Stoppen des Datenbanksystems 

Sie können mittels SAPDBA sowohl ORACLE-Datenbanken mit einer Instanz (Nicht-OPS-Konfiguration) als auch Datenbanken mit mehreren parallelen Instanzen (OPS-Konfiguration) stoppen.

Nicht-OPS-Konfiguration

Wählen Sie über das Eingangsmenü des SAPDBA Startup/Shutdown instance ® Shutdown... . Sie können das Datenbanksystem in einem der folgenden Modi beenden:

SAPDBA führt kein shutdown durch, solange folgendes zutrifft:

Der Shutdown-Prozeß kann einige Minuten dauern, wenn das Datenbanksystem noch mit der Sicherung einer Online-Redo-Log-Datei ins Archivierungsverzeichnis (Prozeß ARCH sichert gerade diese Online-Redo-Log-Datei) beschäftigt ist.

Wenn Sie die Datenbankinstanz mit shutdown immediate schließen, wird die Verbindung zu allen Datenbankbenutzern nach Abarbeitung ihres aktuellen Befehls unterbrochen. Das ORACLE-Datenbanksystem sorgt dafür, daß offene Transaktionen abgebrochen und zurückgerollt werden.

Der Zustand der heruntergefahrenen Datenbankinstanz (mit shutdown normal oder shutdown immediate ) ist konsistent und benötigt somit bei weiterem normalen Betrieb der Datenbanksystems keine Wiederherstellung beim nächsten Hochfahren der Datenbankinstanz.

Das Stoppen des R/3-Systems vor dem Datenbanksystem beendet die Hintergrund-Prozesse, die zum R/3-System gehören. Ob es noch weitere Hintergrund-Prozesse anderer Benutzer der Datenbankinstanz gibt, können Sie durch Eingabe des folgenden Befehls (betriebssystemspezifisch, hier ein UNIX-Beispiel) feststellen:

BS> ps -eaf | grep ora

Wenn das Datenbanksystem beendet ist, sollte es keine "ora*"-Prozesse mehr geben. Wenn noch Hintergrund-Prozesse existieren, sollten Sie sie beenden, um Probleme bei Reorganisationen und anderen Operationen zu vermeiden (verwenden Sie z.B. das UNIX-Kommando kill <Prozeßnummer> ).

End backup: Während der Shutdown-Prozedur führt SAPDBA das Kommando ALTER TABLESPACE END BACKUP für alle betroffenen Tablespaces durch. Dadurch werden alle Tablespaces beim Shutdown in einen konsistenten Zustand gebracht. Dies geschieht für den Fall, daß Tablespaces mit ALTER TABLESPACE BEGIN BACKUP für die Sicherung vorbereitet, aber noch nicht mit END BACKUP freigegeben wurden. Das Datenbanksystem würde sonst beim nächsten Systemstart verlangen, daß Sie die betroffenen Tablespaces wiederherstellen.

Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind, versuchen Sie immer zuerst, das Datenbanksystem mit shutdown immediate zu stoppen, bevor Sie shutdown abort verwenden. Im allgemeinen wird shutdown abort nur bei ernsten Problemen eingesetzt, wie z.B. bei Datenverlust im Zusammenhang mit Plattenproblemen oder anderen Problemen im Zusammenhang mit Datenträgern.

Mit shutdown abort wird die Datenbankinstanz ohne Rücksicht auf laufende Transaktionen sofort angehalten. Der Zustand des gestoppten Datenbanksystems ist dann inkonsistent.

Verwenden Sie daher shutdown abort nicht für den Versuch, die Datenbankinstanz schnell zu stoppen, wenn das auch mit shutdown immediate möglich ist. Nach einem shutdown abort wird beim nächsten Starten der Datenbankinstanz sofort eine automatische Wiederherstellung der ORACLE-Instanz (Instance Recovery) durchgeführt. Dabei werden die bei erfolgreich beendeter Transaktion geänderten Daten automatisch in die Datendateien übernommen, die Datenänderungen abgebrochener Transaktionen gehen jedoch verloren. Diese automatische Wiederherstellung kann den nächsten Startvorgang der Datenbankinstanz erheblich verzögern. Insgesamt ist dann das Stoppen und Starten der Datenbankinstanz wesentlich langwieriger als ein shutdown immediate und Starten der Datenbankinstanz.

OPS-Konfiguration

Wählen Sie über das Eingangsmenü des SAPDBA Startup/Shutdown instance ® Shutdown.... Beachten Sie die Statusangaben. Sie können wahlweise alle Instanzen (Shutdown all instances (normal/immediate/abort)) oder eine mittels Select remote/local instance ausgewählte Instanz stoppen (Shutdown selected instance...). Auch in diesen Fällen können Sie zwischen den oben beschriebenen Möglichkeiten Shutdown normal/immediate/abort wählen.