Mehrstufige ATP-Prüfung

Einsatzmöglichkeiten

Es gibt Industriebereiche (z.B. die PC-Montage), in denen ein Großteil des Wertschöpfungsprozesses bei der Endmontage anfällt. Die Baugruppen auf den unteren Fertigungsstufen werden bereits gefertigt oder beschafft, bevor der Kundenauftrag eingeht, doch die Endmontage wird erst durch das Eintreffen eines Kundenauftrags eingeleitet.

Die mehrstufige ATP-Prüfung findet typischerweise in diesen Bereichen ihre Anwendung, da bereits beim Anlegen eines Kundenauftrags die Komponenten geprüft werden, die benötigt werden, um ein Endprodukt zu fertigen.

Eine besonders geeignete Einsatzmöglichkeit ist die Kundenauftragserfassung für konfigurierte Produkte. Ein Kundenauftrag kann nur dann entgegengenommen werden, wenn alle benötigten Komponenten verfügbar sind. Welche Komponenten jedoch konkret benötigt werden, hängt von der vom Kunden gewünschten Konfiguration ab und kann erst zum Zeitpunkt des Kundenauftragserfassung geprüft werden.

Im Gegensatz zu Capable-To-Promise (CTP) werden während der mehrstufigen ATP-Prüfung keine Zugangselemente im Auftragsnetz von SAP Advanced Planning and Optimization (SAP APO) angelegt. Stattdessen werden die Prüfungsergebnisse in der ATP-Baumstruktur abgelegt. Zugangselemente werden erst später durch eine Umsetzung der ATP-Baumstruktur im PP/DS erzeugt. Dies erlaubt eine bessere Performance während der Prüfung. Jedoch sind Aussagen über die Kapazitäts- und Komponentenverfügbarkeit nur grob (tageweise) und nicht so fein wie in der CTP-Abwicklung (sekundengenau) möglich.

Solange noch keine Zugangselemente vorhanden sind, existiert die ATP-Baumstruktur in der SAP-APO-Datenbank. Bedarfe auf Komponentenebene werden als aggregierte Mengenbelegungen abgebildet. Die ATP-Baumstruktur und die aggregierten Mengenbelegungen werden unmittelbar nach Durchführung der Umsetzung in Zugangselemente gelöscht bzw. reduziert.

Die mehrstufige ATP-Prüfung unterstützt folgende Funktionen:

  • Prüfumfang bei der Produktverfügbarkeitsprüfung für Komponenten

  • Kontingentierung auf Enderzeugnisebene

  • Prüfung gegen Vorplanung auf Komponentenebene

  • Abbildung von Kapazitäten mit Hilfe von Kontingenten

  • Ausschluss von bestimmten Komponenten von der Prüfung (d. h. volle Bestätigung der Komponenten ohne Prüfung)

  • Rückgabe von Daten über die Komponenten/Merkmalswerte, die zu einer Verspätung bzw. Verringerung der Bestätigung geführt haben (Fehlteileliste)

  • Regelbasierte ATP-Prüfung auf Komponentenebene, wobei eine Lokationsfindung eine Umlagerungsbestellanforderung im PP/DS erzeugt. Weitere Informationen finden Sie unter Regelbasierte ATP-Prüfung auf Komponentenebene.

  • Systemübergreifende Streckenabwicklung auf Enderzeugnisebene zusammen mit mehrstufiger ATP-Prüfung

Voraussetzungen

  • Das an SAP APO angeschlossene OLTP-System kann ein SAP-ERP-System, ein SAP-CRM-System (SAP Customer Relationship Management) oder ein Nicht-SAP-System sein.

  • In SAP APO muss ein Produktionsprozessmodell (PPM) oder eine Produktionsdatenstruktur (PDS) angelegt sein.

  • Die Stammdaten der Komponenten müssen in SAP APO angelegt sein.

    Die mehrstufige ATP-Prüfung berücksichtigt nur die Komponenten, die in SAP APO angelegt sind.

  • Sie haben einen Produktionskalender im Lokationsstamm für die Terminierung angelegt.

