Produktionsplanung mit der Planungsmatrix (RPM)
Diese Komponente enthält die Funktionen zur Planung der Komponentenbedarfe für die Herstellung variantenreicher Produkte mit hohem Auftragsvolumen, die gemeinsam auf einem Liniennetz gefertigt werden. Das Liniennetz kann dabei aus mehreren hintereinander und parallel angeordneten Linien (Alternativliniengruppen) bestehen. Darüber hinaus können Sie festlegen, dass die Planung auch die für die Fertigung erforderlichen Aktivitäten ermittelt.
Sie ist im Wesentlichen eine Erweiterung der Komponente Produktions- und Feinplanung
im APO, die aufgrund einer neuen Technik bei der Stücklistenauflösung im liveCache des APO sehr viel schneller große Datenmengen verarbeitet als die bisherige Form der Planung.
Diese Komponente setzen Sie ein, wenn Sie die Produktionsplanung im APO für konfigurierbare Produkte mit vielen Varianten und großer Anzahl Kundenaufträge durchführen müssen. Diese Form der Planung ist daher insbesondere für die kundenauftragsorientierte Serienfertigung, wie Sie z.B. in der Automobilindustrie oder bei Firmen der Elektronikbranche auftritt, geeignet.
Sie können die Planungsmatrix jedoch im Rahmen eines Lagerfertigungsszenarios auch zur Planung von Materialvarianten einsetzen. Siehe auch: Planung von Materialvarianten.
Die Produktionsplanung mit Planungsmatrix (Rapid Planning Matrix) ist aus folgenden Gründen besonders schnell:
Als Planungsgrundlage wird das Integrierte Produkt- und Prozess-Engineering (iPPE) verwendet.
Bei der Planung wird für das RPM-Produkt eine Planungsmatrix im liveCache des APO aufgebaut, die die planungsrelevanten Daten enthält; daher sind keine zeitintensiven Datenbankzugriffe erforderlich.
Die Bestimmung der gültigen Stücklistenpositionen sowie der gültigen Aktivitäten erfolgt simultan für alle Planaufträge.
Weitere Informationen finden Sie unter Planungsmatrix.
Die Planungsmatrix im APO kann nur in Verbindung mit dem integrierten Produkt-Prozess-Engineering (iPPE) eingesetzt werden. Das integrierten Produkt-Prozess-Engineering pflegen Sie in einem Discrete Industries-System (ab 4.6B).
Gewünschte Funktion |
Erforderliche Komponente |
Weitere Informationen |
Planaufträge für das RPM-Produkt erzeugen und Auftragsreihenfolge festlegen. Anschließend die für die Planaufträge erforderlichen Komponenten und Aktivitäten mithilfe der Planungsmatrix ermitteln. |
Modell-Mix-Planung (APO) |
Mithilfe der Modell-Mix-Planung erzeugt der APO für die Kundenaufträge passende Planaufträge, bestimmt die Reihenfolge dieser Planaufträge auf einer Linie und damit die Start- und Endtermine. Die Auftragsstarttermine bilden die Grundlage für die Terminierung der Komponentenbedarfe in der Planungsmatrix. Im Anschluss daran werden die Planungsmatrizen für ein Produkt erstellt. |
Planungsmatrix aktualisieren |
Produktions- und Feinplanung (SAP APO) |
Sie können den Planungslauf zur Aktualisierung der Matrix direkt im Menü der Planungsmatrix oder ausgehend von der Produktsicht, oder ausgehend von der Produktplantafel starten oder als Hintergrundplanung durchführen. |
Planung auf unteren Dispostufen weiterführen |
Produktions- und Feinplanung (SAP APO) |
Die Komponenten, die für die Planung im APO vorgesehen sind, werden weiter mit der Produktions- und Feinplanung geplant. |
Planung auf unteren Dispostufen weiterführen |
Bedarfsplanung (DI-System) |
Bei Komponenten, die im DI-System mit der Bedarfsplanung weitergeplant werden sollen, werden die Planungsvormerkungen ins DI-System übertragen und dort beim nächsten Planungslauf mitgeplant. |
Planungsergebnisse in SAP APO auswerten |
Auswertungen der Produktions- und Feinplanung (SAP APO) |
Die Planungsmatrix, die SAP APO für ein Produkt erstellt hat, können Sie in einer eigenen Auswertung anzeigen. Außerdem können Sie die Planungsergebnisse im Planauftragsmanagement und in der Produktplantafel auswerten und bearbeiten. |
Planungsergebnisse im DI-System auswerten |
Auswertungen der Bedarfsplanung |
Die Planungsergebnisse der Komponenten können Sie in der Dispoliste oder Bedarfs-/Bestandsliste auswerten. |
Rückmeldung in SAP APO durchführen |
Produktionsrückmeldung in SAP APO und im DI-System |
