Verarbeitungsverzögerungen bei Ausgabeaufträgen analysierenMit dem folgenden Verfahren können Sie ermitteln, warum ein Ausgabeauftrag nicht vom SAP-Spool-System verarbeitet wurde. In der Regel sollte das Spool-System die Ausgabeaufträge innerhalb weniger Sekunden verarbeiten und weiterleiten.
Analyse der Verarbeitungsverzögerungen

Überprüfen Sie den Status des Message-Servers: Wenn in der Ausgabesteuerung zahlreiche Spool-Aufträge mit dem Status wartet
angezeigt werden, liegt eventuell ein Problem mit den Kommunikationswegen im SAP-System vor. Sie sollten überprüfen,
ob der Message-Server im SAP-System ordnungsgemäß arbeitet.
Sie überprüfen den Message-Server mit dem Control Panel
des Computing Center Management Systems () oder mit Transaktion SM51. Wenn der Message-Server korrekt arbeitet:
sollte der Dienst "Message Server" für einen der Anwendungsserver aufgeführt werden
können Sie Details zu allen Servern des SAP-Systems anzeigen
Überprüfen Sie den Status des Spool-Workprozesses: Bei Status wartet
liegt eventuell ein Problem mit dem Spool-Workprozeß vor, der dem Ausgabegerät zugeordnet ist.
Gehen Sie folgendermaßen vor:
Ermitteln Sie, an welchen Drucker der Ausgabeauftrag gesendet wurde.
Markieren Sie in der Ausgabesteuerung den betreffenden Auftrag und wählen Sie
.
Der Druckername wird im Feld Ausgabegerät
angezeigt.
Stellen Sie fest, welcher Spool-Workprozeß für den Drucker zuständig ist.
Wählen Sie .
Geben Sie in das Feld Ausgabegeräte auf der Registerkarte Geräte und Server den Drucker ein, an den der Ausgabeauftrag gesendet wurde. Zeigen Sie die Definition an, und stellen Sie fest, welcher SAP-Anwendungsserver im Feld Aufbereitungsserver
angezeigt wird.
Wenn in Ihrem SAP-System nur ein Spool-Server eingerichtet ist, können Sie diesen Schritt überspringen.
Zeigen Sie mit dem System-Monitor des Computing Center Management Systems oder mit Transaktion SM51 die Anwendungsserver in Ihrem SAP-System an.
Vergewissern Sie sich, daß der im Feld Aufbereitungsserver
angegebene
Anwendungsserver läuft und den Dienst Spool
bereitstellt. Wenn der Server nicht läuft oder der Dienst Spool
nicht aktiv ist, haben Sie die Ursache des Problems gefunden.
Starten Sie den Server neu, falls erforderlich. Verwenden Sie die CCMS-Funktionen zur Definition von SAP-Servern (Instanzen) und zur Einrichtung von Betriebsarten, um sicherzustellen, daß der Spool-Dienst immer auf diesem Server aktiv ist.
Wenn der Spool-Server läuft und der Spool-Dienst aktiv ist, überprüfen Sie den Spool-Workprozeß.
Rufen Sie Transaktion SM51 auf, markieren Sie den Spool-Server, und wählen Sie Prozesse
. Suchen Sie in der Prozeßübersicht
den Spool-Workprozeß (Typ SPO), und notieren Sie sich den Namen des aktiven Benutzers.
Benutzer SAPSYS ist aktiv: Dies bedeutet, daß der Spool-Workprozeß gerade interne Spool-Aktivitäten ausführt oder den Status eines Ausgabeauftrags von einem Host-Spool-System abfragt.
Wählen Sie mehrere Male hintereinander CPU
,
um die CPU-Zeit zu ermitteln, die der Spool-Workprozeß beansprucht. Wenn stets die gleiche CPU-Zeit angezeigt wird, wartet der Spool-Workprozeß vermutlich darauf, daß eine Statusabfrage durch Zeitüberschreitung abgebrochen wird. Dies ist wahrscheinlich die Ursache für die verzögerte Verarbeitung des Ausgabeauftrags.
Muß der Spool-Workprozeß länger als 15 Sekunden auf eine Antwort warten, verzeichnet er dieses Problem im Systemprotokoll. Sie können daher anhand des Systemprotokolls feststellen, bei welchen Geräten chronische Kommunikationsprobleme auftreten.
Wenn der Spool-Workprozeß eine Statusabfrage durchführt, das Zielhostsystem jedoch nicht sofort antwortet, muß der Spool-Workprozeß darauf warten, daß die Statusabfrage durch eine Zeitüberschreitung abgebrochen wird. In den Einstellungen für die Spool-Abfrage im SAP-Systemprofil wird festgelegt, wie lange der Spool-Workprozeß auf die Zeitüberschreitungsmeldung von der Netzwerksoftware warten muß. Die Zeitspanne kann eine Minute oder länger betragen. Während der Wartezeit kann der Spool-Workprozeß keine anderen Ausgabeaufträge verarbeiten.
Wenn der Spool-Workprozeß länger als 30 Sekunden auf eine Antwort warten muß, sperrt er das Ausgabegerät fünf Minuten lang und fährt mit der Verarbeitung der anderen Ausgabeaufträge fort. Nach Ablauf der fünfminütigen Sperrfrist versucht der Spool-Workprozeß erneut, die Verbindung herzustellen. Die gleichen Richtlinien werden zur Begrenzung der Wartezeit verwendet.