  • Sie haben einen Prüfmodus und eine ATP-Gruppe in den lokationsspezifischen Produktstammdaten der Komponente (Registerkarte ATP) eingetragen. Ähnlich wie bei den Ersetzungen für regelbasierte ATP-Prüfung muss das System den Prüfmodus und die ATP-Gruppe im Produktstamm nachlesen, damit die Prüfvorschrift und die Prüfsteuerung für ATP-Prüfung der Komponente ermittelt werden kann. Weitere Informationen finden Sie unter Lokationsabhängige Produktstammdaten pflegen.

  • Sie haben im Prüfmodus für das Enderzeugnis die mehrstufige ATP-Prüfung eingestellt. Soll eine Planauflösung und ATP-Prüfung über abhängige Stücklisten mehrstufig durchgeführt werden, so muss im Prüfmodus für die Komponente, die auch gleichzeitig das Kopfmaterial einer Stückliste ist, die mehrstufige ATP-Prüfung eingestellt sein.

    Hinweis Hinweis

    Die Planauflösung und ATP-Prüfung für weitere abhängige Stücklisten kann auch erzielt werden, wenn auf Komponentenebene eine regelbasierte ATP-Prüfung durchgeführt wird, die für substituierte Komponenten, die gleichzeitig Kopfmaterialien von Stücklisten sind, die Produktion aufruft. Im Prüfmodus für die substituierten Komponenten muss die mehrstufige ATP-Prüfung eingestellt sein.

    Ende des Hinweises

    Wählen Sie im SAP-APO-Customizing Anfang des Navigationspfads Globale Verfügbarkeitsprüfung (Globale ATP-Prüfung) Navigationsschritt Allgemeine Einstellungen Navigationsschritt Prüfmodus pflegen Ende des Navigationspfads. Weitere Informationen finden Sie unter Prüfmodus pflegen.

    Hinweis Hinweis

    Bestehende Bedarfsklassen, für die bereits Kundenaufträge vorhanden sind, dürfen im ERP-System nicht geändert werden. Wenn Sie die mehrstufige ATP-Prüfung einsetzen, sollten Sie eine eigene Bedarfsklasse anlegen. Weitere Informationen finden Sie unter Steuerung der ATP-Prüfung für Komponenten.

    Ende des Hinweises
  • Sie haben in den Prüfvorschriften für die ATP-Prüfung folgende Einstellungen vorgenommen:

    • In den Prüfvorschriften des Enderzeugnisses und der Komponenten, die Kopfmaterialien der abhängigen Stücklisten sind, haben Sie den Anstoß, den Zeitpunkt der Produktion sowie das Absetzen eines Restbedarfes für die Komponenten eingestellt (siehe auch Mehrstufige ATP-Prüfung in zwei Schritten).

    • In der Prüfvorschrift für die ATP-Prüfung des Enderzeugnisses bzw. (bei regelbasierter ATP-Prüfung) der Produktsubstitution den Umsetzungsmodus für die ATP-Baumstruktur eingestellt.

    • Sie haben in der Prüfvorschrift des zu prüfenden Enderzeugnisses das Zugangselemente neu anlegen gesetzt. Damit stellen Sie sicher, dass bei einer erneuten ATP-Prüfung des bereits gesicherten Kundenauftrages das System die bereits vorhandenen Zugangselemente durch neue, besser passende Zugangselemente ersetzt.

    • Zusätzlich können Sie ein eigenes betriebswirtschaftliches Ereignis für die mehrstufige ATP-Prüfung in der Prüfvorschrift für das Enderzeugnis und die Komponente, die auch Kopfmaterial einer Stückliste ist, eintragen, wenn Sie möchten, dass sich die Prüfvorschrift und die Prüfsteuerung für die ATP-Prüfung der Komponenten von der Prüfsteuerung für die ATP-Prüfung des Enderzeugnis/Kopfmaterials unterscheiden soll. Wenn Sie kein spezielles betriebswirtschaftliches Ereignis für die Komponenten in der Prüfvorschrift eingetragen haben, wird das betriebswirtschaftliche Ereignis für die Prüfung auf Enderzeugnis- bzw. Kopfebene vom System verwendet.

