
In der Welt der serviceorientierten Architektur (SOA) müssen Unternehmen heutzutage schnell neue, standardisierte, flexible und innovative Geschäftsprozesse entwickeln, die einfach an bestimmte Geschäftssituationen und -anforderungen anzupassen sind. Dazu müssen sie Services definieren und implementieren, die die Wiederverwendbarkeit betriebswirtschaftlicher Funktionalität gewährleisten und so eine höhere Flexibilität bei der Reaktion auf Veränderungen des Marktes unterstützen.
Enterprise-Services erfüllen diese Anforderungen mit ihren Eigenschaften. Bisher haben Unternehmen nicht standardisierte Services in einem komplexen Entwicklungsprozess einzeln erstellt und implementiert. Die Implementierung solcher Services war zeitaufwändig und kostspielig.
Mit der Service Implementation Workbench (SIW) können Sie Enterprise-Services schnell und einfach halbautomatisch und geführt erstellen, implementieren und neu erstellen. Sie bietet Ihnen einen einzigen Einstiegspunkt für Ihre Service-Entwicklung. Durch eine systematische und vereinfachte Überwachung und ein geführtes Mapping unterstützt sie Sie dabei, zusätzlichen Überwachungsaufwand und wiederkehrende manuelle Aufgaben während des gesamten Entwicklungsprozesses und nach der Implementierung zu vermeiden. Mit standardisierten Templates und wiederverwendbarem Coding verbessert sie die Qualität, Schnelligkeit und Harmonisierung von Service-Implementierungen.
Sie können die SIW auch mit älteren Release-Ständen von SAP NetWeaver verwenden. Hierzu benötigen Sie spezielle Adapter für die Remote-Service-Generierung. Weitere Informationen finden Sie im SAP-Hinweis 1503479 (SIW-Adapter: SIW-Objekte remote generieren).
Die SIW unterstützt verschiedene Typen von Service-Erstellungsprozessen, den Outside-In-Ansatz (proxy-basierter Service-Erstellungstyp) und den Inside-Out-Ansatz (API-basierter Service-Erstellungstyp). Weitere Informationen finden Sie unter Services in der SIW. Das Werkzeug organisiert den Prozess der Service-Implementierung anhand von Projekten. Ein Projekt basiert auf einer Konfiguration und enthält die spezifischen Daten für diesen Service.
Um die SIW verwenden zu können, müssen Sie Folgendes sicherstellen:
Für jeden benötigten Service-Erstellungstyp muss eine entsprechende Konfigurationsklasse vorhanden sein. Die einzelnen Konfigurationen definieren, welche Objekte generiert werden, und beschreibt sie direkt oder über Code-Templates. Ihre Verfügbarkeit können Sie in der Customizing-Aktivität Konfiguration definieren überprüfen. Diese Aktivität finden Sie im Customizing im Einführungsleitfaden für NetWeaver Implementation Guide unter oder im Dialog der Service Implementation Workbench (Transaktion SIW) unter Weitere Informationen finden Sie unter Dialog weiter unten in diesem Dokument.
Wir liefern Beispiele für Konfigurationsklassen und die zugehörigen Code-Templates für die SAP Business Suite.
Sie benötigen die Entwicklungsberechtigung, um SIW-Projekte bearbeiten und Objekte generieren zu können. Das System prüft das Berechtigungsobjekt S_SIW_CFG. Weitere Informationen finden Sie in der zugehörigen Systemdokumentation in der Transaktion SU21.
Wir empfehlen die Zuordnung zur SIW-Rolle Entwickler Service-Implementierung (SAP_BC_SIW_DEV). Weitere Informationen finden Sie unter Rollen in der SIW.
API-basierte Service-Entwicklung
Um die SIW für die Erstellung von Enterprise Services verwenden zu können, müssen Sie eine RFC-Verbindung (RFC = Remote Function Call) von Ihrem SIW-System zu dem System eingerichtet haben, in dem sich das ES Repository befindet.
Außerdem müssen Sie eine RFC-Verbindung im Customizing definiert haben, wenn Ihr Backend-System von dem System abweicht, in dem sich die SIW befindet.
