Anbindung einer Anwendung

Einsatzmöglichkeiten

Mit diesem Prozess bietet Ihnen das Framework für 4-Augen-Prinzip (CA-GTF-TS-PDC) die Möglichkeit, Objekte oder Vorgänge Ihrer Anwendung durch ein Vier-, Sechs- oder Acht-Augen-Prinzip freizugeben.

Diesen Prozess nutzen Sie, wenn Sie ein weiteres Freigabeobjektdefinieren oder eine neue Anwendung an das Framework für 4-Augen-Prinzip anbinden wollen.

Ablauf

Folgende Schritte müssen Sie ausführen, wenn Sie eine Anwendung an das Framework für 4-Augen-Prinzip anbinden wollen:

  1. Legen Sie den Namen für das Freigabeobjekt fest.

    Der Name darf maximal 10 Zeichen lang sein. Dieser Name wird als Teil in folgenden Namen verwendet:

    • Name der Übergabestruktur

      Präfix _STR_ Freigabeobjekt _RELEASE

    • Namen der Funktionsbausteine

      Präfix _API_ Freigabeobjekt _ Methode _CB

      Diese Namen dürfen maximal 30 Zeichen lang sein.

    • Namen der Parametertransaktion und Viewvarianten

      Präfix _ Freigabeobjekt _REL01, VV_TBCA_REL_RULE_ Freigabeobjekt , VV_TBCA_RTW_LINK_ Freigabeobjekt

      Das Präfix sollte maximal 4 Zeichen lang sein und Ihre Anwendung kennzeichnen; verwendet wurde bereits BCA.

  2. Legen Sie die Übergabestruktur an. Namenskonvention: Präfix _STR_ Freigabeobjekt _RELEASE

    Diese Struktur enthält alle Felder der Anwendung, die im Customizing als Freigabeattributeausgewählt werden können. Über die Freigabeattribute entscheidet das Framework für 4-Augen-Prinzip , ob ein Objekt/Vorgang freigaberelevant ist und welches Freigabeverfahren vorgesehen ist. Diese Freigabeattribute werden auch als Kriterien für die Bearbeiterfindung verwendet.

  3. Definieren Sie das Freigabeobjekt innerhalb des Framework für 4-Augen-Prinzip :

    Ergänzen Sie im View V_TBCA_OBJ_CAT einen Eintrag für das Freigabeobjekt mit folgenden Werten:

    Feldname

    Erforderlicher Eintrag

    Objekttyp

    Freigabeobjekt

    Langtext

    frei wählbare Bezeichnung für das Freigabeobjekt

    Struktur

    Name der zuvor definierten Übergabestruktur

  4. Stellen Sie die für das Freigabeobjekt erforderlichen Funktionsbausteine zur Verfügung (siehe Funktionalität und Schnittstellen der API-Funktionsbausteine ).

  5. Ergänzen Sie im View V_TBCA_REL_FM die Einträge für die API-Funktionsbausteine des Freigabeobjekts mit folgenden Werten je Aktivität:

    Feldname

    Eintrag/Aktion

    Objekttyp

    Freigabeobjekt

    Aktivität

    Aktivität

    Funktionsbaustein

    Name des Funktionsbausteins, der die Aktivität ausführt

    Funktion unterstützt

    Setzen Sie das Kennzeichen, wenn die Aktivität durch das Freigabeobjekt unterstützt wird.

  6. Legen Sie eine Parametertransaktion für die IMG-Aktivität Freigabeobjekt Freigabeverfahren zuordnen mit folgenden Werten an:

    Feldname

    Eintrag/Aktion

    Transaktionscode

    Präfix _ Freigabeobjekt _REL01

    Kurztext

    Freigabeobjekt Freigabeverfahren zuordnen

    Startobjekt

    Transaktion mit Parametern (Parametertransaktion)

    Transaktionstext

    vorgeschlagenen Kurztext beibehalten

    Vorschlagswerte für Transaktion

    BCA_CUS_REL_PROC

    Einstiegsbild überspringen

    markieren

    Vorschlagswerte: Name des Dynprofeldes

    P_OBJCAT

    Vorschlagswerte: Wert

    Freigabeobjekt

    Über diese Parametertransaktion legen Sie im Customizing der Anwendung fest, ob und wann das Freigabeobjekt in die Freigabe gestellt werden soll und welches Freigabeverfahren aufgrund welcher Kriterien gewählt werden soll.

  7. Legen Sie zum View V_TBCA_REL_RULE eine Viewvariante für die IMG-Aktivität Freigabeschritten Regel zuordnen mit folgenden Werten an:

    Feldname

    Eintrag/Aktion

    Tabelle/View

    V_TBCA_REL_RULE

    Pflegeview-Variante

    VV_TBCA_REL_RULE_ Freigabeobjekt

    Aufgrund der Länge des Namens können Sie nur einen Teil des Freigabeobjektnamens verwenden.