    Wählen Sie im SAP-APO-Customizing Anfang des Navigationspfads Globale Verfügbarkeitsprüfung (Globale ATP-Prüfung) Navigationsschritt Allgemeine Einstellungen Navigationsschritt Prüfvorschrift pflegen Ende des Navigationspfads.

  • Sie haben für die ATP-Prüfung auf Komponentenebene die Kategorie AY (Sekundärbedarf) in den Prüfumfang aufgenommen. Wählen Sie im Customizing für SAP APO Anfang des Navigationspfads Globale Verfügbarkeitsprüfung (Globale ATP-Prüfung) Navigationsschritt Produktverfügbarkeitsprüfung Navigationsschritt Prüfsteuerung pflegen Ende des Navigationspfads.

  • Wenn Sie die regelbasierte ATP-Prüfung für Komponenten einsetzen, dann können Sie einen speziellen Geschäftsvorfall für die Ermittlung einer Regelstrategie oder einer Regelstrategiefolge im SAP-APO-Customizing über Anfang des Navigationspfads Globale Verfügbarkeitsprüfung (Globale ATP-Prüfung) Navigationsschritt Regelbasierte Verfügbarkeitsprüfung Navigationsschritt Geschäftsvorfall für mehrstufige ATP-Prüfung anlegen Ende des Navigationspfads verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter Regelbasierte ATP-Prüfung auf Komponentenebene.

  • Sie haben einen PP/DS-Horizont im Lokationsproduktstamm für die Produkte und Komponenten angelegt. Wenn Sie im Lokationsproduktstamm keinen eingetragen haben, verwendet das System den PP/DS-Horizont der Planversion.

  • Sie haben einen Einplanungshorizont für die mehrstufige ATP-Prüfung angelegt. Dieser ist in der Regel kleiner oder genauso groß wie der PP/DS-Horizont. Sie legen den Einplanungshorizont für die mehrstufige ATP-Prüfung im Customizing für SAP APO unter Anfang des Navigationspfads Supply-Chain-Planung Navigationsschritt Produktions- und Feinplanung (PP/DS) Navigationsschritt Globale Einstellungen Navigationsschritt Globale Parameter und Vorschlagswerte pflegen Ende des Navigationspfads an.

Prozess

  1. Sie erfassen für ein Enderzeugnis, für das eine Produktionsdatenstruktur oder ein Produktionsprozessmodell in SAP APO gepflegt ist, einen Kundenauftrag z.B. im ERP-System.

    Dem Material ist z.B. eine Strategiegruppe zugeordnet, die über die Bedarfsart eine Bedarfsklasse ermittelt. Diese Bedarfsklasse entspricht in SAP APO einem Prüfmodus, der eine mehrstufige ATP-Prüfung vorsieht.

    Weitere Informationen zur Auftragsabwicklung im ERP-System finden Sie in der SAP-Bibliothek für SAP ERP auf dem SAP Help Portal unter http://help.sap.com/erpAuf Nicht-SAP-Site veröffentlichte Informationen. Wählen Sie ein Release, und wählen Sie anschließend Anfang des Navigationspfads Application Help Navigationsschritt English/Deutsch (German) Navigationsschritt SAP ERP Central Component Navigationsschritt Logistik Navigationsschritt Vertrieb (SD) Navigationsschritt Verkauf (SD-SLS) Ende des Navigationspfads

  2. Im SAP-ERP-System wird automatisch eine ATP-Prüfung ausgelöst, die in SAP APO durchgeführt wird.

    Die Prüfvorschrift bestimmt den Verlauf der ATP-Prüfung in SAP APO. In diesem Beispiel haben Sie eingestellt, dass zuerst eine ATP-Prüfung durchgeführt wird und dann die Produktion aufgerufen wird (es ist auch möglich, dass sofort eine mehrstufige ATP-Prüfung ausgelöst wird).

    Durch die ATP-Prüfung werden die bestätigbaren (Teil)mengen auf Enderzeugnisebene durch eine temporäre Mengenbelegung vor konkurrierenden Anfragen geschützt.

    Zusätzliche Informationen finden Sie unter Basismethoden der Verfügbarkeitsprüfung.

