Monitor des Spool-Systems
Im Rahmen der SAP-Monitoring-Architektur ist es möglich, die Performance Ihres SAP-Spool-Systems zu überwachen. Mit dem Spool-Monitor steht Ihnen ein Tool zur Verfügung, mit dem Sie sich schnell einen Überblick über den Systemzustand verschaffen und auf Alert-Meldungen reagieren können.
Die Monitoring-Architektur des SAP-Systems bietet Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Überwachung Ihres Systems und zur Fehleranalyse.
Sie finden den Spool-Monitor über die Transaktion RZ20 (oder ). Expandieren Sie im Bild CCMS-Monitorsammlungen
die
Sammlung SAP CCMS Monitor Templates
, und starten Sie in der Monitorliste den Monitor Spool System
mit Doppelklick. Sie sehen den Monitoring-Baum, den Sie weiter aufklappen können, um die gewünschten Informationen zu erhalten.
Diese Monitor-Vorlage können Sie entweder direkt verwenden oder in Ihre eigene Monitorsammlung kopieren und dann modifizieren.
Der Spool-Monitorbaum besteht aus den Teilbäumen System Wide
und Spool Servers
. In der untenstehenden Tabelle werden die Bestandteile (Monitoring Tree Elements
, MTE) der Teilbäume erläutert. Für die
einzelnen Attribute sind Schwellenwerte eingestellt, deren Anzeigefarbe sich ändert, wenn sie über- bzw. unterschritten werden. Die Bedeutung der Farben und Symbole finden Sie unter . Die Attribute
gehören verschiedenen Sichtbarkeitsleveln an, die Sie über und dann Baumanzeige
auswählen können.
Im Teilbaum System Wide
finden Sie die gegenwärtige Belegung des Nummernkreises für die Spool-Nummern sowie Wartezeiten und Statusattribute für die einzelnen Spool-Services des Systems.

Der Teilbaum enthält die folgenden Monitorbaumelemente (Monitoring Tree Elements = MTEs):
MTE |
Bedeutung |
|---|---|
|
Spool-Nummer, die jedem Ausgabeauftrag zugeordnet ist |
|
Belegung der Spool-Nummern in Prozent; Sie müssen alte Ausgabeaufträge löschen, bevor diese Zahl 100 Prozent erreicht |
|
wird nur ausgegeben, falls der Spool-Service zu einem SAP-Anwendungsserver gehört |
|
Wartezeit im Spool-Service in Sekunden |
Im Teilbaum Spool Servers
finden Sie Monitorobjekte zum Spool nach Anwendungsservern aufgeschlüsselt, wobei nur für die Server mit mindestens einem Spool-Workprozess Teilbäume erzeugt werden:

Im Protokollattribut R3Syslog
sehen Sie Meldungen im Systemprotokoll zur Kategorie Spool; den Meldungstext, die Kategorie sowie die Gewichtung und Schwere des Alerts setzen Sie in Abhängigkeit der Meldungskennung in Transaktion SE92.
Das Monitorobjekt SpoolService
enthält die wichtigsten Attribute zum Spool-System, dessen Auslastung und die Länge der Warteschlangen. Es umfasst die folgenden MTEs:
MTE |
Bedeutung |
Bemerkungen |
|---|---|---|
|
Auslastung der Spool-Workprozesse in Prozent |
|
|
Anzahl der Spool-Workprozesse |
Sie setzen die Anzahl dieser Workprozesse durch den Systemparameter |
|
genutzter Bereich der Dispatcher-Queue in Prozent |
Ausgabeaufträge werden auf dem Aufbereitungsserver in der Dispatcher-Queue gepuffert, bis ein freier Workprozess sie entgegennimmt. |
|
genutzter Bereich der Spool-Auftragsqueue in Prozent |
Die Spool-Auftragsqueue übernimmt Ausgabeaufträge von der Dispatcher-Queue, wenn im Aufbereitungsserver ein freier Workprozess den Ausgabeauftrag entgegennimmt. |
|
genutzter Bereich der Spool-Auftragsqueue für chronologische Bearbeitung in Prozent |
Falls ein Aufbereitungsserver über mehrere Spool-Workprozesse verfügt, können sich Ausgabeaufträge überholen. Um die Reihenfolge der Aufträge zu erhalten, existieren spezielle workprozessspezifische Auftragsqueues mit Aufträgen für je ein spezielles Ausgabegerät. |
|
Anzahl Seiten in der Spool-Auftragsqueue |
|
|
genutzter Bereich des gesamten Geräte-Cache in Prozent |
Der Geräte-Cache enthält Gerätedefinitionen und Serverzuordnungen für alle Workprozesse. Einträge werden bei Bedarf in den Cache genommen und können bei gefülltem Cache wieder verdrängt werden. |
|
genutzter Bereich des fixierbaren Geräte-Cache in Prozent |
Dieser Bereich enthält Informationen, für welche Ausgabegeräte Aufträge im Host-Spool-System vorhanden sind und noch nicht als fertig gemeldet wurden. Der Cache muss damit mindestens so viele Einträge enthalten, wie Geräte maximal gleichzeitig benutzt werden. |
|
genutzter Bereich der Host-Spool-Auftrags-liste in Prozent |
Die Host-Spool-Auftragsliste begrenzt die Zahl der Aufträge im Host-Spool, die vom Spool-Service verwaltet werden können. Um die Datenbankzugriffe zu minimieren, muss die Liste im gemeinsamen Speicher gehalten werden. Sie dient der Statusnachfrage der laufenden Aufträge. |
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im SAP Service Marketplace unter Hinweis 118057 (Flexible Gestaltung des Spool-Service eines R3-Systems).