Für beides verwenden Sie die Customizing-Aktivität Landschaft definieren. Sie finden diese Aktivität im Customizing im SAP NetWeaver Einführungsleitfaden unter oder in der Service Implementation Workbench (Transaktion SIW) unter . Weitere Informationen finden Sie unter Dialog weiter unten in diesem Dokument.
Um die SIW für die Erstellung von Enterprise-Services verwenden zu können, benötigen Sie das Enterprise Services Repository.
Abhängig vom Service-Erstellungstyp unterstützt Sie die SIW entweder durch den gesamten Prozess hindurch von der Service-Definition bis zur Service-Implementierung und -Verwaltung oder nur in einigen Teilen des Prozesses:
API-basierte Service-Erstellung und -Implementierung (mit ES Repository)
Für diesen Service-Erstellungstyp bietet die SIW die folgenden Funktionen:
Definition der Service-Signatur
Die Service-Signatur basiert auf einer vorhandenen API-Methode (API = Application Programming Interface), die die Business-Operation ausführt (z. B. ein Funktionsbaustein). Zur Definition gehört die Generierung eines Signaturentwurfs und dessen manuelle Verfeinerung (Mapping).
Service-Generierung im ES-Repository-System
Dazu gehört die Erstellung von Intermediate Data Types (IDTs), Message-Typen, Service-Operationen und Service-Interfaces.
Erstellung von ABAP-Proxys (alle Proxy-Typen) im ABAP-Backend-System
Geführtes Mapping
Die SIW unterstützt Sie bei der Zuordnung von DDIC-Typen (ABAP Data Dictionary) zu globalen Datentypen (GDTs) und Intermediate Data Types (IDTs). Sie liefert Namensvorschläge für die ABAP-Proxy-Typen für das Mapping zwischen den Proxys und dem Daten-Repository des Backend-Systems (DDIC-Strukturen).
Generierung von Objekten für die Service-Implementierung im ABAP Repository
Integrierte Navigation zum ES Repository
Integrierte Navigation zur Transaktion SPROXY
Mit der Transaktion SPROXY können Sie die generierten Services auch testen.
Weitere Informationen über den gesamten Prozess bei diesem Service-Erstellungstyp finden Sie unter Service-Erstellung und -Implementierung (API-basiert).
Proxy-basierte Service-Erstellung und -Implementierung
Für diesen Service-Erstellungstyp bietet die SIW die folgenden Funktionen:
Generierung von Objekten für die Service-Implementierung
Diese Objekte basieren auf vorhandenen ABAP-Proxys.
Lesen der Service-Metadaten
Integrierte Navigation zur Transaktion SPROXY
Integrierte Navigation zum ES Repository
Weitere Informationen über diesen Prozess finden Sie unter Service-Erstellung und -Implementierung (proxy-basiert).
Dialog
Sie können Ihre Projekte entweder im Dialog oder über Application Programming Interfaces bearbeiten.
Im Dialog sind alle Projekte im Projektbaum organisiert. Weitere Informationen finden Sie unter Der Projektbaum.
Im Dialog stellt die SIW die folgenden Transaktionen zur Verfügung:
Service Implementation Workbench (SIW)
Mit dieser Transaktion können Sie die folgenden Aktivitäten durchführen:
Die Transaktion SIW bietet außerdem zwei verschiedene Übersichten:
Objektvorschau
Die SIW zeigt die Information über die zu generierenden Objekte innerhalb des jeweiligen Projekts in der Objektvorschau an.
Überblick aller generierten Objekte
Die SIW zeigt die Information über die bereits generierten Objekte in der Liste der generierten Objekte an.
Transaktion SIW-Monitor
Mit dieser Transaktion können Sie die folgenden Aktivitäten durchführen:
über Attribute, ID oder Name nach Projekten oder Objekten suchen
Mit der Transaktion SIW-Monitor können Sie Projekte über ihre Objekte, Attribute und Projektkontextvariablen suchen.
Massen-Monitoring
Mit der Transaktion SIW-Monitor können Sie den aktuellen Status von Services überwachen (Mapping-Status, Gesamtstatus des Projekts, Unit-Test-Status) und Ihre Service-Implementierungen für alle Service-Varianten neu generieren, wenn Sie sie nachträglich aktualisieren möchten. Sie können Objekte entweder einzeln oder in einer Massenaktualisierung neu generieren, entweder im Dialog oder per Integration des SIW-Monitor-Reports in Ihre Hintergrundverarbeitung.
