Neuanlage von Stammdaten Neue Stammdaten legen Sie im ERP-System als dem führenden Stammdatensystem an. Neu angelegte Stammdatenobjekte, deren Selektionskriterien (z.B. gleiches Dispomerkmal) einem bereits bestehenden Integrationsmodells entsprechen, werden vom ERP-System nicht automatisch in dieses Integrationsmodell aufgenommen und übertragen. Um dies zu erreichen, stehen Ihnen zwei Verfahren zur Verfügung:
Periodische Übertragung per Hintergrundverarbeitung
Online-Übertragung per Business Transaction Event (BTE)
Bei diesem Verfahren wird für neu im ERP-System angelegte Stammdaten jeweils eine neue Version des entsprechenden Integrationsmodells angelegt und aktiviert. Dies kann manuell erfolgen, aus Gründen der Performance empfiehlt es sich jedoch, einen periodisch in Zeiten geringer Auslastung (z.B. nachts) ablaufenden Hintergrundjob einzurichten, in dem die unten aufgeführten Reports nacheinander aufgerufen werden. Dieses Verfahren bietet folgende Vorteile:
Neu angelegte Stammdaten, die den Selektionskriterien vorhandener Intergrationsmodelle entsprechen, werden in diese Integrationsmodelle aufgenommen und an das Zielsystem übertragen.
Stammdaten, die so geändert wurden, dass sie den Selektionskriterien des jeweiligen Integrationsmodells nicht mehr entsprechen, werden von der Übertragung ausgeschlossen.
Stammdaten (Material, Kunde, Lieferant und Bezugsquelle), die seit der letzten Übertragung geändert wurden, werden mit dem letzten Stand erneut übertragen.
Weitere Informationen finden Sie unter Änderungen an Stammdaten .
Optional können Sie die alte, inaktive Version des Integrationsmodells löschen (Report RIMODDEL)
Legen Sie eine neue Version des entsprechenden Integrationsmodells an (Report RIMODGEN).
Aktivieren Sie die neue Version (Report RIMODAC2, Auswahlknopf
neueste Version aktivieren
aktiv setzen).
Das System setzt die alte Version automatisch inaktiv.
Das System überträgt nicht alle Daten der neuen Version, sondern nur die Änderungen zwischen alter und neuer Version (die Delta-Information) an
das Zielsystem
.
Ab SAP R/3 Plug-In 2000.2 können Sie Stammdaten, die den Selektionskriterien eines vorhandenen Integrationsmodells entsprechen, im ERP-System anlegen und ihre Übertragung unmittelbar bei ihrer Verbuchung anstoßen. Das System legt automatisch eine neue Version des entsprechenden Integrationsmodells an und aktiviert dieses im Hintergrund.
Achtung
Dieses Verfahren sollte für die Neuanlage von Stammdaten nur in Ausnahmefällen gewählt werden. Insbesondere bei Vorliegen abhängiger Objekte kann es zu erheblichen Performance-Problemen kommen. In den meisten Fällen ist die oben dargestellte periodische Übertragung per Hintergrundverarbeitung mit ihrem gröberen Zeitraster die bessere Lösung. Insbesondere in Fällen, in denen Stammdatenmassenübertragungen per ALE oder Batch-Input an ein ERP-System erfolgen, sollte man das Weiterversenden nicht BTE-getriggert sondern Batch-gesteuert vornehmen.
Im ERP-System ist Business Transaction Events (BTEs) für die CIF-Integration aktiviert. Weitere Informationen finden Sie unter BTEs für CIF-Integration aktivieren .
Um auf Online-Übertragung umzustellen, nehmen Sie folgende Einstellungen vor:
Rufen Sie über die Transaktion CFC9 das Bild
Zielsystemunabhängige Einstellungen im CIF ändern
auf. Wählen Sie unter
Änderungsübertragung Stammdaten
BTE-Übertragung, sofort
. Ab SAP R/3 4.0B könnenSie diese Einstellung im
CIF-Customizing auf ERP-Seite
unter
vornehmen.
Rufen Sie über die Transaktion SM30 das Bild
Tabellensicht-Pflege: Einstieg
auf. Rufen Sie die Tabelle CIFIMODGEN auf. Sie gelangen auf das Bild
Sicht: „Customizing automatische Generierung Integrationsmodelle“ ändern.
Das Verhalten bei der Anpassung der Integrationsmodelle wird festgelegt durch Einträge in dieser Datenbanktabelle. Die Tabelle enthält folgende Spalten:
Einklinkstelle
: enthält eine von sechs verschiedenen Möglichkeiten:
Anlegen von Materialstammdaten (MAT_INS)
Ändern von Materialstammdaten (MAT_UPD)
Anlegen von Kundenstammdaten (CUS_INS)
Ändern von Kundenstammdaten(CUS_UPD)
Anlegen von Lieferantenstammdaten (VEN_INS)
Ändern von Lieferantenstammdaten(VEN_UPD)
Programm
: enthält den Namen eines ABAP/4-Programms ein, das beim Auftreten eines dieser Ereignisse ausgeführt werden soll. In den meisten Fällen sollte das Standardprogramm RIMODGEN zum Generieren von Integrationsmodellen angegeben werden.Siehe unten.
