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AnwendungsverwaltungLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Mit dem Tool zur Anwendungsverwaltung führen Sie verschiedene Vorgänge aus, um die BRFplus-Datenbank zu bereinigen und veraltete, nicht mehr verwendete Objekte oder Objektversionen zu entfernen. So enthält die Datenbank nur produktive Objekte, was wiederum zu einer Reduzierung potenzieller Probleme in Bezug auf übergreifende Abhängigkeiten und beim Transport führt.

Alle verfügbaren Vorgänge des Tools zur Anwendungsverwaltung basieren auf Reports, die im Backend über die Transaktion FDT_HELPERS aufgerufen werden können. Die Backend-Versionen der Reports verfügen häufig über noch mehr Funktionen als das Tool zur Anwendungsverwaltung. Deshalb empfiehlt SAP Systemadministratoren, die Backend-Version zu verwenden. Das Tool zur Anwendungsverwaltung richtet sich an Gelegenheitsbenutzer. Andererseits bietet das Tool zur Anwendungsverwaltung in der BRFplus-Workbench Vorteile, da es dem Benutzer einen ausführlichen Überblick darüber gibt, was ein Vorgang genau ausführt. Nachdem Sie eine Auswahl vorgenommen haben, sammelt das System alle betroffen Objekte und zeigt diese in einer Liste an. Dieser Überblick auf der Ebene von Einzelobjekten ist nur im Tool zur Anwendungsverwaltung verfügbar, nicht im Backend.

Funktionsumfang

Das Tool zur Anwendungsverwaltung bietet folgende Vorgänge:

Auswahl

Alle im Tool zur Anwendungsverwaltung verfügbaren Vorgänge werden für den minimalen Objektumfang einer Anwendung ausgeführt. Einige der Vorgänge können für mehrere Anwendungen und zusätzliche Selektionskriterien wie Transportverhalten, Speichertyp, Anwendungskomponente, Softwarekomponente usw. ausgeführt werden.

Nachdem Sie den Objektumfang definiert und Übernehmen gewählt haben, ermittelt das System die Anwendungen, die den Kriterien entsprechen und die Objekte enthalten, die durch den auszuführenden Vorgang geändert werden. Diese Anwendungen werden in der Benutzungsoberfläche für Sie aufgelistet. So können Sie prüfen, ob der Vorgang im gewünschten Umfang ausgeführt wird. Ist dies nicht der Fall, können Sie die Selektionskriterien einfach ändern.

Über die Liste der ausgewählten Objekte können Sie das System veranlassen, den entsprechenden Vorgang nur für einzelne Objekte auszuführen anstatt für die gesamte Auswahl. Beispiel: In einer Liste mit nicht verwendeten Objekten, die gelöscht werden sollen, können Sie nur einige Objekte löschen und die Massenoperation abbrechen.

Hinweis

Wenn Sie Selektionskriterien für einen Vorgang definiert haben, der mehrere Kriterien gleichzeitig unterstützt, und dann zu einem anderen Vorgangstyp wechseln, der nur die Auswahl einer Anwendung unterstützt, gehen alle zusätzlichen Selektionskriterien verloren. In einem solchen Fall gibt das System aber eine Meldung aus, damit Sie Ihre Auswahl sichern können.

Operationen

Nicht verwendete Objekte löschen

Mit diesem Vorgang löschen Sie alle Objekte in einer Anwendung, die nicht von anderen Objekten referenziert werden. Objekte, die nicht mehr verwendet werden:

  • Objekte, die nur zu Testzwecken angelegt wurden

  • Objekte, die früher verwendet aber durch ein anderes Objekt ersetzt wurden

  • Objekte, die als eingebettetes Objekt eines Container-Objekts angelegt wurden, und deren Container in der Zwischenzeit gelöscht wurde

Nicht verwendete Objekte sind in zwei Kategorien unterteilt:

  • Benannte Objekte

    Nicht verwendete benannte Objekte werden meistens durch die ersten beiden oben aufgeführten Gruppen abgedeckt.

  • Nicht benannte Objekte

    Nicht verwendete und nicht benannte Objekte werden automatisch als Reaktion einer bestimmten Benutzeraktion im Hintergrund vom System angelegt. Beispiel: Wenn Sie in früheren Releases von BRFplus einen Bereich in die Bedingungszelle einer Entscheidungstabelle eingegeben haben, legte das System automatisch einen nicht benannten Bereichsausdruck in derselben Anwendung an und richtete eine Referenzbeziehung zwischen der Entscheidungstabelle und dem Bereichsausdruck ein. Diese Art von Objekten ist besonders schwer zu finden, da sie weder im Repository-Baum noch in anderen Objektlisten aufgeführt sind.

Nachdem Sie Ihre Auswahl vorgenommen haben, wählen Sie Übernehmen. Das System sammelt die betroffenen Objekte. Wenn nicht verwendete benannte Objekte gefunden werden, sind diese in einer Liste aufgeführt und die Drucktaste Löschen ist aktiviert. Werden nicht verwendete und nicht benannte Objekte gefunden, wird die Drucktaste Unbenannte nicht verwendete Obj. bereinigen aktiviert.