Unit-Tests
Die Transaktion SIW-Monitor führt ABAP-Unit-Tests durch, wenn solche Prüfungen Bestandteil generierter Objekte sind.
Automatisierte Service-Generierung
Der Report SIW Monitor generiert automatisch Services, die nicht den Status Up To Date haben, wenn Sie ihn in Ihre Hintergrundjobs integrieren. Dies schließt die Erstellung verschiedener Typen von ABAP-Repository-Objekten ein, deren Code-Slots Sie anschließend manuell implementieren können. Diese Anpassungen werden durch spätere Neugenerierungen nicht überschrieben. Das System überschreibt auch keine neuen Methoden, die Sie zu bereits generierten Klassen hinzufügen.
Wenn Sie eine generierte Methode löschen und die Generierung des entsprechenden Projekts starten, legt das System diese Methode wieder an. So wird die Löschung überschrieben, wenn Sie die Neugenerierung starten.
Customizing
Landschaft definieren
In dieser Customizing-Aktivität legen Sie die Namen der RFC-Destinationen fest, die für Ihre Landschaft relevant sind. Diesen Schritt müssen Sie durchführen, wenn Sie eine Remote-Generierung von Services mit der Service Implementation Workbench durchführen möchten. Das ist der Fall, wenn Ihr Backend-System ein anderes als das Host-System der Service Implementation Workbench ist. Bei API-basierten Services benötigen Sie diese Customizing-Aktivität auch dazu, die Verbindung zum ES Repository herzustellen, auch dann, wenn Sie lokal arbeiten.
Wenn Sie Remote Function Calls für Ihre Service-Generierung verwenden, können Sie mit dem Report "Landschaften prüfen" die RFC-Verbindungen der ausgewählten Landschafts-ID prüfen und validieren. Der Report prüft die RFC-Verbindungen zwischen dem SIW-System und den jeweiligen Backend-Systemen eines Projekts. Die Prüfung umfasst die RFC-Verbindung zum Enterprise Services Repository (ES Repository), die Haupt-RFC-Verbindung für die Implementierung und die alternative RFC-Verbindung für die Implementierung. Sie können den Report Landschaften prüfen auf der Registerkarte Menü der Transaktion SIW unter starten.
Konfigurationen definieren
In dieser Customizing-Aktivität definieren Sie Konfigurationen für Ihre Service Implementation Workbench, indem Sie eine Konfigurations-ID und eine Beschreibung, eine Konfigurationsklasse und die jeweilige Landschafts-ID eingeben. Die Landschafts-ID wird für die Remote-Generierung benötigt.
Application Programming Interfaces (APIs)
Neben den Dialogtransaktionen bietet die SIW zwei Application Programming Interfaces zur Bearbeitung von Projekten:
Mit dem Interface IF_SIW_PROJECT_API können Sie mehrere SIW-Projekte und -Frameworks gleichzeitig bearbeiten.
Das Interface IF_SIW_SERVICE_API ermöglicht Ihnen die vollständig automatisierte Wartung von Enterprise-Services.
Bei API-basierten Services können Sie diese APIs nur dann nutzen, wenn ein Populator zur Verfügung steht und das Mapping vollständig ist.
Transport
Die SIW schreibt automatisch Transporteinträge für die erstellten Service-Proxys oder virtuellen Interfaces und für alle generierten oder neu generierten Objekte. Bei Bedarf können Sie auch komplette SIW-Projekte ohne die generierten Objekte über die Transaktion SIW-Monitor transportieren.
Mit der SIW können Sie Services des API-basierten Service-Erstellungstyps definieren und implementieren. Enterprise-Services des proxy-basierten Service-Erstellungstyps können Sie nicht innerhalb der SIW definieren. Dies müssen Sie vorher außerhalb der SIW im ES Repository oder einem anderen externen Werkzeug durchführen.
Weitere Informationen über die serviceorientierte Architektur finden Sie im SAP Developer Network (SDN) https://www.sdn.sap.com/irj/sdn/soa
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