Variante
: beinhaltet den Namen einer Variante, welche die Eingabeparameter des angegebenen Programms enthält.
Zähler:
Sie können mehrere Programm-/Variantenkombinationen für die gleiche Einklinkstelle angeben und die Reihenfolge über die Spalte
Zähler
festlegen.
Das Programm RIMODGEN bietet folgende erweiterteFunktionen:
Ein bestehendes Integrationsmodell kann selektiert werden.
Filterobjekte können hinzugefügt bzw. entfernt werden.
Das Ergebnis kann als neue Version des Integrationsmodells abgespeichert werden
Außerdem wertet das Programm die Integrationsmodellschlüssel, die Ankreuzfelder für die Filterobjekte und die Selektionsoptionen für Material, Kunde und Lieferant aus. Wenn sich die Menge der Filterobjekte nicht ändert, wird keine neue Version angelegt. Wird eine neue Version angelegt, wird diese aktiviert, d.h. es findet eine Datenübertragung der neuen Objekte statt bzw. die Datenübertragung für nicht mehr enthaltene Objekte wird unterbunden.
Im Selektionsbild des Programms RIMODGEN sind die Felder
M
odellname
,
Zielsystem
sowie
Anwendung
obligatorisch.
Im Fall von Material werden die Selektionsoptionen unter
Relevante Materialien
ausgewertet und mit dem neu angelegten bzw. geänderten Material verglichen. Neben dem Ankreuzfeld für Materialstamm werden die folgenden Ankreuzfelder ausgewertet:
Verfügbarkeitsprüfung
Kundenaufträge (nur SAP APO)
Bestellungen und BANFen (nur SAP APO)
Fertigungs- / Prozessaufträge (nur SAP APO)
Planaufträge (nur SAP APO)
Manuelle Reservierungen (nur SAP APO)
Planprimärbedarfe (nur SAP APO)
Bestände aller Typen (nur SAP APO)
Verbrauchsdaten (nur SAP APO)
Wenn das Ankreuzfeld für Produktionsprozessmodelle ausgewählt ist, erfolgt eine Selektion auf der Datenbank anhand der eingegebenen Selektionsoptionen. Die Ergebnisse werden in das Modell übernommen. Im Falle neu angelegter Materialien liefert diese Selektion keine Ergebnisse, da Stückliste, Arbeitsplan und Fertigungsversion noch nicht existieren. Bei Materialänderungen kann die Selektion gültige Produktionsprozessmodelle liefern. Da bei Produktionsprozessmodellen aber das aktuelle Datum in Form des Stichtags mit eingeht, wird möglicherweise ein ‚neues’ Produktionsprozessmodell selektiert und übertragen, auch wenn sich weder an Stückliste, Fertigungsversion noch Arbeitsplan etwas geändert hat.
Alle anderen Selektionsoptionen (inklusive spezieller Einschränkungen für Material/Werk bei den einzelnen Belegen) werden nicht berücksichtigt.
Bei Kunden werden nur Selektionsoptionen für Kunden und das Ankreuzfeld Kunde berücksichtigt, bei Lieferanten analog.
Um die Menge der Filterobjekte zu beeinflussen, existiert die Erweiterung CIFIMO01 (CIF-IMO-null-eins) mit dem Baustein EXIT_RIMODGEN_001. Durch diese läßt sich die von der Standard-Funktionalität ermittelte Liste von Filterobjekten modifizieren.
Der Prozess der automatischen Generierung von Integrationsmodellen läuft als queued Remote Function Call (qRFC) im Hintergrund ab. Aus diesem Grund kann man im qRFC-Monitor (Transaktion SMQ1) prüfen, ob es dabei zu Fehlern kam. Der Queue-Name setzt sich zusammen aus dem Präfix CF_IMOD_ und dem Typ des Stammdatums, also T_MAT, T_CUS oder T_VEN. Die SMQ1 bietet die Funktionen
Neustart
Debugging
Löschen der Aufrufe
Wenn das CIF-Anwendungslog eingeschaltet ist, werden dort Einträge geschrieben, die unter dem Objekt CIF und dem Unterobjekt IMOD protokolliert werden. Hier finden sich detaillierte Informationen über den Ablauf der automatischen Generierung und Aktivierung der Modelle.
Weitere Informationen zum qRFC-Monitor und CIF-Anwendungslog finden Sie unter Monitoring.