Verwendung
Zeitzonen sind für logistische Prozesse von Bedeutung, da sie beispielsweise bei Verfügbarkeitsprüfungen, Produktionsplanung, Versandterminierung, Statistiken und Servicebereitstellung berücksichtigt werden müssen. Weiterhin müssen Zeitzonen in der Finanzbuchhaltung einkalkuliert werden, um die korrekte Abwicklung von buchungskreisübergreifenden Transaktionen sicherstellen zu können.

Globale Anwendung
Wenn Sie das SAP-System für globale Transaktionen einsetzen, die mehrere Zeitzonen abdecken, ordnet es den beteiligten Geschäftspartnern und Systemen die jeweils entsprechenden Ortszeiten zu. Diese Zeitunterschiede können zu Problemen führen, wie beispielsweise verspätete Buchungen oder verpaßte Hintergrundverarbeitungen.

Ein Unternehmen, das die Hauptverwaltung und den Datenbankserver in New York hat, gibt beispielsweise die Anweisung, alle Fakturen bis 17:00 Uhr zu buchen. Die Mitarbeiter der Niederlassung Los Angeles gehen davon aus, daß 17:00 Uhr Ortszeit in Los Angeles gemeint ist, was 3 Stunden hinter der New Yorker Zeit liegt. Somit würde der Buchungsvorgang für alle Belege, die in Los Angeles nach 14:00 Uhr Ortszeit gebucht werden, zu spät stattfinden.
Geschäftspartner, die in dergleichen Zeitzone liegen, haben identische Ortszeiten. Wenn Geschäftspartner in verschiedenen Zeitzonen sind, können bei Transaktionen Diskrepanzen von bis zu 24 Stunden auftreten. Die Funktion Zeitzonen harmonisiert Datum und Uhrzeit und beseitigt somit das Problem der Zusammenarbeit von Anwendern aus verschiedenen Zeitzonen. Bei einigen Transaktionen harmonisiert das System Datum und Uhrzeit automatisch, wenn eine
Zeitzone und ein Zeitstempel gespeichert wird.Integration
Die Funktion Zeitzonen ist vollständig in das SAP-Kernel integriert. Dadurch kann das System Datum und Uhrzeit schneller konvertieren.

Die Begriffe Systemdatum und Systemuhrzeit beziehen sich auf das Datum und die Uhrzeit des Datenbankservers. Da Anwendungsserver und Datenbankserver aufeinander abgestimmt sind, entsprechen diese Begriffe auch dem Datum und der Uhrzeit des Anwendungsservers.
Voraussetzungen
Um mit der Funktion Zeitzonen reibungslos arbeiten zu können, müssen Sie

In den Benutzervorgaben können Sie die Zuordnung der Zeitzonen übersteuern.
Funktionsumfang
Darstellung der Zeit im System
Das SAP-System kann eine eingegebene Uhrzeit auf zwei Arten darstellen: entweder als Ortszeit, die sich auf die jeweilige Zeitzone bezieht oder als absolute Zeit, die von der jeweiligen Zeitzone unabhängig ist.
Im SAP-System wird die Ortszeit externe Zeit genannt und die absolute Zeit wird interne Zeit genannt. Die externe Zeit richtet sich je nach Zeitzone entweder nach der Central European Time (CET) oder nach der Eastern Standard Time (EST). Die interne Zeit hingegen richtet sich nach der Universal Time Coordinated (UTC) beziehungsweise nach der Greenwich Mean Time (GMT). Die Universal Time Coordinated entspricht der Greenwich Mean Time. Das System zieht nun die UTC als Referenzzeit heran, um alle Ortszeiten in absoluten Zeiten auszudrücken. Diese absoluten Zeiten machen Uhrzeiten vergleichbar und dienen als Grundlage für Berechnungen.
Uhrzeit mit Datum ablegen
Um sicherzustellen, daß eine Uhrzeit korrekt berechnet wird, reicht es nicht aus, nur das Datum zu betrachten. Bei einem Datum ohne weitere Zeitangabe könnte sich leicht eine Ungenauigkeit von einem Tag ergeben. (Je nach Tageszeit könnte beispielsweise der 3. Februar in Japan der 2. Februar in New York sein.) Bei einem Datum ohne Uhrzeit kann im Extremfall, wenn mehrere Zeitzonen betroffen sind, eine Ungenauigkeit von bis zu 48 Stunden auftreten. Daher ersetzt das System bei zeitkritischen Prozessen ein Datum ohne Zeitangabe automatisch durch ein Datum mit Zeitangabe.
Bei Zeitberechnungen muß eine genaue Zeitspanne angegeben werden (beispielsweise Stunden und Minuten anstelle von Tagen). Anderenfalls wären Berechnungen, wie die nachstehend aufgeführte, um einige Tage ungenau:

Zusammenhang zwischen Objekten, lokaler Zeit und geographischen Gebieten
Lokale Zeit bezieht sich auf ein bestimmtes geographisches Gebiet und dieses Gebiet steht in Bezug zu einem Objekt. Diesen Bezug entnimmt das SAP-System aus den Systemdaten: Daten in Customizing-Tabellen (beispielsweise Tabelle T001W für Werke); Stammdaten (beispielsweise Daten zum Warenempfänger); Belegdaten, die Daten aus dem Customizing und Stammdaten übersteuern (beispielsweise eine Einmaladresse).

Beispiele typischer Objekte und ihre Beziehung zu Zeitangaben und geographischen Gebieten:
Ein Buchungsdatum bezieht sich auf das Gebiet des Buchungskreises.
Ein Warenausgangs- oder Wareneingangsdatum bezieht sich auf den Standort des Werkes.