Bestandsausgleich
Das Ziel des Bestandsausgleichs ist es, Über- und Unterdeckungen einzelner Lokationen auszugleichen. Von einer Überdeckung spricht man, wenn der projizierte Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt über dem Sicherheitsbestand liegt. Von einer Unterdeckung spricht man, wenn der projizierte Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt unter dem Sicherheitsbestand liegt.
Der Bestandsausgleich ist ein optionaler Prozess in der Ersatzteilplanung
(SPP
), der als Planungsservice im Planungsservice-Manager realisiert
ist. Den Bestandsausgleichsservice können Sie periodisch einplanen; zusätzlich
lösen folgende Trigger einen Bestandsausgleich aus:
Reduktion des Lagerplatzes in einer Lokation
gesteigerter Bedarf innerhalb des eingeschränkten Fixierungshorizonts
Hinweis
Wenn Sie für ein Produkt oder ein Lokationsprodukt keinen Bestandsausgleich
durchführen möchten, können Sie dies in den Lokationsproduktstammdaten auf
der Registerkarte SPP BestAusgleich/Überbest.
oder
in den Produktstammdaten auf der Registerkarte Eigenschaften
SPP
angeben.
Die Entscheidung, Bestand auszugleichen, darf das System nur innerhalb eines Bestandsausgleichsgebiets treffen. Ein Bestandsausgleichsgebiet ist ein Teil einer Distributionsstruktur (BOD) und besteht aus Lokationen, die untereinander Bestände ausgleichen dürfen. Dabei kann eine Lokation mehreren Bestandsausgleichsgebieten zugehören. Innerhalb eines Bestandausgleichsgebiets dürfen Oberlokationen jedoch keine Bestände an ihre direkten oder indirekten Unterlokationen abgeben. Von einer Unter- zu einer Oberlokation ist Bestandsausgleich möglich.
Der Bestandsausgleichsservice berechnet Überdeckung und Unterdeckung eines Produkts für alle Lokationen der BOD in den vorhandenen Gebieten und gleicht dieses Ungleichgewicht der Bestände aus. Ein Bestandsausgleich kommt allerdings nur dann zustande, wenn die Nutzen der Umlagerung höher sind als die Kosten. So sorgt der Bestandsausgleichsservice für eine gleichmäßige Verteilung der vorhandenen Bestände.
Hinweis
Wenn Sie im Rahmen der Produktaustauschbarkeit mit Form-Fit-Function-Klassen arbeiten, berücksichtigt der Bestandsausgleich dies bei der Planung. Weitere Informationen finden Sie unter Form-Fit-Function-Klassen und unter Bestandsausgleich für die Produkte einer FFF-Untergruppe.
Sie haben Bestandsausgleichsgebiete angelegt. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Bestandsausgleichsgebiete anlegen.
Sie haben vom Bild SAP E asy Access
aus
unter Packspezifikationen
für die Rundung definiert. Weitere Informationen finden Sie unter Einstellungen
für die Rundung vornehmen.
Sie haben im Customizing des Advanced Planning and
Optimization
unter folgende IMG-Aktivitäten ausgeführt:
A llgemeine Einstellungen für Bestandsausgleich
vornehmen
Serviceprofil für Bestandsausgleich definieren
Lager-Platzersparnis-Lagerungstyp definieren
Weitere Informationen finden Sie im Einführungsleitfaden (IMG).
Sie haben im Customizing der SCM Basis
unter
ein Planungsprofil definiert,
das den Bestandsausgleich enthält.
Weitere Informationen finden Sie unter Nutzung des Planungsservice-Managers für die Ersatzteilplanung und unter PSM-Services für den Bestandsausgleich.
Das System berechnet innerhalb einer BOD und den Bestandsausgleichsgebieten Überdeckung und Unterdeckung eines Produkts an allen Lokationen.
Das System gleicht Unter- und Überdeckungen innerhalb eines Gebiets aus. Weitere Informationen finden Sie unter Über- und Unterdeckungen ausgleichen. Das System rundet die potentiellen Umlagerungsmengen. Weitere Informationen finden Sie unter Rundung und unter Rundung im Bestandsausgleich. Das System führt für jede potentielle Umlagerung eine Kosten-Nutzen-Analyse durch. Wenn dabei der Nutzen größer ist als die Kosten, erstellt das System empfohlene Umlagerungsbestellanforderungen.
Das System sortiert die empfohlenen Umlagerungsbestellanforderungen absteigend nach Menge und überprüft die maximale Zahl der Umlagerungsbestellungen pro Tag von jeder Lokation, die Bestand abgibt. Daraufhin erstellt das System Umlagerungsbestellungen und führt diese entweder sofort aus oder leitet sie an die manuelle Freigabe weiter.