Zur Klassifizierung der Ausgabeaufträge empfiehlt SAP, sowohl die Aufbereitungsserver als auch die Ausgabegeräte verschiedenen Klassen zuzuordnen. Durch verschiedene Aufbereitungsserver, die Aufträge unterschiedlicher Art (und Priorität) bearbeiten, können Sie eine gegenseitige Behinderung
der Ausgabeaufträge verhindern oder zumindest kontrollieren. Der Knoten Processing Groups
enthält die möglichen Bearbeitungsgruppen:
MTE |
Bedeutung |
Bemerkungen |
|---|---|---|
|
Verwaltungsaufgaben im Spool |
Beispiele:
|
|
normale Aufträge |
Normale Aufträge sind Aufträge an Geräte, die einem Aufbereitungsserver zugeordnet sind. |
|
Aufträge für Frontend-Ausgabegeräte |
Frontend-Ausgabegeräte müssen Sie auf Betriebssystemebene definieren. Im SAP-System muss ein Ausgabegerät mit Koppelart F (Frontend) existieren, das Ausgabeaufträge an den Standarddrucker des Benutzers schickt. |
|
Aufträge der Klassifikation Massendruck |
Massendruck bezeichnet sehr große Aufträge. Ordnen Sie diese Aufträge einem eigenen Aufbereitungsserver zu, um eine Behinderung anderer Ausgabeaufträge auszuschließen. |
|
Aufträge der Klassifikation Produktionsdruck |
Zum Produktionsdruck sollten die Ausgabeaufträge gehören, die für einen reibungslosen Produktivbetrieb notwendig sind (z. B. Belege). SAP empfiehlt, dass Sie Ausgabegeräte dieser Bearbeitungsgruppe lokal koppeln. |
|
Aufträge der Klassifikation Desktop-Druck |
Zum Desktop-Druck sollten Drucker am Arbeitsplatz gehören. Da sie häufig nicht zur Verfügung stehen, können sie andere Ausgaben behindern. SAP empfiehlt, diese Bearbeitungsgruppe nicht für Ausgabeaufträge zu nutzen, die für den laufenden Betrieb Ihres Unternehmens wichtig sind. |
|
Aufträge der Klassifikation Testdruck |
Zum Testdruck sollten Ausgabegeräte gehören, über die neue Gerätetypen oder Konfigurationen getestet werden. |
Zu den verschiedenen Bearbeitungsgruppen gehören jeweils die folgenden MTEs:
MTE |
Bedeutung |
|---|---|
|
Anzahl der Workprozesse |
|
Anzahl der Aufträge |
|
Anzahl der Seiten |
|
Reservierung von Workprozessen |
|
Beschränkung der Zahl der Workprozesse |
Hinweis
Beachten Sie bei der Reservierung von Workprozessen (GroupMinWPs
), dass diese auch dann unbenutzt bleiben, wenn kein Auftrag dieser Gruppe vorliegt, die anderen Workprozesse belegt sind und noch weitere Aufträge anderer Gruppen zur Bearbeitung anstehen. Analog
führt eine Beschränkung (GroupMaxWPs
) dazu, dass auch dann, wenn mehr Aufträge in dieser Gruppe zur Bearbeitung anstehen und weitere Workprozesse unbelegt sind, die Anzahl der Workprozesse für diese Gruppe nicht erhöht werden.
Sie können auch bestimmte, für Ihren reibungslosen Produktivbetrieb besonders wichtige Ausgabegeräte durch die Monitoring-Architektur überwachen lassen. Dies geschieht in der Spool-Administration
(Transaktion SPAD), indem Sie in der Registerkarte Ausgabe-Attribute
eines
Ausgabegeräts das Kennzeichen Überwachung durch Monitoring-Architektur
wählen (siehe auch Ausgabegeräte im SAP-Spool-System). Falls Sie für mindestens ein Ausgabegerät diese Überwachung
aktiviert haben, existieren im Teilbaum Devices
Monitorobjekte mit dem Kurznamen des Ausgabegeräts und den folgenden MTEs:
MTE |
Bedeutung |
|---|---|
|
Zeit, die sich der Ausgabeauftrag in der Warteschlange des Ausgabegeräts befindet |
|
Druckgeschwindigkeit in Seiten pro Minute |
|
Statusattribut, das eventuelle Fehler bei der Übergabe des Aufgabeauftrags an das Host-Spool-System enthält |
Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Dokumentation zum Alert-Monitor.