  3. Falls die Bedarfsmenge nicht vollständig bestätigt werden kann, erfolgt eine mehrstufige ATP-Prüfung. Die mehrstufige ATP-Prüfung wird in zwei Schritten ausgeführt, wenn die Bedarfsmenge nicht vollständig zum Wunschtermin bestätigt werden kann und somit Teilbestätigungsmengen und -termine vorliegen.

    Im PP/DS wird eine Bezugsquellenfindung, eine Planauflösung und eine Terminierung ausgelöst. Weitere Informationen finden Sie unter Bezugsquellenfindung im PP/DS, unter Ermittlung der Komponentenmengen und -bedarfstermine bei mehrstufiger ATP-Prüfung und unter dem SAP-Hinweis 520432.

    Für die entstandenen Komponentenbedarfe wird eine ATP-Prüfung gemäß der eingestellten Prüfvorschrift für die Komponenten durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter Steuerung der ATP-Prüfung für Komponenten.

    Sollte eine Komponente nicht in ausreichender Menge verfügbar sein, wird dieser Prozess ggf. mehrstufig durchgeführt - vorausgesetzt für die untergeordneten Komponenten ist ein PPM vorhanden. Anschließend werden die Bestätigungen korreliert. Aus der Verfügbarkeit der Komponenten ergibt sich dadurch die Verfügbarkeit des Enderzeugnisses. Wenn die mehrstufige ATP-Prüfung die Bedarfsmenge zum Wunschtermin bestätigen kann, wird ein zweiter Schritt nicht ausgeführt, da das Ergebnis der mehrstufigen ATP-Prüfung genau ein Termin und eine Menge ist, für die im PP/DS ein Zugangselement angelegt werden kann.

    Anders verhält es sich, wenn das Ergebnis der mehrstufigen ATP-Prüfung aus bestätigten Teilmengen und Terminen besteht. In diesem Fall wird der zweite Schritt der mehrstufigen ATP-Prüfung durchgeführt.

    Abhängig von der Einstellung im Umsetzungsmodus für die ATP-Baumstruktur wird gesteuert, welche bestätigten (Teil)mengen und Termine als Bedarfsmenge und Bedarfstermin in den zweiten Schritt der mehrstufigen ATP-Prüfung eingehen. Es erfolgt wieder eine Planauflösung und Terminierung im PP/DS und es wird eine ATP-Prüfung für die Komponentenbedarfe durchgeführt. Allerdings muss jetzt die komplette Bedarfsmenge auf Kopfebene zum Bedarfstermin bestätigt werden. Falls keine Bestätigung erfolgt (aufgrund von verletzten Gültigkeiten), behandelt das System die unbestätigte Menge abhängig von der Einstellung Komponenten Restbedarf in der Prüfvorschrift. Der Restbedarf kann auf Kopfebene oder Komponentenebene angelegt werden. Zusätzliche Informationen finden unter Mehrstufige ATP-Prüfung in zwei Schritten.

    Für die Komponentenbedarfe werden präpersistente temporäre Mengenbelegungen geschrieben. Weitere Informationen finden Sie unter Persistenzindikator.

    Hier sehen Sie in einer Übersicht das Ergebnis der Auswertung. Die Komponentenbedarfe und –bestätigungen werden in einer hierarchischen Darstellung (siehe auch Ergebnisübersicht) angezeigt. Dort ist die Gesamtbestätigung für das Enderzeugnis sowie die Bestätigung für die Komponentenbedarfe zu sehen. Die Bestätigung für die Komponenten kann nicht geändert werden.

  4. Sie übernehmen das Ergebnis.

    Die Bestätigungen für die Komponenten werden nicht an das ERP-System übertragen.

  5. Der Kundenauftrag in ERP-System enthält eine bestätigte Menge und einen Termin für das Enderzeugnis.

  6. Sie sichern den Kundenauftrag im ERP-System.

  7. In SAP APO wird eine ATP-Baumstruktur in der SAP-APO-Datenbank gesichert. Abhängig vom Einplanungshorizont und PP/DS-Horizont wird beim Sichern des Kundenauftrags sofort die ATP-Baumstruktur umgesetzt und ein Beschaffungsvorschlag im PP/DS angelegt. Sind der Einplanungshorizont und der PP/DS-Horizont zu klein gewählt, wird zunächst die ATP-Baumstruktur nur persistent in der SAP-APO-Datenbank gesichert. In diesem Fall muss eine spätere Umsetzung im PP/DS erfolgen.

