Dokumentation zur VorgehensweiseEntfernten Druck für UNIX-Rechner einrichten

 

Der entfernte Druck wird verwendet, um über ein entferntes Netzwerk zu drucken. Das Host-Spool-System (Betriebssystem-Spooler) und der Spool-Workprozess des SAP-Systems befinden sich dabei auf unterschiedlichen Rechnern.

Der SAP-Spool-Workprozess gibt die Ausgabedaten über eine Netzwerkverbindung an den Host-Spooler in einem UNIX-System weiter. Ein spezielles Vermittlungsprogramm, wie z.B. SAPSprint-Service unter Windows, ist für den entfernten Druck aus einem UNIX-System nicht notwendig, da UNIX bereits über einen Line Printer Daemon (LPD) verfügt.

Sie können jeden Drucker verwenden, der vom Host-Spool-System aus erreichbar ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Drucker direkt angeschlossen ist oder ob es sich um einen gemeinsam verwendeten Netzwerkdrucker handelt.

Voraussetzungen

  • Hohe Zuverlässigkeit erforderlich: Bei dieser Methode kann die Druckleistung beeinträchtigt werden, wenn beim Senden eines Ausgabeauftrags der UNIX-Kommunikationspartner nicht aktiv ist. Der UNIX-Partner muss eine hohe Verfügbarkeit bieten. Sie sollten diese Methode daher nur verwenden, wenn in Ihrem Unternehmen eine hohe Verfügbarkeit des Kommunikationspartners gewährleistet und ein schnelles Netz verfügbar ist.

    Ist der UNIX-Partner nicht aktiv, wenn der Ausgabeauftrag gesendet wird, muss der Spool-Workprozess warten, bis der Verbindungsaufbau durch die Zeitüberschreitung abgebrochen wird. Erst dann kann der Aufbereitungsserver mit der Verarbeitung der anderen Ausgabeaufträge fortfahren.

  • Netzwerkdrucker: Sie sollten diese Zugriffsmethode nicht verwenden, um Ausgabedaten direkt an einen Drucker zu senden, der mit einer eigenen Ethernet- oder Token Ring-Karte ausgestattet ist. Das Problem bei dieser Konfiguration besteht darin, dass der SAP-Aufbereitungsserver seine Übertragungsgeschwindigkeit an die des Druckers anpassen muss.

    Die Datenübertragung an den Drucker kann den SAP-Aufbereitungsserver daher lange blockieren, wenn der Drucker keine eigene Festplatte hat oder wenn Sie die Daten nicht über einen Druckerserver senden.

  • Unterstützte Hostsysteme: Diese Methode steht für fast alle LPD-Systeme zur Verfügung.

    Ausnahmen sind True64-Systeme (früher OSF/1). Bei diesen ist nur der lokale Druck möglich, da das True64-Spool-System voraussetzt, dass der Absender als “root” läuft; das SAP-System kann jedoch nicht als “root” laufen.

Vorgehensweise

In der folgenden Abbildung sehen Sie die Architektur für den entfernten Druck über einen UNIX-Rechner:

Gehen Sie zur Einrichtung der Druckarchitektur für den entfernten UNIX-Druck wie folgt vor:

  1. Richten Sie auf einem beliebigen Hostsystem einen SAP-Aufbereitungsserver ein.

    Der Aufbereitungsserver ist ein Anwendungsserver, der die Spool-Verarbeitung bereitstellt. Er benötigt daher mindestens einen Spool-Workprozess.

    Die Anzahl der Spool-Workprozesse wird über den Parameter rdisp/wp_no_spo festgelegt, und dieser muss mindestens auf 1 gesetzt sein.

  2. Definieren Sie die Drucker, mit denen Sie arbeiten möchten, im UNIX-Spool-System.

  3. Definieren Sie die Ausgabegeräte im SAP-Spool-System.

    Legen Sie dazu Gerätedefinitionen für die Ausgabegeräte in der Transaktion SPAD an (Anfang des Navigationspfads Drucktaste Ausgabegeräte Navigationsschritt Ausgabegeräte Navigationsschritt Anlegen/Anlegen mit Vorlage Ende des Navigationspfads):

    • Geben Sie das Hostsystem, auf dem der Spool-Workprozess läuft, als Aufbereitungsserver des Ausgabegeräts an.

    • Wählen Sie als Koppelart U (Druck auf LPDHOST über Berkeley-Protokoll).

Beispiel

Ein Beispiel finden Sie unter: Beispielfür entfernten Druck auf UNIX.