Wenn es sich beim Spool-Server um ein UNIX-System handelt und für den Drucker die Koppelart L gewählt wurde, können Sie ermitteln, auf welchen Drucker die Abfrage sich bezieht. Melden Sie sich beim UNIX-System an, und stellen Sie mit dem Befehl ps fest, ob der Spool-Workprozeß
einen LPW- oder LPSTAT-Prozeß für die Abfrage ausgelöst hat. Die ps-Anzeige für den Tochterprozeß zeigt das Zielsystem sowie den Drucker der Abfrage. Die PID (Prozeß-ID) des Spool-Workprozesses wird in der Prozeßübersicht angezeigt. Sie rufen die Prozeßübersicht auf, indem Sie Transaktion SM51 und anschließend Prozesse
wählen.
Der Spool-Workprozeß verzeichnet Druckerabfragen mit langer Laufzeit auch im SAP-Systemprotokoll. Wenn Sie das Zielsystem und den Drucker einer Abfrage nicht mit Hostsystembefehlen feststellen können, überprüfen Sie, ob im SAP-Systemprotokoll eine Zeitüberschreitungsmeldung aufgezeichnet wurde. Diese Meldung gibt auch Zielhostsystem und Drucker an.
Sobald Sie wissen, welches Hostsystem und welcher Drucker für die Zeitüberschreitung verantwortlich sind, überprüfen Sie den Status des Zielhostsystems und der Netzwerkverbindung zum Hostsystem. Die Zeitüberschreitung läßt darauf schließen, daß entweder das Hostsystem nicht aktiv ist oder die Netzwerkverbindung zum Hostsystem nicht ordnungsgemäß funktioniert.
Wenn dieses Problem wiederholt auftritt, sollten Sie die Statusabfrage für dieses Ausgabegerät in der Ausgabegerätedefinition deaktivieren.
Ein regulärer Benutzer des Systems ist aktiv. Dies zeigt an, daß der Spool-Workprozeß einen Ausgabeauftrag des Benutzers verarbeitet. In den folgenden drei Fällen kann die Verarbeitung anderer Ausgabeaufträge verzögert werden:
Der Spool-Workprozeß verarbeitet einen umfangreichen Ausgabeauftrag und/oder sendet die Ausgabe an einen langsamen Kommunikationspartner. Ein langsamer Kommunikationspartner ist beispielsweise ein Hostsystem in einem langsamen WAN oder ein Drucker mit Netzwerkkarte, auf der der Spool-Workprozeß direkt läuft (nicht über einen externen Druckerserver).
Sie können dies in der Ausgabesteuerung überprüfen. Markieren Sie alle Aufträge, die das heutige Datum haben, und wählen Sie . Das Spool-System sortiert die Spool-Aufträge daraufhin nach ihren Status. Wenn zahlreiche Spool-Aufträge den Status wartet haben, kann dies bedeuten, daß der Spool-Workprozeß überlastet ist und sich eine Warteschlange gebildet hat. Sie können auch den Ausgabeauftrag überprüfen, der gerade verarbeitet wird. Wenn er sehr viele Seiten umfaßt, hat er eventuell eine vorübergehende Geschwindigkeitseinbuße bei der Druckabwicklung verursacht.
Mehrere Ausgabeaufträge wurden in die Verarbeitungswarteschlange des Spool-Workprozesses eingereiht. Wenn dieses Problem häufig auftritt und Sie über mehrere SAP-Anwendungsserver verfügen, sollten Sie einen weiteren Spool-Workprozeß auf einem anderen Server einrichten. Weisen Sie dann Ihre Drucker einem der beiden Spool-Workprozesse zu, um die anfallenden Ausgabeaufträge gleichmäßig zu verteilen.
Der Spool-Workprozeß hat versucht, einen Ausgabeauftrag an ein Hostsystem zu senden, und wartet jetzt auf eine Zeitüberschreitung. Eine genaue Beschreibung dieses Problems finden Sie unter "Benutzer SAPSYS ist aktiv".
Der Spool-Workprozeß befindet sich im Ruhezustand (Status wartet
in der Prozeßübersicht). Eventuell hat der Spool-Workprozeß die Verarbeitung des Ausgabeauftrags abgeschlossen, während Sie die Transaktion SM51 gestartet haben.
Hinweis
In manchen Fällen arbeitet der Spool-Workprozeß auch mit dem Programm RSPOWP00, d. h. mit interner Spool-Verarbeitung. Sie sollten den Ablauf dieses Programms nicht unterbrechen.
Wenn in Ihrem Spool-System häufig Verarbeitungsverzögerungen auftreten und/oder die Spool-Workprozesse oft auf Zeitüberschreitungen warten müssen, sollten Sie eventuell die Entwickler-Trace aktivieren.
Sie aktivieren die Entwickler-Trace, indem Sie im Systemprofil die Option rdisp/TRACE setzen oder indem Sie die Option TRACE in die Befehlszeile einfügen, mit der der SAP-Anwendungsserver gestartet wird. Die Befehlszeilen sind in den SAP-Startprofilen definiert. Weitere Einzelheiten hierzu finden Sie unter Trace-Funktionen und in den Abschnitten zur Profilpflege in der Dokumentation zum Computing Center Management System.
Die Informationen in den Entwickler-Traces sind äußerst technisch; sie sollten es Ihnen oder einem Berater jedoch ermöglichen, das Hostsystem und den Drucker zu ermitteln, die die Probleme verursachen.