    In SAP APO wird die temporäre Mengenbelegung gelöscht, und es wird ein Bedarf für das Enderzeugnis im liveCache erzeugt. Gleichzeitig wird die persistent auf die Datenbank gesichert. Komponentenbedarfe werden als aggregierte Mengenbelegungen abgelegt. Weitere Informationen finden Sie unter Erzeugen der ATP-Baumstruktur.

    Abhängig vom Einplanungshorizont und dem PP/DS-Horizont kann beim Sichern des Kundenauftrags sofort ein Zugangselement im PP/DS angelegt werden. In diesem Fall muss der Wert (Tage) im Einplanungshorizont für die mehrstufige ATP-Prüfung groß genug gewählt werden, damit sofort eine Umsetzung der ATP-Baumstruktur (und anschließendes Löschen) erfolgt und automatisch ein Beschaffungsvorschlag erzeugt werden kann. Die Umsetzung der ATP-Baumstruktur erfolgt immer pro Wunscheinteilung des Kundenauftrags. Weitere Informationen finden Sie unter Umsetzung der ATP-Baumstruktur.

    Sie konfigurieren den Einplanungshorizont für die mehrstufige ATP-Prüfung im Customizing für SAP APO unter Anfang des Navigationspfads Supply-Chain-Planung Navigationsschritt Produktions- und Feinplanung (PP/DS) Navigationsschritt Globale Einstellungen Navigationsschritt Globale Parameter und Vorschlagswerte pflegen Ende des Navigationspfads (Registerkarte Planung).

    Sollte die ATP-Prüfung festgestellt haben, dass die Gültigkeit einer Stückliste bezüglich des Termins oder der Menge verletzt wurde, wird beim Sichern des Kundenauftrags im Alert Monitor ein Alert erzeugt. Sollte die Stücklistengültigkeit im Rahmen einer Liefergruppenkorrelation oder einer Änderung im Liefervorschlagsbild auf Enderzeugnisebene verletzt worden sein, kann der Vertriebsbearbeiter die Rückstandsbearbeitung (Auswahl der Aufträge über Alerts) einsetzen. Des Weiteren wird ein Alert beim Sichern des Kundenauftrags im Alert Monitor erzeugt, falls ein Planauftrag geprüft, jedoch unbestätigt im PP/DS erzeugt worden ist bzw. bei einer späteren Umsetzung der ATP-Baumstruktur erzeugt wird. Dies dann der Fall, wenn Sie in der Prüfvorschrift das Absetzen des Restbedarfs auf Komponentenebene eingestellt haben. Der Planer muss dafür sorgen, dass die unbestätigten Komponenten beschafft werden. Weitere Informationen finden Sie unter Alert Monitor.

  8. Wurde die ATP-Baumstruktur beim Sichern des Kundenauftrags nicht sofort umgesetzt, so müssen Sie die ATP-Baumstruktur später im PP/DS umsetzen.

    Die ATP-Baumstruktur und die aggregierten Mengenbelegungen werden unmittelbar nach der Umsetzung gelöscht bzw. reduziert.

    Weitere Informationen finden Sie unter Umsetzung der ATP-Baumstruktur in ein Zugangselement im PP/DS.

  9. Der Planauftrag bzw. Bestellanforderung wird im ERP-System in einen Produktionsauftrag bzw. Bestellung umgesetzt.

    Weitere Informationen finden Sie unter Übertragung von Aufträgen in das OLTP-System.

Teilprozesse

Erneute ATP-Prüfung beim Anlegen oder Ändern des Kundenauftrags

Typischerweise ändern Sie den Kundenauftrag, wenn sich seitens des Kunden die Wunschliefermenge oder der Wunschliefertermin geändert hat. Beim Ändern des Kundenauftrags wird automatisch eine neue ATP-Prüfung ausgelöst. Beachten Sie Folgendes:

Solange noch keine Zugangselemente als Ergebnis der mehrstufigen ATP-Prüfung vom System angelegt wurden, können Sie ohne weiteres eine erneute ATP-Prüfung durchführen.

