Anlieferungsmonitor

Verwendung

Der Anlieferungsmonitor dient der automatischen Überwachung von Anlieferungen von einer Auslieferlokation (Lieferant oder Distributionszentrum) an eine Anlieferlokation (Distributionszentrum). Der Anlieferungsmonitor ermittelt die Bearbeitungszeit für die Teilprozesse der Anlieferung und vergleicht die ermittelte Zeit mit festgelegten Standardzeiten. Er wertet dazu die Statusinformation im Lieferavis aus. Beim Auftreten einer Verzögerung löst er den Alert Standardbearbeitungszeit überschritten aus. Außerdem prüft das System periodisch für noch nicht abgeschlossene Anlieferungen, ob es für das angelieferte Produkt eine Unterdeckung gibt und löst gegebenenfalls den Alert Kritisches Produkt (Anlieferungsmonitor) (Alert-Typ 7801) aus. Für Anlieferungspositionen, die sich in Bearbeitung befinden, kann das System außerdem Prioritätspunkte berechnen. Diese Prioritätspunkte kann Extended Warehouse Management (EWM) nutzen, um die Auspackreihenfolge der angelieferten Produkte zu bestimmen.

Der Supply-Chain-Analyst kann sich die Alerts im Alert Monitor anzeigen lassen und gegebenenfalls Maßnahmen ergreifen.

Im Umfeld des Anlieferungsmonitors wird die Lokation als „Anlieferlokation“ bezeichnet, an der die Ware physisch angeliefert wird. Diese „Anlieferlokation“ kann in SAP Supply Network Collaboration (SAP SNC) beispielsweise die Kundenlokation sein, in SAP Advanced Planning and Optimization (SAP APO) kann sie z. B. auch ein Verpackungsdienstleister für Lagerung (VDL) sein.

Integration

Der Anlieferungsmonitor stellt zwei Extraktoren für die Datenübertragung an SAP NetWeaver Business Intelligence zur Verfügung:

Für den Anlieferungsmonitor relevante Details des Lieferavis (DataSource 0SPL_INB_DETAILS_1)

Übersicht über kritische Produkte (DataSource 0SPL_INB_CRITICAL_1)

Stellen Sie sicher, dass diese Daten aus dem Anlieferungsmonitor an SAP NetWeaver Business Intelligence übertragen werden.

Weitere Informationen finden Sie in der Dokumentation zu SAP NetWeaver Release ´04 im Business Content des Business Intelligence unter Supply-Chain-Management →Ersatzteillogistik →Anlieferungsmonitor

Voraussetzungen

Systemlandschaft

Es ist eine integrierte Systemlandschaft mit folgenden Systemen und Komponenten vorhanden:

SAP Supply Chain Management (SAP SCM)

SAP R/3 DIMP für Ersatzteilplanung (SPP)

SAP NetWeaver Business Intelligence

Extended Warehouse Management (EWM)

Integrationsmodell

Es ist ein aktives Integrationsmodell für Anlieferungen vorhanden, das alle Lokationsprodukte berücksichtigt, die im Anlieferungsmonitor überwacht werden sollen.

Stammdaten

In den angeschlossenen Systemen sind folgende Stammdaten vorhanden:

Produkte

Lokationen

Lieferanten

Zwischen Ausliefer- und Anlieferlokationen sind Transportbeziehungen vorhanden, in denen der Transportkalender gepflegt ist.

Es ist eine Lokationshierarchie zur Definition von Regionen vorhanden.

SAP Easy Access Menü

Sie haben Standardzeiten für den Anlieferungsmonitor definiert.

Customizing

Sie haben all Customizing-Einstellungen für den Anlieferungsmonitor vorgenommen. Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) des Advanced Planning and Optimization unter Supply-Chain-Planung →Ersatzteilplanung (SPP) →Monitoring →Anlieferungsmonitor

Planungsservice-Manager

Sie haben im Planungsservice-Manager (PSM) den Planungsservice „SPP: Prioritätsbestimmungsservice“ (SPP_PRIORITY_POINTS_CALC) eingeplant, so dass das System diesen Planungsservice regelmäßig, z. B. täglich durchführt. Dieser Planungsservice prüft, ob ein Produkt als kritisch eingestuft werden muss und berechnet Prioritätspunkte.

Die Selektion haben Sie folgendermaßen definiert:

Als Selektionstyp haben Sie Zu erwartende Anlieferungspos. gewählt.

Sie haben die Selektion nach Produkt, Lokation oder Lokationsprodukt eingeschränkt.

