUP-/ BRARCHIVE-Protokollen und den Sicherungen der Datendateien müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

Wenn die aktuellen Redo-Log-Dateien und Steuerdateien nicht mehr vorhanden sind, können Sie diese mit der SAPDBA Restore/Recovery-Funktion Restore individual file(s) zurückladen. Weitere Informationen finden Sie unter
Funktionsumfang
Die Funktion Partielles Zurückladen und vollständige Wiederherstellung unterstützt Sie bei folgenden Szenarien:
Szenario 1
Alle zur Wiederherstellung der Datenbank notwendigen Daten- und Redo-Log-Dateien sind vorhanden.

Nach einem Ausfall der Datenbank (z.B. Festplattendefekt) werden im ersten Schritt die fehlenden bzw. defekten Datendateien zurückgeladen. Im zweiten Schritt wird die Datenbank durch das Einspielen der Redo-Log-Dateien bis zum Ausfallzeitpunkt wiederhergestellt.
Szenario 2
Die zur Wiederherstellung der Datenbank notwendigen Datendateien und Redo-Log-Dateien sind vorhanden, die Datendateien befinden sich in unterschiedlichen Sicherungen.

Nach einem Ausfall der Datenbank (z.B. Festplattendefekt) wird im ersten Schritt ein Teil der fehlenden bzw. defekten Datendateien von Sicherung A zurückgeladen. Im zweiten Schritt wird der Rest der noch fehlenden bzw. defekten Datendateien von Sicherung B zurückgeladen. Im dritten Schritt werden die Redo-Log-Dateien ab dem Zeitpunkt der Sicherung A eingespielt und die Datenbank bis zum Ausfallzeitpunkt wiederhergestellt.
Szenario 3
Alle zur Wiederherstellung der Datenbank notwendigen Daten- und Redo-Log-Dateien sind vorhanden (inkrementelle Sicherungsstrategie).

Dieses Szenario setzt die inkrementelle Sicherungsstrategie voraus. Nach einem Ausfall der Datenbank (z.B. Festplattendefekt) werden im ersten Schritt die fehlenden bzw. defekten Datendateien aus einer Vollsicherung zurückgeladen. Im zweiten Schritt wird die letzte inkrementelle Sicherung der Datenbank zurückgeladen. Durch das Einspielen der Redo-Log-Dateien bis zum Ausfallzeitpunkt wird die Datenbank im dritten Schritt wiederhergestellt.

Durch die Verwendung von inkrementellen Sicherungen können Sie die Zeit verkürzen, die zur Wiederherstellung der Datenbank notwendig ist.
Szenario 4
Alle zur Wiederherstellung der Datenbank notwendigen Datendateien und Redo-Log-Dateien sind vorhanden (inkrementelle Sicherungsstrategie); zwischen der Vollsicherung und dem Ausfall der Datenbank wurde die Struktur der Datenbank geändert.

Nach einem Ausfall der Datenbank (z.B. Festplattendefekt) werden im ersten Schritt die fehlenden bzw. defekten Datendateien aus einer Vollsicherung zurückgeladen. Im zweiten Schritt werden die bei der Strukturänderung angelegten Datendateien aus der letzten inkrementellen Sicherung der Datenbank zurückgeladen. Im dritten Schritt wird die letzte inkrementelle Sicherung zurückgeladen. Durch das Einspielen der Redo-Log-Dateien bis zum Ausfallzeitpunkt wird die Datenbank im vierten Schritt wiederhergestellt.

Führen Sie nach einer Strukturänderung (z.B. einer Tablespace-Erweiterung) stets eine Sicherung der betreffenden Datendateien durch.
Aktivitäten
Die Funktion Partielles Zurückladen und vollständige Wiederherstellung kann im SAPDBA-Menü sowohl
manuell als auch automatisch gestartet werden. Sie führt eine Folge von aufeinander aufbauenden Schritten durch:
SAPDBA prüft, daß die Reihenfolge der Schritte einhalten wird. Ein Schritt kann erst dann abgearbeitet werden, wenn der vorangehende Schritt den Status finished oder not needed besitzt. Einen bereits abgearbeiteten Schritt (z.B. Status not finished) können Sie bei Bedarf nochmals aufrufen. Folgende Status der Schritte sind möglich:
Der Ablauf der Schritte wird entsprechend den Voraussetzungen dynamisch generiert; so wird z.B. das Zurückladen der Offline-Redo-Log-Dateien ausgeblendet (Status not needed), wenn die Wiederherstellung mit den Online-Redo-Log-Dateien möglich ist.
Das SAPDBA-Menü Partial restore and complete recovery besitzt folgende Einträge:
|
Status | ||
a |
- Check database |
not finished |
b |
- Find backup files |
not finished |
c |
- Restore backup files |
not finished |
i |
- Find incr. backup (nur bei manueller Wiederherstellung) |
not finished |
j |
- Restore incr. backup (nur bei manueller Wiederherstellung) |
not finished |
d |
- Find offline redo logs |
not finished |
e |
- Restore offline redo logs |
not finished |
f |
- Recover database |
not finished |
g |
- Automatic recovery |
|
h |
- Options |
|
q |
- Return |

Die Menü-Einträge Find incr. backup und Restore incr. backup sind nur dann sichtbar, wenn im Menüpunkt Options die Wiederherstellung mit inkrementellen Sicherungen selektiert wurde.
Im Menüpunkt Options können Sie die Wiederherstellung entsprechend Ihren individuellen Gegebenheiten anpassen. Wählen Sie

Nach der Wiederherstellung mit Index-Reorganisation sollten Sie aus Sicherheitsgründen stets eine Sicherung der Datenbank vornehmen.