Sie erfassen die Rückmeldedaten der Aufträge in SAP APO. Die Planungsmatrix ermittelt die für den Auftrag verwendeten Komponenten und Aktivitäten. Die Warenausgangsbuchungen und die Buchung der Fertigungsleistungen werden automatisch im DI-System durchgeführt. |
Gewünschte Funktion |
Erforderliche Komponente |
Weitere Informationen |
Stammdaten im ERP-System pflegen |
Materialstamm |
Dispositionsdaten einstellen Fertigungsversion pflegen |
Klassensystem |
Sie legen die Klassen für die RPM-Produkte und die für die Klassen erforderlichen Merkmale fest. Bei den Merkmalen können Sie nur diskrete Werte verwenden. |
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Variantenkonfiguration |
Sie legen das Beziehungswissen fest. Dabei sind nur einfache Selektionsbedingungen möglich. Sie können das Beziehungswissen auch direkt in der iPPE- Produktstruktur pflegen. Außerdem legen Sie ein Konfigurationsprofil an. |
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Integriertes Produkt- und Prozess-Engineering (iPPE) bestehend aus: |
Die Stücklistendaten legen Sie in einer Produkt-Varianten-Struktur an. Die Arbeitsplandaten legen Sie mithilfe der Komponente Prozessstruktur an und ordnen die Komponenten den einzelnen Aktivitäten zu. Mit dem Liniendesign bilden Sie die Struktur Ihrer Linien ab. In der Abtaktung ordnen Sie die Aktivitäten den Linienelementen zu. |
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Änderungsdienst |
Mithilfe des Änderungsdienstes können verschiedene Änderungsstände der Produkt-Varianten-Struktur sowie Vorserienparameter verwaltet werden. Diese Änderungsstände werden dann auch bei der Planung berücksichtigt. Neben der zeitlichen Gültigkeit werden bei der Auflösung auch die Parameter Lokation, Produktklasse und Vorserienparameter berücksichtigt. |
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Stammdaten nach SAP APO übertragen |
Das ERP-System versorgt SAP APO mit Stamm- und Bewegungsdaten. Die Datenübertragung steuern Sie mit dem Integrationsmodell des APO Core Interface. Alle übertragenen Stammdaten sind automatisch dem Modell 000 (Modell für die aktive Planung) zugeordnet. |
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Produktionsdatenstruktur aus iPPE-Daten im APO generieren |
Produktionsdatenstruktur |
Nach der Übertragung der iPPE-Daten müssen Sie eine Produktionsdatenstruktur (PDS) für das RPM-Produkt generieren. Dieses PDS bildet die Planungsgrundlage für die Planungsmatrix. |
Stammdaten in SAP APO nachpflegen |
Produktstamm Linienressource |
Sie ergänzen die planungsrelevanten Einstellungen im Produktstamm. Sie pflegen für die Linienressource, die bei der Datenübertragung für die Linie generiert wurde, die Produktionsraten und das Schichtmodell. Die Linienressource bildet zusammen mit den Daten aus dem Liniendesign die Grundlage für die Taktterminierung. |
Mit der Planungsmatrix können Sie die Bedarfsmengen und -termine sowie die Einbauorte der Komponenten eines Produktes sehr schnell planen und die für den Einbau der Komponenten erforderlichen Aktivitäten bestimmen. Das zu planende Produkt durchläuft bei seiner Fertigung ein Liniennetz das aus mehreren parallel und sequentiell angeordneten Linien bestehen kann. Siehe auch: Anlegen einer Linienstruktur für ein Liniennetz mit Alternativen.
Dabei handelt es sich um eine einstufige Planung. Die Planung auf den untergeordneten Stücklistenstufen wird entweder im DI-System mit Hilfe der Bedarfsplanung oder in SAP APO mit der Produktions- und Feinplanung durchgeführt.
Im Einzelnen bietet die Planungsmatrix folgende Funktionen:
Einstufiges Auflösen der iPPE-Daten bestehend aus Produkt-Varianten-Struktur, Liniendesign und Prozessstruktur
Ermitteln der erforderlichen Merkmalswerte und Komponenten mithilfe der Merkmalswerte- und Positionsvariantenmatrix
Terminierung
Die Terminierung wird als Taktterminierung durchgeführt.
Die Planungsmatrix ermittelt dabei die Einbauorte und die exakten Bedarfstermine der Komponenten anhand des Auftragsstarttermins und der Stammdaten, die Sie im integrierten Produkt- und Prozess-Engineering gepflegt haben. Ändert sich der Starttermin aufgrund einer Reihenfolgenänderung in der Modell-Mix-Planung, dann passt die Planungsmatrix die Bedarfstermine der Komponenten automatisch an.