Wenn die ATP-Baumstrukturen bereits umgesetzt und das System daher bereits Zugangselemente angelegt hat, dann müssen Sie bei einer erneuten ATP-Prüfung folgendes beachten:

  • Wenn Sie das Kennzeichen Zugangselemente neu anlegen in der Prüfvorschrift des Endproduktes gesetzt haben, dann kann das System bei einer erneuten ATP-Prüfung ein besser passendes Zugangselement anlegen. Das System passt dann mehrstufig die Zugangselemente in der gesamten Auftragsstruktur an und löscht die überflüssigen, bisherigen Zugangselemente. Weitere Informationen finden Sie unter Neuanlage von Beschaffungsvorschlägen.

  • Wenn Sie das Kennzeichen Zugangselemente neu anlegen in der Prüfvorschrift des Endproduktes nicht gesetzt haben, dann sind die drei folgenden Fälle zu unterscheiden, wie das System vorgeht:

    • Wunschmenge wird erhöht; Wunschliefertermin wird in die Zukunft verschoben

      Das System führt für die Wunschmenge eine erneute ATP-Prüfung durch. Die bisher angelegten Zugangselemente werden im Prüfumfang der ATP-Prüfung berücksichtigt. Für die jetzt noch offene Menge wird das System ggf. eine mehrstufige ATP-Prüfung durchführen.

      Wird der Wunschliefertermin in die Zukunft verschoben, so kann das System bei erneuter ATP-Prüfung das Ergebnis bestätigen, da die Bedarfsmenge bereits zu einem früheren Wunschliefertermin bestätigt wurde.

      Hinweis Hinweis

      Für diesen Fall darf nicht Produktion direkt eingestellt sein, da direkt die Produktion aufgerufen wird, ohne dass zuvor eine ATP-Prüfung durchgeführt wurde.

      Ende des Hinweises
    • Wunschmenge wird verringert; Wunschliefertermin wird in die Vergangenheit verschoben

      Das System führt für die Wunschmenge eine erneute ATP-Prüfung durch. Die bisher angelegten Zugangselemente werden im Prüfumfang der ATP-Prüfung berücksichtigt. Das System kann die Wunschmenge bestätigen. Jedoch sind jetzt Planaufträge vorhanden, die eigentlich nicht benötigt werden.

      Wenn der Wunschliefertermin in die Vergangenheit verschoben wurde, bestätigt die ATP-Prüfung zu diesem Termin. Falls Sie über das Berechnungsprofil der RBA die erlaubte Verspätung so gering gesetzt haben, dass der ursprüngliche Wunschliefertermin nicht erlaubt ist, findet eine neue mehrstufige ATP statt. Wenn eine Umsetzung der ATP-Baumstruktur erfolgt, sind jetzt wiederum Planaufträge vorhanden, die nicht benötigt werden.

    • Produktion direkt

      In diesem Fall wird immer sofort die Produktion aufgerufen und eine erneute mehrstufige ATP-Prüfung durchgeführt. Nach der Umsetzung der ATP-Baumstruktur sind in diesem Fall wieder Planaufträge vorhanden, die eigentlich nicht benötigt werden. Die direkte Produktion ist nur in folgenden Fällen sinnvoll:

      • im Rahmen der regelbasierten ATP-Prüfung

      • wenn die Zugangselemente automatisch gelöscht werden können (siehe unten)

Abbildung von Kapazitäten mit Hilfe von Kontingenten

Sollen während der mehrstufigen ATP-Prüfung Kapazitäten geprüft werden, so können Sie das über eine vorgelagerte Prüfung gegen Kontingente einstellen. Zulässige Merkmale sind hierbei nur Produkt und Lokation. Es handelt sich hierbei um eine eingeschränkte Prüfung gegen Kontingente, die Merkmale wie z.B. Auftraggeber nicht unterstützt.