    Kurzbeschreibung

    Freigabeschritten Regel zuordnen

    Tabellen/Joinbedingungen: Tabellen

    V_TBCA_REL_RULE

    Viewfelder: Tabellenfelder

    alle auswählen

    Selektionsbedingungen: Tabellenfelder

    OBJECT_CAT mit der Selektionsbedingung EQ ‚ Freigabeobjekt

    Siehe auch Pflegeviewvariante anlegen .

    Über diese Viewvariante legen Sie im Customizing der Anwendung fest, welche Bearbeiter bei welchem Freigabeschritt über den Freigabe-Workflow ein Workitem erhalten sollen.

  8. Legen Sie zum View V_TBCA_RTW_LINK eine Viewvariante für die IMG-Aktivität Freigabeverfahren Freigabe-WF und Freigabeverfahren-WF zuordnen an.

    Feldname

    Eintrag/Aktion

    Tabelle/View

    V_TBCA_REL_LINK

    Pflegeview-Variante

    VV_TBCA_RTW_ Freigabeobjekt

    Aufgrund der Länge des Namens können Sie nur einen Teil des Freigabeobjektnamens verwenden.

    Kurzbeschreibung

    Freigabeverfahren Workflow-Muster zuordnen oder Freigabeverfahren Freigabe-WF und Freigabeverfahren-WF zuordnen

    Tabellen/Joinbedingungen: Tabellen

    V_TBCA_REL_LINK

    Viewfelder: Tabellenfelder

    alle auswählen

    Selektionsbedingungen: Tabellenfelder

    OBJECT_CAT mit der Selektionsbedingung EQ ‚ Freigabeobjekt

    Siehe auch Pflegeviewvariante anlegen .

    Über diese Viewvariante ordnen Sie im Mustercustomizing und/oder im Customizing der Anwendung jedem Freigabeverfahren eines Freigabeobjekts einen Freigabe-Workflow und einen Freigabeverfahren-Workflow ( Sub-Workflow) zu.

  9. Fügen Sie die drei IMG-Aktivitäten an geeigneter Stelle in den Einführungsleitfaden (IMG) ein.

    Zur Dokumentation dieser IMG-Aktivitäten stehen Ihnen die Allgemeinen Texte PDC_PROCEDURE, PDC_RULE und PDC_WORKFLOW zur Verfügung.

  10. Ordnen Sie im Mustercustomizing für jedes Freigabeobjekt jedem verwendbaren Freigabeverfahren einen Freigabe-Workflow und einen Freigabeverfahren-Workflow (Sub-Workflow) zu.

    Dazu können Sie die mit dem Framework für 4-Augen-Prinzip bereitgestellten Workflow-Muster verwenden (siehe Freigabeobjekt ReleaseProcessBCA (Allgemeines Freigabeobjekt) oder eigene, in dem Sie die bereitgestellten kopieren und entsprechend Ihren Bedürfnissen modifizieren.

  11. Fügen Sie in den Quelltext der Anwendung an den entsprechenden Stellen folgende Aufrufe der Funktionsbausteine des Framework für 4-Augen-Prinzip ein:

    Funktionsbaustein

    einzufügen

    BCA_API_REL_CHECK_ATTRIB prüft, ob Vorgang/Objekt freigaberelevant ist

    vor dem Sichern der freizugebenden Daten

    BCA_API_REL_CALL startet das Freigabeverfahren, wenn Vorgang/Objekt freigaberelevant ist

    nach dem Sichern der freizugebenden Daten

    Das heißt, bei den Vorgängen, für die eine Freigabe vorgesehen ist, müssen Sie vor dem Sichern der Daten das Framework für 4-Augen-Prinzip aufrufen (BCA_API_REL_CHECK_ATTRIB) um zu prüfen, ob dieser Vorgang/dieses Objekt freigaberelevant ist. Danach sichern Sie die Daten auf der Datenbank und rufen das Framework für 4-Augen-Prinzip ein zweites Mal auf (BCA_API_REL_CALL). Mit diesem Aufruf wird ggf. das Freigabeverfahren (Workflow) gestartet. Das Framework für 4-Augen-Prinzip muss unbedingt in dieser Reihenfolge und immer über beide Funktionsbausteine aufgerufen werden. Um ein Workflow-Ereignis zu erzeugen, ist ein COMMIT WORK der Anwendung nach dem Aufruf des Funktionsbausteins BCA_API_REL_CALL erforderlich.

    Eine Beschreibung der Funktionsbausteine und der zugehörigen Parameter finden Sie im System.

  12. Fügen Sie in die Anwendung im Menü Zusätze die Funktion Freigabehistorie anzeigen ein. Nutzen Sie dazu den Funktionsbaustein BCA_API_REL_HISTORY_DISPLAY. Benutzen Sie die Ikone ICON_HISTORY, wenn Sie diese Funktion zusätzlich über eine Drucktaste anbieten wollen.

    Eine Beschreibung des Funktionsbausteins und der zugehörigen Parameter finden Sie im System.

Ergebnis

Sie haben für ein Objekt der Anwendung die Möglichkeit geschaffen, die Bearbeitung über ein Mehr-Augen-Prinzip freizugeben.