Allgemeines Vorgehensmodell 
Mit dem SAP Business Workflow können Sie betriebswirtschaftliche Abläufe im SAP-System abbilden und unter Kontrolle des Workflow-Systems (wiederholt) abarbeiten. Dabei gilt, dass ein Workflow-Management-System besonders strukturierte Abläufe kontrollieren und abarbeiten kann, die
eine Reihe von Aktivitäten umfassen,
immer wieder in gleichen oder ähnlichen Formen auftreten,
mehrere Personen oder Personengruppen involvieren,
einem starken Koordinationsbedarf unterliegen.
Neben diesem allgemeinen Vorgehensmodell zur Arbeit mit dem SAP Business Workflow existieren zusätzlich rollenspezifische Vorgehensmodelle. Die Beschreibungen dieser Vorgehensmodelle finden Sie unter Workflow-Rollen.
Bevor Sie mit dem SAP Business Workflow arbeiten, sollten Sie eine klare Vorstellung davon haben, in welchen Bereichen und in welchem Umfang Sie betriebswirtschaftliche Abläufe ändern, anpassen und an eine elektronische Vorgangssteuerung "übergeben" wollen.
Orientieren Sie sich bei der Arbeit mit dem SAP Business Workflow an dem folgenden Vorgehensmodell, das sich auch in der Reihenfolge der Abschnitte widerspiegelt.
Die unternehmensspezifische Aufbauorganisation beschreibt die organisatorische Einordnung eines Mitarbeiters. Dies geschieht mit dem Ziel, die Verantwortung und Zuständigkeit von Mitarbeitern für die Ausführung einzelner betriebswirtschaftlicher Tätigkeiten in Form von Tätigkeitsprofilen festlegen zu können.
Sie pflegen die Aufbauorganisation mandantenabhängig. Eine Aufbauorganisation, die für personalwirtschaftliche Zwecke erstellt worden ist (oder noch erstellt wird), können Sie unverändert auch im SAP Business Workflow verwenden, sofern Workflow-Funktionalität und personalwirtschaftliche Anwendung im selben Mandanten eingesetzt werden.
In der Regel bilden Sie allerdings in jedem Mandanten (nur) die Teilbereiche und die organisatorischen Strukturen Ihres Unternehmens ab, in denen Sie auch betriebswirtschaftliche Vorgänge mit Hilfe des SAP Business Workflow koordinieren.
Weitere Informationen finden Sie unter Unternehmensspezifische Aufbauorganisation.
Sie identifizieren alle an Ihrem Geschäftsprozess beteiligten Objekte. Sie machen sich dazu klar, welche betriebswirtschaftliche Funktion Sie in Ihrem Szenario abbilden wollen und auf welche Attribute Sie zu Steuerungszwecken zugreifen wollen.
Sie überprüfen, ob die entsprechenden Objekttypen mit ihren Methoden, Attributen und Ereignissen im Business Object Repository definiert sind. Bei der Suche nach den vorhandenen Objekttypen hilft Ihnen deren Eingruppierung in die Hierarchie der Anwendungskomponenten und die Möglichkeit der generischen Suche nach Namensbestandteilen.
Wenn Sie einen Objekttyp finden, dessen Definition Ihnen geeignet und vollständig erscheint, können Sie ihn ohne weitere Modifikationen verwenden
Wenn Sie einen Objekttyp finden, dessen Definition für Ihre Belange noch unvollständig ist, erweitern Sie dessen Definitionen
Wenn Sie keinen geeigneten Objekttyp finden, definieren Sie Ihren eigenen Objekttyp
Weitere Informationen finden Sie unter Erweiterung und Anpassung von Objekttypen.
Sie identifizieren die an Ihrem Geschäftsprozess beteiligten Aufgaben. Ermitteln Sie, welche Objektmethode durch die Aufgabe ausgeführt werden soll und wer für ihre Erledigung verantwortlich ist. Sie definieren dann die Aufgaben durch die Angabe von Objekttyp und Methode und legen die möglichen Bearbeiter der Aufgaben fest.
Hinweis
Im Test- und Entwicklungsstadium sollten Sie alle verwendeten Aufgaben zu generellen Aufgaben machen.
Sie überprüfen, ob schon Aufgaben definiert sind.
In der Regel reicht der Bestand an vorhandenen Aufgaben nicht aus, so dass Sie weitere Aufgaben für Ihre Belange definieren.
Weitere Informationen finden Sie unter Einzelschrittaufgabe.
Sie identifizieren mögliche Bearbeiterregeln in Ihrem Geschäftsprozess. Sie verwenden diese Regeln immer dann, wenn Bearbeiter unter bestimmten betriebswirtschaftlichen, funktional orientierten Gesichtspunkten gefunden werden sollen.
Hinweis
Die Angabe von Regeln ist immer optional.
Im Test- und Entwicklungsstadium können Sie zunächst auf die Verwendung von Regeln verzichten.
Sie überprüfen, ob Sie vorhandene Regeln verwenden können. Können Sie keine vorhandenen Regeln verwenden, definieren Sie Ihre eigenen Regeln.
Weitere Informationen finden Sie unter Regel.
Sie identifizieren die zur Initiierung und Steuerung des Workflows benötigten Ereignisse und überprüfen, ob diese Ereignisse bei den zugehörigen Objekttypen definiert sind.
Wenn Sie ein Ereignis benötigen, das nicht im Standard vorgesehen ist, müssen Sie der entsprechenden Objekttypdefinition das Ereignis hinzufügen und die Erzeugung des Ereignisses sicherstellen.
Weitere Informationen finden Sie unter Ereignis.
Um einen Geschäftsprozess, der in der Regel mehrere zu bearbeitende Schritte umfasst, zu beschreiben, erstellen Sie einen Workflow.
Sie können SAP-Workflows als Vorlage für Ihre eigenen Entwicklungen verwenden und sich so den Einstieg erleichtern. Zur Definition verwenden Sie den Workflow Builder. Sie können dort auch direkt neue Workflows anlegen.
Technisch gesehen gehört zu jedem Workflow eine Mehrschrittaufgabe. Weitere Informationen finden Sie unter Mehrschrittaufgabe.
Mit den grundlegenden Prinzipien einer Workflow-Definition und -Ausführung können Sie sich im Demo-Beispiel zur Bearbeitung einer Abwesenheitsmitteilung vertraut machen.
Weitere Informationen finden Sie unter Demo-Beispiel: Abwesenheitsmitteilung bearbeiten.
Es gibt Tutorials, die Sie schrittweise in ausgewählte Funktionalitäten einführen. Sie finden diese unter SAP Business Workflow - Tutorials.