Hinweis

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vorgängen kann der Vorgang Nicht verwendete Objekte löschen nicht im Testmodus ausgeführt werden. Wenn Sie Löschen oder Bereinigung wählen, führt das System den Vorgang aus und entfernt die betroffenen Objekte aus der Datenbank. Der Testmodus wird in diesem Fall durch die Liste der betroffenen Objekte ersetzt, die vom System gefüllt wird, wenn Sie die Selektionsdaten auf das Tool anwenden. Außerdem werden die bei diesem Vorgang gesammelten Objekte sowieso nicht verwendet, es besteht also keine Gefahr, dass Daten verloren gehen.

Wenn Sie den Vorgang erfolgreich durchgeführt haben, empfiehlt SAP, dass Sie dieselbe Auswahl noch einmal anwenden. So ermitteln Sie, ob nach dem ersten Löschlauf neue nicht verwendete Objekte in der Anwendung vorliegen. Dies ist der Fall, wenn Objekte im System zuvor von nicht verwendeten Objekten genutzt wurden, die im ersten Löschlauf entfernt wurden. Nach dem Lauf wird das von einem gelöschten nicht verwendeten Objekt genutzte Objekt selbst zu einem nicht verwendeten Objekt und kann in einem zweiten Lauf gelöscht werden.

Zum Löschen vorgemerkte Objekte löschen

Mit diesem Vorgang löschen Sie logisch alle Objekte aus einer definierten Reihe von Anwendungen, die zum Löschen vorgemerkt sind und nicht von anderen Objekten referenziert werden. Nachdem Sie Ihre Auswahl vorgenommen haben, wählen Sie Übernehmen. Das System sammelt die Anwendungen mit den betroffenen Objekten.

Bevor ein Objekt durch diesen Vorgang tatsächlich gelöscht wird, muss neben der Löschvormerkung und der Tatsache, dass keine Referenz durch andere Objekte vorliegt, noch ein drittes Kriterium erfüllt sein: Basierend auf dem aktuellen Systemdatum zieht das System den so genannten Datenerhaltungszeitraum, einen vordefinierten Zeitraum, vom aktuellen Datum ab. Das so ermittelte Datum dient als Schwellenwert: Nur Objekte, die vor diesem Schwelldatum zur Löschung vorgemerkt wurden, werden tatsächlich gelöscht.

Der Standardwert für den Datenerhaltungszeitraum beträgt 90 Tage. Sie können das vom System ermittelte Schwelldatum im Tool zur Anwendungsverwaltung aber manuell anpassen.

Hinweis

Dieser Vorgang kann nur für ganze Anwendungen durchgeführt werden. Einzelne Objekte können von der Verarbeitung weder ausgeschlossen noch in sie einbezogen werden.

Alte Objektversionen verwerfen

Mit diesem Vorgang löschen Sie veraltete Objektversionen in einer definierten Reihe von Anwendungen logisch. Das System entfernt alle Objektversionen, die älter als das angegebene Schwelldatum sind. Die Version, die am Schwelldatum verwendet wurde, wird so geändert, dass das zugewiesene Schwelldatum das Startdatum der Version ist. Das System sorgt dafür, dass alle Abhängigkeiten zwischen den betroffenen Objekten bestehen bleiben, sodass es weiterhin möglich ist, das System auf den Status am Tag des Schwelldatums zurückzusetzen. Verworfene Objektversionen verbleiben nach der Verarbeitung physisch in der Datenbank, können aber nicht mehr aufgerufen werden. Nach einem Aufbewahrungszeitraum entfernt das System sie mithilfe eines zusätzlichen Bereinigungslaufs.

Achtung

Beachten Sie, dass eine Objektversionierung meistens aus wichtigen Gründen erfolgt, z. B. um gesetzliche Vorschriften einzuhalten oder aus Auditing-Gründen. Gehen Sie deshalb sorgfältig vor, wenn Sie diesen Vorgang verwenden. Sie sollten absolut sicher sein, dass die zu verwerfenden Objektversionen auch wirklich nicht mehr benötigt werden.

Datenbank aufräumen

Mit diesem Vorgang bereinigen Sie die Datenbank explizit von den deaktivierten Objekten und Objektversionen, die als Ergebnis der oben beschriebenen Vorgänge Zum Löschen vorgemerkte Objekte löschen und Alte Objektversionen verwerfen in der Datenbank vorliegen. Wenn Sie diesen Vorgang ausführen, werden sowohl versteckte Objektversionen als auch logisch gelöschte Objekte physisch aus der Datenbank gelöscht und können nicht wieder abgerufen werden.

Objekte neu organisieren

Mit diesem Vorgang organisieren Sie die interne Struktur bestimmter Ausdrücke, z. B. von Entscheidungstabellen, Schleifen, Booleschen Ausdrücken, in einer BRFplus-Anwendung, die aus einem früheren Release von BRFplus übernommen wurden. So wird einmal die Performance verbessert und die Wartung solcher Legacy-Objekte vereinfacht.

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