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Komponentendokumentation Cross System Lock (BC-CST-EQ)  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Die Abwicklung von Geschäftsprozessen wird in der Regel nicht durch ein Anwendungsprogramm gesteuert, es sind vielmehr mehrere Anwendungen beteiligt, die Daten untereinander austauschen und teilweise auf gleiche Daten zugreifen müssen. Ändert eine Anwendung ein Objekt muß gewährleistet sein, daß nicht eine zweite Anwendung auf das gleiche Objekt zugreift bevor die Änderung abgeschlossen ist. Innerhalb eines logischen SAP-Systems steht der Software-Entwicklung zu diesem Zweck das SAP-Sperrkonzept zur Verfügung.

Systemübergreifende Prozesse können ein system- und transaktionsübergreifendes Sperren erfordern, welches durch das SAP-Sperrkonzept bisher nicht abgedeckt wurde. Die CSL (Cross System Lock) bietet einen Mechanismus um solche Sperren zu ermöglichen.

Funktionsumfang

Mit Hilfe der CSL können Sie Objekte systemübergreifend sperren. Die CSL ist im SAP Standard ab SAP Web AS 6.10 enthalten, kann aber auch in ältere Basis-Releases eingespielt werden (getestet zum Beispiel für Basis-Release 4.6B). Voraussetzung zur Nutzung der CSL ist also ein passendes Basis-Release mit schon vorhandener oder eingespielter CSL-Funktionalität.

Die CSL basiert auf dem Token-Konzept: Anwendungsprogramme, die auf gleiche Daten zugreifen wollen, konkurrieren um einen den Daten zugeordneten Token. Wer im Besitz des Token ist, hat Zugriff auf die Daten. Über dieses Sperrkonzept ermöglicht die CSL Sperren mit folgender Sperrdauer:

·      Eine einfache systemübergreifende Sperre, die maximal bis zum Ende der LUW (Logical Unit of Work) der Anwendung, die die Sperre angefordert hat, gehalten werden kann. Die Sperrdauer ist also analog zur Sperrdauer des SAP-Sperrkonzeptes.

·      Eine transaktionsüberdauernde Sperre, die sich über beliebig viele LUWs in verschiedenen Systemen erstrecken kann.

Die Nutzung der CSL erfolgt dabei über Funktionsbausteine des API EnqueueObjects:

·      Alle Aufrufe eines Anwendungsprogramms an die CSL sind lokal.

·      Zu den Kernaufrufen der CSL gibt es jeweils auch 'massenfähige' Funktionsbausteine. So können Sie beispielsweise eine ganze Tabelle mit Sperranforderungen an die CSL übergeben statt für jeden Tabelleneintrag den entsprechenden Funktionsbaustein aufzurufen.

Über das Customizing sind folgende Einstellungen möglich:

·      Aktivierung beziehungsweise Deaktivierung der CSL pro logisches System.

·      Verwendete Standard-Sperrobjekte müssen auf einen komponenten- und releaseunabhängigen Sperrobjekttyp abgebildet werden. Im Customizing können Sie verschiedene Abbildungsvorschriften (Mappings) hinterlegen und die Regeln, wie das Mapping zur Laufzeit zu bestimmen ist, übersteuern.

Außerdem gibt es für CSL-Sperren einen Monitor, mit dem man Zustände der Sperrlogik abfragen kann und gegebenenfalls nicht freigegebene Sperren aufheben kann.

Einschränkungen

Das Token-Management geht von unabhängigen Token aus - entsprechend sind die CSL-Token Objekte, die unabhängig voneinander verschoben und gesperrt werden.

Beispiel

Zwei Prozesse aus einem Szenario zum systemübergreifenden Warenfluss sollen die Verwendung der CSL verdeutlichen: „Auftrag ändern“ und „Ungeprüfte Lieferungen [kurz: Ulies] umsetzen“. In beiden Prozessen muß ein Auftrag geändert werden. Da die Objekte Auftrag und Lieferung voneinander abhängen und in verschiedenen Systemen liegen, sind beide Prozesse jeweils systemübergreifend und dadurch technisch bedingt in mehrere LUWs zerlegt (siehe unten).

Der Standard-Sperrmechanismus der SAP leistet den Schutz des Anwendungsobjektes in einer SAP-Instanz und innerhalb einer SAP-LUW (Dialog und Verbuchung). In unserem Szenario soll sich die Dauer der Sperrung jedoch über alle Teilprozesse erstrecken. Sie beginnt im initialen Teilprozess und endet mit dem letzten der direkt oder indirekt abhängigen Teilprozesse:

Diese Grafik wird im zugehörigen Text erklärt

Für die dargestellten Prozesse ist also eine Sperrdauer des Auftrags erforderlich, die sich über mehrere LUWs erstreckt. Dies ist allein mit dem SAP-Sperrkonzept nicht möglich. Die CSL (Cross System Lock) erweitert das SAP-Sperrkonzept und ermöglicht ein systemübergreifendes Sperren mit transaktionsübergreifender Sperrdauer.

 

 

 

 

 

 

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