Im Bereich Zu erwartende Anlieferungsposition haben Sie eine oder mehrere der folgenden Angaben gemacht:

Sie haben einen oder mehrere Lieferstatus sowie eine Anzahl an Tagen für den Statuswechsel angegeben.

Sie haben die Lieferstatus YRD und ROD sowie 5 Tage angegeben. Das System prüft dann die Lieferavispositionen, die in den nächsten 5 Tagen den Status YRD oder ROD erreichen sollen.

Sie haben die Option Asynchrone Anfragen gewählt. In diesem Fall prüft das System jedes Mal bei Ausführung des Planungsservices, die Lieferavispositionen, die ein Fremdsystem angefragt hat. (SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) fordert auf diesem Weg z. B. Prioritätspunkte an.)

Sie haben die Option Alert 7801 vorg. gewählt. In diesem Fall erzeugt das System für alle Produkte, die es als kritisch ermittelt hat, den Alert vom Typ Kritisches Produkt (7801)

Weitere Informationen über Selektionskriterien finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG) der SCM Basis unter Planungsservice-Manager (PSM) →Selektionen definieren

Weitere Informationen über den PSM finden Sie unter Nutzung des Planungsservice-Managers für die Ersatzteilplanung und unter PSM-Services für Analyse, Reporting und Monitoring .

Funktionsumfang

Wenn ein Lieferavis in SAP APO eintrifft, überprüft das System, ob die Anlieferung von Ihnen definierte Standardzeiten einhält. Dabei vergleicht das System die Zeit zwischen zwei aufeinander folgenden Bearbeitungsschritten mit von Ihnen definierten Standardzeiten. Wenn in der Statusreihenfolge ein Bearbeitungsschritt fehlt, berechnet das System diesen Bearbeitungsschritt. Wenn die Zeit zwischen zwei Bearbeitungsschritten größer als die von Ihnen definierte Standardzeit, kennzeichnet das System die Lieferavisposition als verspätet. Außerdem kennzeichnet das System den entsprechenden Bearbeitungsschritt ebenfalls als verspätet. Weitere Informationen darüber, wie das System Standardzeiten ermittelt und wie Sie diese definieren können, finden Sie unter Ermitteln von Standardzeiten .

Wenn sich ein Bearbeitungsschritt der Anlieferung im Vergleich zur Referenzzeit verzögert, erzeugt das System den Alert Standardbearbeitungszeit überschritten .

Wenn der erste Bearbeitungsschritt beginnt, berechnet das System aus dem Statuszeitpunkt plus den Standardzeiten der Statusliste einen Verfügbarkeitszeitraum der Lieferavisposition. Wenn Bearbeitungsschritte früher als geplant beendet sind, passt das System den Verfügbarkeitszeitraum an. Wenn Bearbeitungsschritte jedoch später als geplant beendet sind, passt das System den Verfügbarkeitszeitraumnichtan. Der Verfügbarkeitszeitraum, den das System für den Anlieferungsmonitor ermittelt, basiert nicht auf Beschaffungszeiten , sondern auf den Standardzeiten, die Sie für den Anlieferungsmonitor definiert haben.

Der Planungsservice „SPP: Prioritätsbestimmungsservice“ bearbeitet alle geänderten und neu in SAP APO eintreffenden Lieferavise abhängig von den von Ihnen definierten Selektionskriterien (siehe Voraussetzungen ). Für diese Lieferavise prüft das System, ob die Produkte in diesen Lieferavisen als kritische Produkte gelten. Abhängig von Ihren Einstellungen erzeugt das System für die so ermittelten kritischen Produkte den Alert Kritisches Produkt (Anlieferungsmonitor) . Der Planungsservice berechnet außerdem Prioritätspunkte für alle Produkte, für die EWM dies anfordert.

Das System zeigt Vergleichswerte aus vorangegangenen Anlieferungen an. Weitere Informationen finden Sie unter Definition und Anzeige von Standardzeiten .

Der Anlieferungsmonitor stellt der Service-Loss-Analyse Daten über verzögerte Bearbeitungsschritte zur Verfügung.

Aktivitäten

Standardzeiten definieren Sie vom Bild SAP Easy Access aus unter Advanced Planning and Optimization →Ersatzteilplanung (SPP) →Auswertung/Monitoring →Anlieferungsmonitor – Standardzeiten

Der Supply-Chain-Analyst überprüft im Alert Monitor , ob Alerts aus dem Anlieferungsmonitor vorhanden sind, und trifft gegebenenfalls Maßnahmen.