Da bei einer ATP-Prüfung von Komponenten das System nur auf die Informationen von SAP APO zurückgreift, fehlen die Informationen wie z.B. der Feldkatalog, der normalerweise vom ERP-System übergeben wird und der im Fall der mehrstufigen ATP-Prüfung nur für das Enderzeugnis in SAP APO vorhanden ist.

Aus diesem Grund sind die Merkmale RULE_MATNR und RULE_WERKS die einzigen zulässigen Merkmale, die Sie in die Kontingentgruppe für die Kontingentierung auf Komponentenebene verwenden dürfen. Sie finden diese Merkmale in der Suchhilfe zur Feldkatalogergänzung in der Customizing-Aktivität Kontingentgruppe pflegen.

Beachten Sie, dass keine automatische Synchronisation zwischen den Kontingenten und den Ressourcen/Ressourcenbelegungen vorgenommen wird. Fällt z.B. eine Ressource aus oder wird ein Planauftrag manuell geändert, so müssen die Kontingente ggf. manuell angepasst werden.

Weitere Informationen finden Sie unter Einstellungen für die Kontingentierung.

Anzeigen

Das Ergebnis der mehrstufigen ATP-Prüfung wird in der Ergebnisübersicht angezeigt. Dabei kann dynamisch, abhängig vom Verlauf der Prüfung, u.a. eine Fehlteileliste ausgegeben werden. Weitere Informationen finden Sie unter Ergebnisübersicht.

Einschränkungen

  • Die mehrstufige ATP-Prüfung berücksichtigt keine Losgrößen, d.h. es wird nur die exakte Losgröße berücksichtigt. Auftragsmengen werden aus der ATP übernommen. Ein Auftragssplit bzw. eine Auftragszusammenführung ist im PP/DS nur manuell möglich, und das auch nur, wenn keine Konfiguration bzw. keine Produktersetzungen vorliegen.

  • Falsche Komponentengültigkeit können Sie im PP/DS nur manuell (Auftrag löschen, neu anlegen und neue mehrstufige ATP-Prüfung durchführen) beheben. Sie können einstellen, dass in solchen Situationen ein Alert erzeugt wird. Wenn das Konfigurationsmodell geändert wird, wird der Kundenauftrag nicht aktualisiert. Analog dazu werden bei Planänderungen auch nicht die Plan- bzw. Fertigungsaufträge angepasst.

  • Es gibt keine automatische Synchronisation von Ressourcen/Ressourcenbelegungen und Kontingenten. Ressourcen können während der ATP-Prüfung nur in Form von Kontingenten geprüft werden. Es gibt kein Tool für den Abgleich von Kapazitäten und Kontingenten. Die Kontingente können unter Umständen mit Hilfe von DP/SNP bestimmt werden. Für die Konsistenz von SNP-PPMs und PP/DS-PPMs bzw. Laufzeitobjekt ist der Anwender verantwortlich.

  • Ist eine Konfiguration im Einsatz, so müssen das Konfigurationsmodell und die auf Komponentenebene durch regelbasierte ATP-Prüfung möglichen Substitutionen konsistent gepflegt sein.

  • Wird auf Enderzeugnisebene mit Konfiguration gearbeitet und wird auf Komponentenebene eine Produktersetzung durchgeführt, so führt dies weder zu einer neuen Konfiguration noch auf Enderzeugnisebene zu einem anderen Produkt.

  • Bei einer Umlagerung mit regelbasierter ATP-Prüfung darf keine gleichzeitige Produktsubstitution vorgenommen werden.

  • Im Rahmen einer mehrstufigen ATP-Prüfung ist für Komponenten eine Kontingentierung nur eingeschränkt möglich. Auf Komponentenebene wird die Kontingentierung nur zur Abbildung einer Art Kapazitätsprüfung verwendet.

  • Mischformen von mehrstufiger ATP-Prüfung und Capable-To-Promise (CTP) werden nicht unterstützt. D.h. pro Stückliste darf entweder nur mehrstufige ATP-Prüfung oder nur CTP durchgeführt werden.

