Konzepte
Der Business Document Service (BDS) verwaltet alle zu einem Anwendungsobjekt gehörigen Dokumente. Anwendungsobjekte sind Objektinstanzen einer BDS Client-Anwendung, die zu dieser Instanz Dokumente im BDS verwalten läßt.
Anwendungsobjekte werden über ihren Klassennamen und den dazugehörigen Klassentyp, sowie den Objektschlüssel identifiziert (siehe auch Parameter). Einzelne Dokumente wiederum werden über ihre Dokument-ID, ihre Versionsnummer und ihre Variantennummer gekennzeichnet.
Die Verknüpfung zwischen Anwendungsobjekt und Dokumenten
wird im BDS verwaltet. Die Attribute und Beziehungen der Dokumente sowie die
Dokumentinhalte werden im
SAP Knowledge
Provider in speziellen Datenstrukturen, sogenannten
Content-Modellen,verwaltet (siehe auch
Content-Modelle).
Der BDS ist in der Lage, Informationen aus unterschiedlichen Content-Modellen
auszuwerten, sofern diese einem Grundschema entsprechen. Hierdurch ist es
möglich, für die einzelnen Client-Anwendungen spezielle Content-Modelle zur
Verfügung zu stellen, die sich in Hinblick auf Auslieferungsklasse,
Mandantenabhängigkeit und verfügbare Dokumentattribute unterscheiden.
Die Metadaten der Dokumente werden in der R/3-Datenbank verwaltet. Der Dokumentinhalt kann ebenfalls in der R/3-Datenbank verwaltet oder per HTTP in ein externes Ablagesystem transportiert werden. Eine nachträgliche Verlagerung aus einem physikalischen Ablagemedium in ein anderes ist ebenfalls möglich.
Dokumente haben verschiedene Funktionen: Sie fungieren beispielsweise als Dokumente in Papierform im klassischen Sinn, können aber auch Dokumentvorlagen, Makros, Notizen u.a. sein. Außerdem können Dokumente Beziehungen zu anderen Dokumenten haben, z.B. hat eine Notiz, die zu einem Dokument angelegt wird, eine bestimmte Beziehung zu dem Bezugsdokument. Daher werden im BDS-Dokumentmodell Dokumente abgebildet durch Attribute und Beziehungen. Die Attribute beziehen sich auf den Schlüssel der Dokumentart. Beziehungen werden als "gehört-zu"-Relationen zwischen Dokumenten dargestellt.
Im Zusammenhang mit dem Dokumentverwaltungssystem des BDS wird ein Dokument im Rahmen seines gesamten Lebenszyklus betrachtet. Daher wird bei der Definition eines Dokuments die Abfolge unterschiedlicher Inhalts-, Sprach und Formatversionen betrachtet. Ebenso werden Kontextinformationen sowie Verknüpfungen mit anderen Objekten und Dokumenten mit einbezogen.
Zentraler Bestandteil des BDS-Dokumentmodells ist der Business Document Set. Der Business Document Set beinhaltet alle Dokumente, die zu einem Anwendungsobjekt gehören. Die Menge der Dokumente kann ein einzelnes Dokument oder aber mehrere Dokumente und ihre Versionen und Varianten beinhalten. Die Verbindung eines Dokuments zu einem Anwendungsobjekt kann sowohl über eine direkte Beziehung hergestellt werden als auch indirekt über dokumentinterne Beziehungen (z.B. bei Inhaltsversionen oder Sprachvarianten).
Einzelne Dokumente können direkt adressiert werden. Diese Adressierung bezieht sich entweder auf das komplette Dokument inklusive Versionen und Varianten oder auf spezielle Inhaltsversionen oder spezielle Varianten.
Ein Dokument wird als isoliertes Dokument bezeichnet, wenn genau ein Dokument existiert, das in einer einzigen Version und in einer einzigen Variante vorliegt. Hierbei bestehen keinerlei Beziehungen zwischen diesem Dokument und anderen Dokumenten. Ein isoliertes Dokument kann über die folgende Kombination von Parametern adressiert werden:
● DOC_ID
Schlüssel eines Dokuments
● DOC_VER_NO
Schlüssel der Inhaltsversion eines Dokuments
● DOC_VAR_ID
Schlüssel der Variante eines Dokuments
Dokumente können in unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen vorliegen. Diese Ausprägungen werden als Inhaltsversionen oder Versionen bezeichnet. Dabei hat jede Vorgängerversion genau eine Nachfolgerversion, diese kann wiederum genau eine wiederum nachgelagerte Nachfolgerversion haben, etc. Diese lineare Inhaltsversionierung des BDS ist folgendermaßen gekennzeichnet:
● Eine neue Version wird als jeweils letzte Version in der linearen Kette von Versionen angehängt.
● Versionen werden heraufgezählt.
● Jede Version kann aktualisiert und/oder gelöscht werden.
Dokumente bzw die Dokumentinhalte können nicht nur in unterschiedlichen inhaltlichen Ausprägungen vorliegen, sondern auch in verschiedenen Sprachen oder Formaten. Beispielsweise kann ein Dokument als Textbearbeitungsdatei oder HTML-Datei zur Verfügung stehen oder auch auf Englisch oder Französisch. Diese speziellen Versionsarten werden im BDS-Umfeld als Sprach- und Formatvarianten oder nur als Varianten bezeichnet.
Die folgenden Arten von Varianten werden unterstützt:
● LA
Sprachvariante
● FO
Formatvariante
● OR
Original
Das Prinzip der Varianten wird in dem folgenden Bild dargestellt:

● Alle Varianten sind gleichrangig, d.h. das Originaldokument ist nicht besonders gekennzeichnet.
● Die Menge der Varianten ist nicht strukturiert.
● Varianten werden numeriert.
● Neue Versionen beziehen sich auf die Menge der Varianten als ganzes.
● Jede Variante kann aktualisiert und/oder gelöscht werden.
Zwischen physischen Dokumenten können Beziehungen zu logischen Dokumenten bestehen. Diese Beziehungen werden durch den gehört-zu-Relationstyp ausgedrückt:

Die zentrale BDS-Klasse CL_BDS_DOCUMENT_SET bietet drei Sets von Methoden an, um Dokumente aus unterschiedlichen Sourcen ein- und auszuchecken:
● Zugriff über URL
● Zugriff über Dateiname
● Zugriff über interne Tabelle
Weitere Informationen finden Sie in den Abschnitten unter Methoden.
Im BDS stehen die folgenden Standardattribute zur Verfügung:
Attributname |
Bedeutung |
BDS_ARCHIVED_AT |
Archivierungsdatum |
BDS_CONTREP |
Content Repository |
BDS_DOCID |
Dokument-ID |
BDS_DOCUMENTCLASS |
Dokumenttyp |
BDS_DOCUMENTTYPE |
Dokumentart |
BDS_KEYWORD |
Schlüsselwort |
BDS_STATE |
BDS Status der Anwendung |
BDS_NOTE |
Art der Notiz |
BDS_VAR_ID |
Varianten-ID des Dokuments |
BDS_VAR_TAG |
Varianten-Tag des Dokuments |
BDS_VERSION_NO |
Versionsnummer des Dokuments |

Die Attribute BDS_ARCHIVED_AT, BDS_CONTREP und BDS_DOCID dürfen nicht belegt werden.
Die Attribute BDS_DOCUMENTTYPE und BDS_DOCUMENTCLASS müssen entsprechend der SAP ArchiveLink Konventionen für Dokumentarten (BDS_DOCUMENTTYPE) und Dokumenttypen (BDS_DOCUMENTCLASS) verwendet werden. Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) unter Basis → Basis Services → SAP ArchiveLink → Systemeinstellungen in den Abschnitten Dokumenttypen pflegen und Dokumentarten pflegen.
Die Attribute BDS_KEYWORD und BDS_STATE können frei verwendet werden.

Die folgenden Standardattribute des SAP Knowledge Provider stehen ebenfalls zur Verfügung, dürfen jedoch nicht modifiziert werden:
Attributname |
Bedeutung |
CHECKED_OUT |
Kennzeichen für ausgecheckte Dokumente |
CHECKOUT_USER |
Benutzer |
CREATED_AT |
Erstellungszeitpunkt |
CREATED_BY |
Ersteller |
DESCRIPTION |
Kurzbeschreibung |
DOCUMENT_PROTECTION |
Schutzwürdigkeit eines Dokuments |
LANGUAGE |
Sprache |
LAST_CHANGED_AT |
Änderungszeitpunkt |
LAST_CHANGED_BY |
letzter Änderer |
STATE |
Status |
STORAGE_CATEGORY |
Content Kategorie |