Kriterienmanager
Der Kriterienmanager ist ein Werkzeug, mit dem Sie Bedingungen und Kriterien für ausgelöste Ereignisse definieren, diese Ereignisse in komplexen Abhängigkeiten kombinieren und die Protokollierung bestimmter ausgelöster Ereignisse in der Event History festlegen können. Sie definieren Bedingungen für Ereignisse als Kombination von standardmäßigen ABAP-Auswahloptionen. Sie verknüpfen diese Bedingungen als logische Ausdrücke mit den logischen Operatoren UND und ODER.
Sie rufen den Kriterienmanager in der Event History
(Transaktion SM62) über das Register Kriterien auf.
Sie legen Kriterien in einer Kriterienhierarchie an und kombinieren sie dort. Die Kriterienhierarchie ist der Satz aller Kriterien, die ausgelöste Ereignisse erfüllen müssen, um in der Event History protokolliert zu werden. Die Kriterien in der Hierarchie können in Knoten gruppiert werden, die durch eine logische Verknüpfung UND oder ODER bestimmt werden, wie es in der folgenden Abbildung veranschaulicht ist:

Eine Kriterienhierarchie wird in einem Kriterienprofil abgelegt, das aktiviert oder deaktiviert sein kann. Die Kriterien eines Profils werden nur angewandt, wenn das Profil aktiviert ist. Sie können mehrere Profile anlegen, aber nur eins kann aktiviert sein.
Weitere Informationen über das Anlegen einer Kriterienhierarchie finden Sie unter Kriterienhierarchie aufbauen.
Eine Kriterienhierarchie hat folgende Bestandteile:
Kriterium
Kriterien sind die kleinsten Einheiten in der Kriterienhierarchie, die die Bedingungen enthalten, die ein Ereignis erfüllen muss.
Sie setzen separate Bedingungen für Ereignisnamen und Ereignisargumente. Sie können Bedingungen, z. B. genaue oder relative Werte, setzen –etwa Ereignisname gleich MEIN_EREIGNIS oder Ereignisargument ist größer als 3. Sie können auch Platzhalterwerte (*) verwenden oder auch Wertebereiche ausschließen oder mit einbeziehen.
Eine Kriterienhierarchie muss mindestens ein Kriterium enthalten.
Knoten
Knoten sind eine Gruppe von Kriterien, die entweder von einer UND-Verknüpfung oder ODER-Verknüpfung bestimmt wird. Wenn Sie eine Kriterienhierarchie aufbauen, können Sie individuelle Kriterien in Knoten gruppieren.
Ein Knoten kann einer der beiden Typen sein: ein UND- oder ODER-Knoten. Der Knotentyp bestimmt die logische Verknüpfung zwischen den Kriterien in dem Knoten.
UND-Knoten
Die Kriterien in dem Knoten sind durch eine logische UND-Verknüpfung bestimmt (alle Kriterien müssen erfüllt sein). Sie gruppieren Kriterien in einem UND-Knoten, wenn für das in der Event History zu protokollierende Ereignis alle Kriterien in dem Knoten erfüllt sein sollen.
Ein UND-Knoten enthält die folgenden Kriterien:
Syntax
<AND>
Event name = MY_EVENT
Event argument > 3
Die Event History protokolliert alle Ereignisse mit einem Ereignisnamen MEIN_EREIGNIS und einem Ereignisargument, das größer als 3 ist.
ODER-Knoten
Die Kriterien in dem Knoten sind durch eine logische ODER-Verknüpfung bestimmt (mindestens eins der Kriterien muss erfüllt sein).
Sie gruppieren Kriterien in einem ODER-Knoten, wenn für das in der Event History zu protokollierende Ereignis mindestens eins der Kriterien in dem Knoten erfüllt sein soll.
Ein ODER-Knoten enthält die folgenden Kriterien:
Syntax
<OR>
Event name = MY_EVENT
Event argument = 3*Die Event History protokolliert alle Ereignisse, die mindestens eins der Kriterien erfüllen –d. h. alle Ereignisse mit dem Namen MEIN_EREIGNIS (unabhängig vom Argument) und alle Ereignisse mit einem Argument, das mit 3 beginnt (unabhängig vom Ereignisnamen).
Knoten können ineinander verschachtelt sein. Beispielsweise können Sie einen ODER-Knoten anlegen, der ein Unterknoten von einem UND-Knoten ist.
Standardmäßig legt der Kriterienmanager einen übergeordneten UND-Knoten in einer Kriterienhierarchie an. Alle von Ihnen angelegten Knoten sind in diesem übergeordneten Knoten geschachtelt. Die Kriterien in diesem übergeordneten Knoten werden von einer UND-Verknüpfung bestimmt.
Hinweis
Wenn ein verschachtelter Knoten nur ein Kriterium enthält, wird dieses Kriterium nicht von der vom verschachtelten Knoten festgelegten Beziehung bestimmt. Dieses Kriterium wird von der Beziehung des übergeordneten Knotens vom verschachtelten Knoten bestimmt.
Angenommen, die Kriterienhierarchie ist wie in dem folgenden graphisch dargestellten Beispiel:
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In diesem Fall wird die Event History die Ereignisse mit dem Namen MEIN_EREIGNIS_1 und Ereignisargument größer als 123 protokollieren (beide Bedingungen müssen erfüllt sein). Die EH wird nicht Ereignisse protokollieren, für die mindestens eine Bedingung erfüllt ist –d. h. wenn der Ereignisname MEIN_EREIGNIS_1 ist oder das Ereignisargument größer als 123 ist.
Die Event History soll alle Ereignisse mit einem Ereignisnamen MEIN_EREIGNIS_1 und Ereignisargument größer als 123 protokollieren. Sie soll auch alle Ereignisse protokollieren, deren Ereignisname mit ABC anfängt und deren Ereignisargument 123 ist.
Ein Beispiel für das Anlegen einer Kriterienhierarchie für eine Event History, die nur die Ereignisse protokolliert, die diese Kriterien erfüllen, finden Sie unter Beispiel: Kriterienhierarchie anlegen.