  • Das gesetzte Kennzeichen Zugangselemente neu anlegen wirkt nur bei Kundeneinzelfertigung oder wenn der Kundenauftrag mit dem Bedarf fix verpeggt ist; es werden nur die Zugangselemente gelöscht, die ein Löschen erlauben, d. h. ist der von SAP APO übertragene Planauftrag im ERP-System einmal kopffixiert, dann kann diese Funktion nicht verwendet werden.

  • Eine merkmalsbasierte Prüfung auf Bestandsebene (Produktionstyp „Merkmalsauswertung“ im Prüfmodus) ist für Komponenten nicht möglich.

  • Mehrstufige Konfiguration ist derzeit nur mit iBASE, nicht jedoch mit CDP möglich. Grund dafür ist, dass die CDP-Merkmalsbewertungen im liveCache abgelegt werden und dort somit ein „Träger“ dieser Bewertung existieren muss. Bei der mehrstufigen ATP-Prüfung ist dies jedoch auf Komponentenebene nicht der Fall, wenn noch keine Planung durchgeführt wurde. Werden die CDP-Merkmalsbewertungen in der SAP-APO-Datenbank abgelegt, so sollte auch für CDP-Merkmale eine Mehrstufigkeit möglich sein.

  • Dummy-Baugruppen sind in der ATP nicht bekannt. Insbesondere können für Dummy-Baugruppen keine Prüfungen und keine regelbasierte ATP-Prüfung durchgeführt werden.

  • Merkmalsbasierte ATP-Prüfung auf Komponentenebene wird nicht unterstützt.

  • Die Bestimmung der „verursachenden“ Merkmalsbewertung zu einer verspäteten Komponente ist nur in folgenden Fällen möglich:

    • iPPE: Es besteht eine 1:1 - Zuordnung zwischen Merkmalswert und Komponente. Wird eine Komponenten durch n- Merkmale bestimmt, so dürfen diese nur eine UND-Beziehung, aber keine ODER-Beziehung haben. Ferner muss gelten: Ein Merkmal entspricht einem Merkmalswert. Verknüpfung von Merkmalen ist nicht zulässig.

    • CDP: Merkmalsbewertungen werden innerhalb eines Plans über Merkmalspropagierung nur kopiert, nicht jedoch über Makros abgeleitet.

  • Kuppelproduktion wird nicht unterstützt.

  • Wird ein Beleg geprüft, der auf einen anderen Beleg referenziert (z. B. Kundenauftrag referenziert auf ein Angebot oder eine Lieferung referenziert auf einen Kundenauftrag), so darf zum referenzierten Beleg zum Zeitpunkt des Nachfolgerbeleges keine ATP-Baumstruktur mehr vorhanden sein. D. h.:

    • Für Angebote darf zwar eine mehrstufige ATP-Prüfung durchgeführt werden, die Positionen des Angebots für die eine mehrstufige ATP-Prüfung durchgeführt wird, dürfen jedoch nicht bedarfsrelevant sein (in diesem Fall wird dann keine ATP-Baumstruktur geschrieben).

    • Wird eine Lieferung geprüft, die einen Kundenauftrag referenziert, für den eine mehrstufige ATP-Prüfung ausgeführt worden ist, so muss bereits für die referenzierten Auftragspositionen ein Planungslauf durchgeführt worden sein, so dass für sie keine ATP-Baumstruktur mehr existiert.

  • Regelbasierte ATP-Prüfung mit Umlagerungen ist nur möglich, wenn beide betroffene Lokationen in demselben OLTP-System liegen.

  • Konservatives Deltahandling ist nicht möglich.

  • Eine Auflösung der Maximalstückliste findet nicht statt. Die ATP-Prüfung arbeitet nur mit genau der Konfiguration/Merkmalsbewertung, die vom Aufrufer an die Prüfung übergeben wurde. Dabei sind nur die Merkmale relevant, die eindeutig bewertet sind.

  • Die mehrstufige ATP-Prüfung arbeitet nur in der aktiven Planversion.

  • Damit der Planungslauf Umlagerungsbestellanforderungen anlegen kann, muss zwischen den entsprechenden Lokationen eine Transportbeziehung gepflegt sein.