Beispiel für Aufbereitungsserverwahl
Das folgende Beispiel zeigt eine Konfiguration von logischen Servern und wie sich diese Konfiguration auf die Aufbereitungsserverwahl des Systems auswirkt.
Server für lokalen Druck
Dieser Server ist für Ausgabegeräte definiert, die mit lokalen Koppelarten angeschlossen sind. Da die Serverwahl statisch sein soll, ist der Server in keine Hierarchie integriert.

Server für entfernten Druck
Für den entfernten Druck gibt es eine ganze Hierarchie aus logischen Servern.

Zur Legende in der Bildschirmabbildung lesen Sie Interpretation der Aufbereitungsserveranzeige. Im Folgenden sind die einzelnen Server mit ihren Definition aufgeführt.
Der Server LocalProductionPrint
ist für zeitkritische Drucker, z. B. Produktionsdrucker, definiert, auf die das SAP-System über die lokalen Koppelarten C und L zugreift.
Die Serverdefinition von LocalProductionPrint
sieht wie folgt aus:

Da der Server keinen Alternativ-Server hat und Lastausgleich nicht erlaubt ist, kann nur hs0311_BIN_53
Ausgabeaufträge für Geräte verarbeiten, die in ihrer Gerätedefinition den Aufbereitungsserver LocalProductionPrint
angegeben haben.
Während der Server LocalProductionPrint
Aufträge für zeitkritischer Produktionsdrucker verarbeitet, die über lokale Koppelarten angeschlossen sind, übernimmt der Server ProductionPrint
die Aufträge zeitkritischer Produktionsdrucker,
auf die das SAP-System mit den entfernten Koppelarten U und S oder mit der OMS-Koppelart E zugreift.
Die Serverdefinition von ProductionPrint
sieht wie folgt aus:

Der Server erlaubt den Lastausgleich. Aufgrund der Position des Servers an der Spitze der Hierarchie der logischen Server können für den Lastausgleich alle Aufbereitungsserver im SAP-System BIN
berücksichtigt werden. Diese Strategie entspricht der hohen Priorität
der Ausgabeaufträge. Um die schnellstmögliche Verarbeitung zu gewährleisten, können diese Aufträge auf Server zurückgreifen, die für den Massendruck und den Desktop-Druck reserviert sind (je nach Kapazität).
Beim Lastausgleich für diesen Server durchsucht das Spool-System sowohl die Hierarchie Abbildung
als auch die Hierarchie Alternativ-Server
. In der Hierarchie der Alternativ-Server bewertet das Spool-System die für den Massendruck
und den Desktop-Druck verwendeten Aufbereitungsserver, d.h. die Bewertung umfasst sämtliche Aufbereitungsserver im SAP-System.
Im Gegensatz dazu können Ausgabeaufträge für den logischen Server VolumePrint
nicht auf den zeitkritischen Aufbereitungsserver hs0311_BIN_53
zugreifen. Dieser Server ist ausschließlich für den Produktions-Druck reserviert, während
alle anderen Aufbereitungsserver gemeinsam genutzt werden.
Local ProductionPrint
und ProductionPrint
trennen Ausgabegeräte nach ihrer Koppelart, d. h. lokal oder entfernt. Diese Gruppierung erlaubt es, Ausgabeaufträge auf die unproblematischen entfernten Drucker zu verteilen, während für
lokale Drucker eine statische Serverzuweisung bestehen bleibt.
Wenn alle lokalen Drucker mit denselben Namen in den Hosts anderer Aufbereitungsserver definiert wären, könnten diese Geräte Alternativ-Server und /oder Lastausgleich ebenso erfolgreich einsetzen wie entfernte Drucker.
Dieser Server ist für Zeilendrucker mit großen Mengen an Ausgabe definiert, wie sie beispielsweise in einigen Rechenzentren verwendet werden.
Die Serverdefinition von VolumePrint sieht wie folgt aus:

Lastausgleich ist erlaubt, d. h. dass an diesen Server gesendete Ausgabeaufträge zwischen seinem eigenen Server (pcintel_BIN_53
) und dem Server DesktopPrint verteilt werden können. Der eigene Server kann nicht für Aufträge von DesktopPrint verwendet werden.
Wenn Sie beispielsweise entscheiden sollten, dass Desktop-Aufträge eine höhere Priorität haben sollten als Massendruckaufträge, müsste nur DesktopPrint
in die Position von VolumePrint
in der Hierarchie verschoben und die Lastausgleichseinstellungen
in den Definitionen geändert werden.
Der erlaubte Lastausgleich wirkt sich auch auf Ausgabeaufträge für ProductionPrint
aus. Der Vorgang der Serverwahl ist rekursiv, d.h. auf jeder Ebene der Hierarchie werden dieselben Regeln angewendet. Da der Server die Last verteilen darf, können für den Lastausgleich
bei ProductionPrint
-Aufträgen sowohl pcintel_BIN_53
(in der Hierarchie der logischen Server) als auch DesktopPrint
als Server mit der geringsten Workload in Betracht gezogen werden.
Wäre für VolumePrint
der Lastausgleich nicht erlaubt , käme nur pcintel_BIN_53
für ProductionPrint
-Aufträge in Frage. Solange pcintel_BIN_53
ein gültiger Aufbereitungsserver
ist (aktiv und mit Spool-Workprozess), dürfte für die Lastausgleichssuche nicht die Hierarchie Alternativ-Server
durchsucht werden.
Dieser Server ist für Desktop-Drucker definiert, deren Aufträge eine niedrige Priorität haben. Die Drucker müssen weder große Mengen drucken, noch sind sie zeitkritisch.
Wie die Übersicht am Anfang dieses Beispiels zeigt, hat dieser Server eine besondere Eigenschaft: Sein Alternativ-Server ist VolumePrint
. Diese Alternativ-Server-Angabe weist in der Hierarchie wieder nach oben. Das ist notwendig, um DesktopPrint
einen
Ersatzserver zu geben. Das Spool-System kann eine solche Redundanz korrekt auflösen und geht nicht endlos die DesktopPrint
-Hierarchie durch, wenn es nach einem Alternativ-Server sucht.
Die Serverdefinition für DesktopPrint
sieht wie folgt aus:

Da der Server exklusiv ist, ist für seine Ausgabeaufträge kein Lastausgleich zulässig. Wenn pn0202_BIN_53
aktiv ist, werden alle DesktopPrint
-Ausgabeaufträge dort verarbeitet. Ein verfügbarer Alternativ-Server für VolumePrint
wird
nur gesucht, wenn pn0202_BIN_53
nicht mehr aktiv ist.