HintergrundDublettenprüfung

 

Die Dublettenprüfung ist in die Adresspflegedialoge für Adresstyp 1 und Adresstyp 2 integriert. In den Anwendungstransaktionen wird zur Aktivierung der Funktionalität der Funktionsbaustein ADDR_ENABLE_DUPLICATE_CHECK aufgerufen. In folgenden Stammdatentransaktionen ist die Dublettenprüfung aktiviert:

  • Kundenstamm (ERP) einschließlich Konsument

  • Lieferantenstamm (ERP)

  • SAP-Geschäftspartner (ERP, Add-Ons und CRM)

In der PAI-Verarbeitung der Adresspflegedialoge werden folgende Prüfungen durchgeführt:

  • Standardmäßig werden zunächst alle Adressdaten in sich auf Korrektheit geprüft.

  • Die Adresse wird auf vollständige postalische Korrektheit geprüft, wenn die SAP-Regionalstruktur oder eine Implementierung des Business Add-In ADDRESS_CHECK aktiv ist.

Am Ende der PAI-Verarbeitung wird für die Dublettenprüfung die Methode ADDRESS_SEARCH des gleichnamigen Business Add-Ins ADDRESS_SEARCH aufgerufen. Die von der Anwendung mittels des Funktionsbausteins ADDR_ENABLE_DUPLICATE_CHECK hinterlegten Parameter werden mit dem Funktionsbaustein ADDR_GET_DUPL_CHECK_PARAMETERS nachgelesen. Im Anwendungsprogramm können dabei mehrere Objekttypen als Suchbereich angegeben werden, z.B. Kunde und Konsument. Genau einer der Objekttypen ist im Feld MAIN_OBJ als führend gekennzeichnet (dies wird durch eine Prüfung im Funktionsbaustein ADDR_ENABLE_DUPLICATE_CHECK sichergestellt). Über den zugehörigen Indexpool wird zum einen die Customizingtabelle TSADRVGRPC nachgelesen und zum anderen die Feldliste mit der Methode READ_INDEX_FIELD_LIST ermittelt. Die entsprechenden Inhalte der Adressfelder werden in die Übergabetabelle IM_T_SEARCH_FIELDS gestellt.

Die Information, welcher Objekttyp führend ist, wird auch in der Tabelle IM_T_OBJECT_TYPES der Methode ADDRESS_SEARCH übergeben. Das Partnertool nutzt diese Information , um z.B. Customizingtabellen differenziert nachzulesen (um z.B. für den Kundenstamm andere Einstellungen als für den Lieferantenstamm zu realisieren).

Hinweis Hinweis

Welche Möglichkeiten die Partnerlösung im Einzelnen bietet, erfahren Sie in der zugehörigen Dokumentation.

Ende des Hinweises

Die Partnerimplementierung führt nun innerhalb dieser Methode ADDRESS_SEARCH eine Suche im Suchindex durch. Bei der Suche ist zu entscheiden, welche Datensätze als ähnlich gelten. Es ist nahe liegend, für den Übereinstimmungsgrad eine Prozentzahl zu ermitteln. Da der SAP-Standard noch keine Möglichkeit für den Kunden vorsieht, einzustellen, ab welchem Übereinstimmungsgrad ein Datensatz als ähnlich gelten soll, muss die Partnerimplementierung nach der Spezifikation folgendes leisten:

  • Der Übereinstimmungsgrad, ab dem ein Satz als ähnlich gilt, sollte für den Kunden einstellbar sein, möglichst getrennt für Kunde, Lieferant und SAP-Geschäftspartner. Dieser Wert wird als Schwellenwert bezeichnet.

  • Es muss ein sinnvoller Default für diesen Schwellenwert implementiert werden, der dann gilt, wenn der Kunde keine Einstellungen vorgenommen hat.

    Hinweis Hinweis

    Einzelheiten, wie diese Punkte verwirklicht wurden, entnehmen Sie der Dokumentation der jeweiligen Partnerlösung.

    Ende des Hinweises

Die Liste der ähnlichen Treffer wird in den Dialogtransaktionen (z.B. Kunde anlegen usw..) mittels eines Zusatzdialogs dargestellt. Dabei besteht für den Benutzer die Möglichkeit, einen Satz zu markieren und als Dublette auszuwählen, keinen der angebotenen Treffer als Dublette zu erkennen und in der Verarbeitung fortzufahren, oder auch abzubrechen, weil eventuell unzureichende, falsche oder zu viele Angaben zu einem verfälschten Suchergebnis führen können.

Bei Identifikation eines Satzes ermittelt die Adressverwaltung aus der Angabe der Adressnummer über den Adressverwendungsnachweis das Owner-Objekt der Adresse, z.B. Kundennummer oder Lieferantennummer. Diese Information wird dann an das Anwendungsprogramm zurückgegeben.

Im Kunden- und Lieferantenstamm kann bei Identifikation einer Dublette direkt in die Pflege des anderen Stammsatzes abgesprungen werden, nachdem ein zusätzliches Dialogfenster bestätigt wurde. Bei diesem Absprung wird der bisherige Satz vollständig verworfen. Der SAP-GP unterstützt ab Release 4.6C ebenfalls diese Navigation.