Eingangsverarbeitung
Nachdem das Adreß-IDoc die ALE- und Kommunikationsschicht durchlaufen hat, steht es im Zielsystem für die Eingangsverarbeitung zur Verfügung. Dabei wird von der ALE-Schicht der Funktionsbaustein IDOC_INPUT_ADRMAS (respektive IDOC_INPUT_ADR2MAS, IDOC_INPUT_ADR3MAS) gestartet, der die IDoc-Segmente wieder in die BAPI-Strukturen konvertiert. Im Anschluß wird für das jeweilige Adreßobjekt die Methode SAVEREPLICA aufgerufen (BAPI_ADDRESSORG_SAVEREPLICA, BAPI_ADDRESSPERS_SAVEREPLICA, BAPI_ADDRCONTPART_SAVEREPLICA). Diese sorgt für den Update der Adressen im Zielsystem.
Über das ALE-Customizing muß zuvor sichergestellt werden, daß Adreß- und Stammobjekt in die gleichen Zielsysteme gesendet werden. Dazu muß im Verteilungsmodell eine sogenannte Abhängigkeit zwischen dem Adreß-Nachrichtentyp und dem Stammobjekt-Nachrichtentyp definiert werden. So wird auch sichergestellt, daß Verteilungsfilter auf Ebene des Stammobjekts auch für das Adreßobjekt angewendet werden. Sollen z.B. nur Lieferanten zu gewissen Lieferantennummern in ein Zielsystem verteilt werden, so sollten die Adressen zu anderen Lieferantennummern nicht in dieses Empfängersystem verteilt werden.
Im ALE-Customizing sollte auch eine Serialisierung zwischen den Nachrichtentypen der Stamm- und Adreßobjekte eingestellt und somit eine bestimmte Reihenfolge bei der Erzeugung, Versendung und Verbuchung der entsprechenden IDocs definiert werden. Bestimmte Adreßfelder können Mußfelder für die Anwendung sein, so daß ein konsistenter Stand im Zielsystem am besten dadurch erreicht wird, wenn dafür gesorgt wird, daß die Adressen vor ihrem Primärobjekt verarbeitet werden. Damit stehen bei einer Neuanlage eines Stammobjekts die Adreßinformationen bereits zur Verfügung.
Wird ein Anwendungsobjekt mitsamt Adreßdaten im Quellsystem geändert, so wird die Adreßnummer (Personennummer) im Zielsystem analog zur Ausgangsverarbeitung wieder durch die o.g. Callback-Funktionsbausteine der Anwendung ermittelt. Ist ein Stammobjekt (mit Adresse) im Quellsystem neu angelegt worden, so wird im Zielsystem eine neue Adreßnummer gezogen und diese mit den Zuordnungsinformationen zum Stammobjekt aus dem Adreß-IDoc in der temporären Merkertabelle ADOWNERREF abgelegt. Bei der Verarbeitung des Stammdaten-IDocs wird die neue Adreßnummer als Referenz auf die Adresse gespeichert und anschließend der entsprechende Satz aus der Tabelle ADOWNERREF gelöscht.
Das Anwendungsprogramm muß dazu die Funktionsbausteine ADDR_ADOWNERREF_READ und ADDR_ADOWNERREF_DELETE aufrufen.