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 Mehrstufige ATP-Prüfung - Capable-To-Promise (CTP) im Vergleich

Bei einem Vergleich der Szenarios mehrstufige ATP-Prüfung und Capable-To-Promise lässt sich sagen, dass bei einer mehrstufigen ATP-Prüfung grundsätzlich die Performance erheblich besser ist und sie über einen größeren Funktionsumfang verfügt. Dagegen arbeitet die CTP-Abwicklung zeitgenauer.

Durchführung der Verfügbarkeitsprüfung

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

Es kann eine Produktverfügbarkeitsprüfung oder eine Prüfung gegen Vorplanung auf Komponentenebene durchgeführt werden. Prüfumfänge, Unterdeckungsprüfungen , Einbeziehung von Prüfhorizonten werden daher berücksichtigt und die regelbasierte ATP-Prüfung wird unterstützt.

Es wird auf Komponentenebene mit Hilfe der Pegging-Funktionalität eine Verfügbarkeitsprüfung durchgeführt, die nicht mit der ATP-Prüfung zu vergleichen ist. In der Pegging-Struktur werden alle Zugangs- und Bedarfskategorien gleichbehandelt. Es wird demnach nicht nach ATP-Kategorien unterschieden. Prüfumfänge, Unterdeckungsprüfungen, Einbeziehung eines Prüfhorizontes und die regelbasierte ATP-Prüfung werden nicht unterstützt.

In der mehrstufigen ATP-Prüfung ist die merkmalsabhängige Planung (CDP) nicht möglich. Der Grund dafür liegt darin, dass CDP mit Merkmalsbewertungen an den Zugangs- und Bedarfselementen von Aufträgen arbeitet. Diese sind in den ATP-Zeitreihen nicht vorhanden.

Für die CTP-Abwicklung ist die merkmalsabhängige Planung (CDP) voll einsetzbar.

Berücksichtigung des Prüfergebnisses in der Planung

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

ATP-Baumstrukturen werden in der Planung nicht berücksichtigt. D.h. zum Prüfzeitpunkt liegen keine Aufträge vor. Ein Sekundärbedarf einer Komponente wird erst dann sichtbar, wenn die ATP-Baumstruktur in PP/DS-Aufträge umgesetzt wurde. Durch die Wahl eines sehr großen Einplanungshorizontes kann es erreicht werden, dass bei jeder mehrstufigen ATP-Prüfung sofort PP/DS-Aufträge erzeugt werden. Dadurch werden die Sekundärbedarfe sofort gedeckt.

In der CTP-Abwicklung entstehen immer sofort PP/DS-Aufträge. Auch wenn die Planaufträge temporär sind, sind es Auftragsobjekte, auf die direkt Ressourcen eingelastet werden können.

Weitere Informationen finden Sie unter Standardplanungsverfahren 3 .

Ermittlung der Bedarfstermine für die Komponenten

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

Die Ermittlung der Termine findet über eine einfache Durchlaufterminierung statt.

Eine einfache Durchlaufterminierung hat folgende Eigenschaften:

Sie berücksichtigt keine Ressourcenbelegungen.

Sie basiert ausschließlich auf dem Produktionskalender der Lokation und ist daher lokationsabhängig.

Sie berücksichtigt keine Losgrößenvorgaben, sondern arbeitet immer mit der exakten Losgröße.

Sie ist nicht an Bucket-Grenzen asugerichtet.

Es werden keine Blöcke berücksichtigt

Weitere Informationen finden Sie unter Ermittlung von Komponentenmengen und -bedarfsterminen bei MATP .

Die Ermittlung der Termine findet über eine Feinplanung (im SAP liveCache) statt.

Anzeige der Prüfergebnisse

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

Eine integrierte Anzeige der Prüfergebnisse der Kundenauftragsposition und aller geprüften Komponenten wird über die Ergebnisübersicht angeboten. Dort zeigt eine Fehlteileliste die Komponenten und Merkmalswerte an, die zu einer Verspätung bzw. Verringerung der Bestätigung geführt haben.

Sie können die Ergebnisse der CTP-Abwicklung in einem PP-Planungsprotokoll überprüfen.

Performance

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

Die Produktverfügbarkeitsprüfung auf Komponentenebene verspricht eine bessere Performance, da gegen ATP-Zeitreihen geprüft wird.

Das Einplanen kompletter Planaufträge kann eine schlechtere Performance verursachen.

Finite Einplanung auf Ressourcen

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

Für die Prüfung der Verfügbarkeit von Ressourcen wurde keine spezielle Logik implementiert.

Eine Art „tägliche Produktionsrate“ kann durch ein Kontingent abgebildet werden, gegen das dann auch geprüft wird. Diese Prüfung ist allerdings nur tagesgenau.

Während der Prüfung wird das Kontingent reduziert. Das hat den Vorteil, dass durch die Prüfung keine Reihenfolgeplanung vorweggenommen wird. Der Nachteil bei dieser Methode besteht darin, dass die Belegung der echten Ressourcen und das korrespondierende Kontingent divergieren können. Wird ein Planauftrag, der aus einer mehrstufigen ATP-Prüfung stammt, umterminiert, so wird die Belegung des Kontingents nicht angepasst.

Der Planauftrag kann sofort finit auf den Ressourcen eingeplant werden. Dies ist einstellbar.

In den ATP-Zeitreihen, die für die mehrstufige ATP-Prüfung benutzt werden, sind die Auftragsdaten kumuliert auf Tage enthalten. Ein Bedarf kann dann durch einen Zugang gedeckt werden, wenn der Zugang am selben Tag erfolgt. Der Zugang kann aber – abhängig von den Customizing-Einstellungen – zeitlich nach dem Bedarf liegen.

Ist für einen Bedarf kein passender Zugang vorhanden und wird für das Produkt eine mehrstufige ATP-Prüfung durchgeführt, dann wird ein Zugangselement entsprechend den Customizing-Einstellungen zu Bucket-Parametern angelegt.

CTP arbeitet sekundengenau.

In der mehrstufigen ATP-Prüfung wird die Blockplanung nicht unterstützt, da die Blockplanung mit Funktionen aus dem CDP heraus arbeitet. Es ist deshalb auch nicht möglich, Planaufträge, die in der mehrstufigen ATP entstehen, sofort automatisch bestimmten Blöcken zuzuordnen.

Rüstprobleme sind mit Hilfe der Blockplanung lösbar.

Losgrößen

Mehrstufige ATP-Prüfung

CTP

In der mehrstufigen ATP-Prüfung werden weder Mindest- noch Maximallosgrößen beachtet. Es werden auch keine Rundungsmengen und fixe Lose berücksichtigt. Wochenlose sind nicht möglich. Die ATP kennt keine Losgröße. Es wird immer mit der exakten Losgröße gearbeitet.

Auftragsmengen werden aus der ATP übernommen. Ein Auftragssplit bzw. eine Auftragszusammenführung ist im PP/DS nur manuell möglich und das nur, wenn keine Konfiguration bzw. keine Produktsubstitution vorliegen.

Es wird eine Losgrößenberechnung durchgeführt, d.h. fixe, Mindest- und Maximallosgrößen werden berücksichtigt.