
Sie verwenden das ABAP Dictionary, um Datendefinitionen (Metadaten) anzulegen und zu verwalten. Es ermöglicht eine zentrale, redundanzfreie Beschreibung aller im System vorhandenen Datenstrukturen. Neu erfasste oder geänderte Informationen werden allen Systemkomponenten automatisch zur Verfügung gestellt. Dies sorgt für Datenintegrität, Datenkonsistenz und Datensicherheit.
Das ABAP Dictionary unterstützt die Definition benutzerdefinierter Typen (Datenelemente, Strukturen und Tabellentypen). Aus den im ABAP Dictionary erfassten Datendefinitionen können entsprechende Objekte (Tabellen bzw. Views) in der zugrunde liegenden relationalen Datenbank erzeugt werden. Das ABAP Dictionary beschreibt die logische Struktur der Objekte der Anwendungsentwicklung und deren Abbildung in Tabellen bzw. Views der zugrunde liegenden relationalen Datenbank.
Darüber hinaus bietet das ABAP Dictionary Standardfunktionen zur Aufbereitung von Feldern auf Dynpros, z. B. die Möglichkeit, ein Dynprofeld mit einer Eingabehilfe zu versehen.
Das ABAP Dictionary ist vollständig in ein ABAP-System integriert. Grundlage für die aktive Integration des ABAP Dictionary in die Entwicklungsumgebung ist die interpretative Arbeitsweise des ABAP-Systems. Die Interpreter sehen nicht die Originalobjekte, sondern nur interne Repräsentationen dieser Objekte.
Diese internen Repräsentationen werden automatisch angepasst, sobald das System Veränderungen im ABAP Dictionary feststellt. Damit ist sichergestellt, dass Dynpro- und ABAP-Interpreter, Eingabehilfe, Datenbankschnittstelle und Entwicklungswerkzeuge stets auf aktuelle Informationen zugreifen.
Während der Arbeit an Entwicklungsprojekten können Objekte des ABAP Dictionary mehrfach verändert werden, bevor sie aktiviert und damit den operativen Komponenten des Systems zur Verfügung gestellt werden. Objekte können also zum gleichen Zeitpunkt in einer aktiven und in einer inaktiven Version im ABAP Dictionary vorhanden sein.
Die inaktiven ABAP-Dictionary-Objekte beeinflussen das Laufzeitsystem (ABAP-Prozessor, Datenbankschnittstelle) nicht. Damit können größere Änderungen an mehreren Objekten durchgeführt werden, ohne die Lauffähigkeit des Systems zu beeinflussen. Erst wenn alle Objekte geändert sind, können diese gemeinsam aktiviert werden.