Statische und dynamische Serverwahl
Bei der statischen Serverwahl gibt die Gerätedefinition im Spool-System den SAP-Aufbereitungsserver an, der die Ausgabeaufträge für das Gerät verarbeiten soll.
Die statische Serverwahl tritt in folgenden Fällen in Kraft:
Sie haben für den Aufbereitungsserver in der Transaktion SPAD ( keine spezielle Serverdefinition angelegt.
Sie haben den Server in der Transaktion SPAD definiert und/oder klassifiziert, aber die Felder Abbildung
und Alternativserver
nicht ausgefüllt.
Auf diese Weise können Sie die Klassifizierungs- und Identifizierungsattribute von Aufbereitungsservern nutzen, ohne die Reihenfolgentreue zu gefährden
Im Standard ist die Wahl eines Aufbereitungsservers statisch, d. h. sie wird durch die Angabe des Aufbereitungsservers in der Gerätedefinition bestimmt.
Über die Serverdefinition in der Transaktion SPAD () können Sie die Wahl eines Aufbereitungsservers
dynamisch
über Lastausgleich, Alternativserver oder beides erfolgen lassen. Dabei sucht das System bei Ausfall oder Überlastung des Aufbereitungsservers die Hierarchien der Server durch, die in den Feldern Abbildung
und Alternativserver
angegeben sind.
Der Server mit der geringsten Ausgabelast wird dann zum Ausdruck verwendet.
Die dynamische Serverwahl kann den Lastausgleich oder einfach die Verwendung logischer oder alternativer Server beinhalten. Wenn Sie die dynamische Serverwahl aktivieren, wird die Wahl des Aufbereitungsservers, der einen Ausgabeauftrag verarbeitet, nicht allein durch die Gerätedefinition bestimmt. Damit die Serverwahl dynamisch erfolgt, muss der Server in der Transaktion SPAD () definiert sein und eine der folgenden Bedingungen zutreffen:
Für den in der Gerätedefinition genannten Server ist Lastausgleich aktiviert.
Für den Server in der Gerätedefinition ist ein Alternativserver angegeben.
Für den Aufbereitungsserver in der Gerätedefinition des Ausgabegeräts ist ein logischer Server angegeben.
Während bei der statischen Serverwahl einfach der in der Gerätedefinition angegebene Aufbereitungsserver verwendet wird, muss das System bei der dynamischen Serverwahl den Aufbereitungsserver mit der geringsten Ausgabelast finden. Wie das System dabei vorgeht, zeigt die folgende Abbildung:

Wie bei der statischen Serverwahl sucht das Spool-System zunächst in der Definition des Zielausgabegeräts nach dem Primäraufbereitungsserver. Wenn für diesen in der Transaktion SPAD () eine Definition angelegt wurde, verwendet das Spool-System den unten beschriebenen Algorithmus, um den zu verwendenden Aufbereitungsserver zu bestimmen.
Beachten Sie, dass dieser Serverwahlalgorithmus rekursiv ist. Wenn das Spool-System die Hierarchien des in der Definition angegebenen logischen Servers (Transaktion SPAD ) und des Alternativservers (Feld Alternativ-Server
) durchgeht, wendet es diese Regel bei jeder neuen Ebene der Hierarchie erneut an.
Ausgangsprüfung: Sind in der Aufbereitungsserverdefinition relevante Informationen enthalten? Wenn der Aufbereitungsserver kein logischer Server ist und keinen Alternativserver hat, wird der in der Gerätedefinition angegebene Server verwendet. In diesem Fall ist die Serverwahl statisch.
Erscheint dieses Ergebnis, während eine Aufbereitungsserverhierarchie durchsucht wird, wird dieser Server (falls er aktiv ist) als potentieller Server für die Verarbeitung des Ausgabeauftrags angezeigt. Es ist der letzte Knoten in einer solchen Hierarchie.
Ist der Lastausgleich für diesen Server aktiviert?
Wenn ja, durchsucht das Spool-System sowohl die Definition des logischen Servers als auch die Alternativserver-Definition (sofern verfügbar) nach dem Aufbereitungsserver, der die geringste Anzahl an wartenden Spoolaufträgen aufweist.
Falls sowohl ein logischer Server als auch ein Alternativserver definiert wurden, vergleicht das Spool-System die beiden in den Hierarchien gefundenen besten Server. Der Server mit der geringsten Ausgabelast wird als Suchergebnis angezeigt, unabhängig davon, in welcher Hierarchie er gefunden wurde.
Ist der Lastausgleich nicht aktiviert, überprüft das Spool-System, ob es sich bei dem Server um einen logischen Server handelt.
Wenn ja, durchsucht das Spool-System die Hierarchie des logischen Servers (Feld Abbildung
) nach dem
zu verwendenden Aufbereitungsserver. Wenn das Spool-System einen aktiven Aufbereitungsserver findet, wird dieser Server verwendet. Wenn nicht, durchsucht das Spool-System die Alternativserver-Hierarchie (sofern vorhanden). Wird hier ein aktiver Server gefunden, wird dieser verwendet.
Das Spool-System verwendet den ersten aktiven Aufbereitungsserver, den es findet. Es wird nicht versucht, die Ausgabelast unter den verfügbaren Servern zu verteilen.