Auch bei einem Linienwechsel (Umplanen eines Auftrages auf eine andere Linie, die zur gleichen Alternativliniengruppe gehört) werden die Einbauorte und Bedarfstermine der Komponenten automatisch neu bestimmt.
Zusammenfassen der Komponentenbedarfe pro Periode
Die Bedarfe von Komponenten, die nicht auf den Kundenauftrag kontiert werden, können pro Periode zusammengefasst werden. Die Planung erzeugt dann nur ein Beschaffungselement für die zusammengefassten Bedarfe. Die Perioden können Sie in einem Zeitraster festlegen.
Die Planungsmatrix berücksichtigt auch Dummy-Baugruppen, die Sie in die Produkt-Varianten-Struktur des zu planenden Produktes eingebunden haben. Dabei werden die Sekundärbedarfe der Dummy-Baugruppe direkt an die Komponenten der Dummy-Baugruppe weitergereicht. Siehe auch: Planung von Dummy-Baugruppen
Ermitteln der für einen Auftrag erforderlichen Aktivitäten mit Hilfe der Aktivitätenmatrix
Integration des Pegging
Da die Planungsmatrix ins Pegging integriert ist, kann das System dynamische Pegging-Beziehungen zwischen den Komponentenbedarfe, die die Matrix ermittelt hat, und den Zugangselementen, die dafür von der Produktionsplanung erzeugt wurden, generieren. Dies wiederum ist die Grundlage für die Erzeugung von Alerts und die Verwendung der Optimierung. Siehe auch: Integration des Pegging
Fixieren der Komponenten, die von der Matrix ermittelt wurden, im APO-Planauftrag mit Hilfe der Funktion Komponenten
im Planauftragsmanagement.
Durchführen der ATP-Prüfung für Planaufträge, um überprüfen zu können, ob alle wichtigen Komponenten verfügbar sind. Siehe auch: ATP-Prüfung für Planaufträge von RPM-Produkten
Weiterplanung der Komponenten im DI-System
Weniger wichtige Komponenten können Sie im DI-System weiterplanen. Die Planungsvormerkungen dieser Komponenten werden ins DI-System übertragen und mit der Bedarfsplanung weitergeplant. Auf diese Weise können Sie SAP APO entlasten, ohne die Vorteile der schnellen Auflösung in der Matrix zu verlieren.
Auswertungen
Zum Anzeigen einer Planungsmatrix steht die Auswertung Matrix anzeigen
(Transaktion MDMD) mit zahlreichen Suchfunktionen zur Verfügung.
Die Planungsergebnisse können Sie auch mit den Auswertungen der Produktions- und Feinplanung überprüfen und bearbeiten, wie z.B. mit der Produktsicht oder der Produktplantafel oder im Planauftragsmanagement.
Die in das DI-System übertragenen Bedarfe der Komponenten, die mit der Bedarfsplanung weitergeplant werden, werden in der Dispoliste bzw. Akt. Bedarfs-/Bestandsliste als APO-Bedarfe angezeigt.
In einer Planungsmatrix können maximal verarbeitet werden:
64000 Planaufträge pro gültiger Fertigungsversion
16000 Positionsknoten in einer Produkt-Varianten-Struktur
64000 Positionsvarianten (eine automatische Unterteilung in Submatrizen ist jedoch möglich, sodass Sie beliebig viele Positionsvarianten anlegen können)
4096 Farbknoten
Bei der Planung mit der Matrix kann das Produkt-Prozess-Modell (PPM) im APO nicht verwendet werden.
Die Merkmale des CDP (Characteristic Dependent Planning) in SAP APO können nicht verwendet werden. Sie müssen die Merkmale im DI-System anlegen und anschließend mit Hilfe der CIF-Schnittstelle nach SAP APO übertragen.
Die Auslaufsteuerung (Auslauf nach Bestandsaufbrauch) ist nicht möglich.
Die Planung von Kuppelprodukten ist nicht möglich.
Die Planungsmatrix kann nur in Kombination mit dem iPPE und den Linienressourcen verwendet werden. Sie kann nicht in Kombination mit Fertigungsressourcen (Single-, Multi-, Single-Misch- und Multi-Misch-Ressourcen) verwendet werden.
Die Transaktion RPMBAL zur Anzeige der Kapazitätsauslastung (Kapazität von Ressourcen und deren Auslastung durch Aktivitäten aus RPM liveCache-Matrizen) ist nicht freigegeben.
Weitere Hinweise und Einschränkungen zur Verwendung der Planungsmatrix finden Sie im Hinweis 699773
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