Wenn der Server kein logischer Server ist, überprüft das Spool-System, ob der Server läuft und einen Spool-Workprozess aufweist. Ist dies der Fall, wird der Server für die Verarbeitung des Ausgabeauftrags verwendet.
Sind die Bedingungen nicht erfüllt, überprüft das Spool-System, ob ein Alternativserver für den Server definiert ist.
Ist eine Alternativserver-Definition vorhanden, durchsucht das Spool-System die Alternativserver-Hierarchie nach einem Aufbereitungsserver für die Verarbeitung des Ausgabeauftrags.
Wenn all diese Möglichkeiten zur Auffindung eines Aufbereitungsservers erfolglos bleiben, meldet das Spool-System einen Fehler mit dem Ausgabeauftrag. Es konnte kein Aufbereitungsserver für die Verarbeitung des Auftrags gefunden werden.
Ein ausführliches Beispiel zur Serverwahl finden Sie im Abschnitt Beispiel für Aufbereitungsserverwahl.
Sie können die dynamische Serverwahl ohne Einschränkungen nur für Ausgaberäte verwenden, die mit den Fernkoppelarten S und U oder mit der OMS-Koppelart E definiert sind. Der Grund hierfür ist, dass das SAP-System auf entfernt stehende Drucker über eine Netzwerkverbindung zugreift. Diese Netzwerkverbindung kann im Normalfall ohne Änderungen von jedem Aufbereitungsserver verwendet werden. Ausgabeaufträge für einen entfernt stehenden Drucker können somit problemlos von einem Aufbereitungsserver zu einem anderen bewegt werden.
Auf OMS-Drucker (OMS=Output Management System) wird über einen Druckbefehl zugegriffen, der lokal von jedem Aufbereitungsserver ausgeführt werden kann. Aufträge für OMS-Drucker können somit ebenfalls problemlos von einem Aufbereitungsserver zu einem anderen bewegt werden.
Bei lokalen Druckern (Koppelarten C und L) erfordert die dynamische Serverwahl dagegen Vorbereitungen auf Betriebssystemebene. Bei einer lokalen Verbindung übergibt der SAP-Aufbereitungsserver einen Ausgabeauftrag direkt an den Spooler oder Druck-Manager auf dem Host, auf dem er läuft.
Ein derartiger Ausgabeauftrag kann von einem anderen Server nur verarbeitet werden, wenn der lokale Spooler oder Druck-Manager auf dem zweiten Aufbereitungsserver das Zielausgabegerät identifizieren kann. Das heißt, das Zielausgabegerät muss in beiden lokalen Spoolern (im Host des ersten Aufbereitungsservers
und im zweiten Host) unter demselben Namen definiert werden. Für alle praktischen Zwecke muss ein Ausgabegerät mit der lokalen Koppelart unter demselben Namen in allen Hosts definiert werden, auf denen ein SAP-Aufbereitungsserver läuft. Ansonsten könnte das Verschieben eines Ausgabeauftrags
für ein solches Gerät auf einen anderen Aufbereitungsserver den Fehler Unbekanntes Gerät
am lokalen Spooler oder Druck-Manager verursachen.
Die folgende Abbildung zeigt ein Beispiel.

In dem Beispiel soll das SAP-System laut Gerätedefinition über eine lokale Verbindung am Microsoft-Windows-NT-System NT1 auf den Drucker P330 zugreifen. Der Druck-Manager von NT1 kennt P330 unter dem Namen NT330. NT330 ist als Hostdrucker in der P330-Gerätedefinition eingegeben.
Die lokale Verbindung - über Koppelart C - bedeutet, dass der primäre SAP-Aufbereitungsserver für den Drucker P330 auf NT1 läuft. Der Aufbereitungsserver heißt NT1_C11_01.
Der Server NT1_C11_01 ist jedoch überbelastet. Als Alternativserver ist NT1_C11_02 auf NT2 angegeben. Ausgabeaufträge für P330 können jedoch nur dann vom Aufbereitungsserver auf NT2 verarbeitet werden, wenn der Druck-Manager von NT2 eine Druckerdefinition mit dem Namen NT330 enthält. Diese NT330-Druckerdefinition muss mit demselben Drucker verbunden sein wie NT330 auf NT1.
Sie können die dynamische Serverwahl mit lokalen Druckern nur unter den folgenden Bedingungen verwenden:
Sie müssen jeden betroffenen lokalen Drucker mit einem identischen Namen in jedem Host-System definieren können, auf dem ein SAP-Aufbereitungsserver läuft. Die Aufbereitungsserver müssen in der Lage sein, den Druckernamen NT330 auf jedem Host zu finden.
Sie müssen sicherstellen, dass die lokalen Drucker Namen aufweisen, die in allen SAP-Hostsystemen unverwechselbar sind. LPT1 auf einem Host muss denselben Drucker ausweisen wie LPT1 auf einem anderen Host.
Für OMS-Geräte (mit der Koppelart E definierte SAP-Geräte) können Sie die dynamische Serverwahl problemlos einsetzen, sofern die von den ROMSs und LOMSs verwendeten Befehle von jedem Ihrer Aufbereitungsserver aus ausgeführt werden können.