
Wenn sich Daten bereits im Hauptspeicher befinden, kann darauf unabhängig von dem Hauptspeicherpool, in dem sie abgelegt sind, zugegriffen werden. Wenn die benötigten Daten in einem Hauptspeicherpool jedoch nicht vorhanden sind, werden sie in denselben Hauptspeicherpool gebracht wie der Job, der darauf verwiesen hat (man bezeichnet dies als Fehlseitenbedingung). Bei der Übertragung von Daten aus dem Zusatzspeicher in einen Speicherpool werden andere Daten ersetzt und - sofern sie geändert wurden - im Zusatzspeicher abgelegt (dies nennt man Seitenwechsel oder Paging).
Auf IBM i ist [ Pages in] = [ Pages out].
Da Fehlseitenbedingungen die Performance beeinträchtigen, sollten Sie sicherstellen, dass der Hauptspeicherpool groß genug ist, um den Seitenwechsel auf einem vertretbaren Wert zu halten.
Grenzwerte für Fehlseitenbedingungen auf IBM i
Wenn Sie in einem Hauptspeicherpool eine hohe Fehlseitenbedingungsrate feststellen, sollten Sie diesen Pool vergrößern. (Informationen über Fehlseitenbedingungen können Sie mit dem Betriebssystemmonitor (Transaktion ST06) oder dem Alert-Monitor (Transaktion RZ20) anzeigen.
Pool |
Grenzwert |
Maschinenpool (immer Systempool 1) |
Da der Maschinenpool systemweit genutzte Objekte enthält, betreffen Fehlseitenbedingungen im Maschinenpool alle Jobs im System. Aus diesem Grund sollte die Fehlseitenbedingungsrate in diesem Pool möglichst klein sein. Obergrenze: 10 Fehlseitenbedingungen pro Sekunde |
andere Pools |
Für eine optimale Performance sollte eine durchschnittliche Rate von zwei Fehlseitenbedingungen pro Sekunde pro aktivem Workprozess nicht überschritten werden. Als Obergrenze sollte eine Rate von 20 Fehlseitenbedingungen pro Sekunde pro aktivem Workprozess nicht überschritten werden. (Siehe Beispiel unten.) |
Die folgenden Beispiele können Ihnen bei der Ermittlung der Fehlseitenbedingungsrate in Ihrem System eine Hilfestellung geben.
Beispiel für beste Performance
Fehlseitenbedingungen pro Sekunde im Speicherpool |
20 |
aktive Workprozesse (d.h. IBM-i-Jobs mit dem Status RUN) im Speicherpool |
10 |
Servicezeit der Festplatte |
10 ms (durchschnittliche Servicezeit der Festplatte) Setzen Sie für diesen Wert den aktuellen Wert aus Ihrem System ein. |
Ergebnis |
2 Fehlseitenbedingungen/s * 10 ms = 20 ms/s Seitenwechsel |
Dies entspricht einem Seitenwechsel-Overhead von etwa 2%.
Beispiel für Obergrenze
Fehlseitenbedingungen pro Sekunde im Speicherpool |
200 |
aktive Workprozesse (d.h. IBM-i-Jobs mit dem Status RUN) im Speicherpool |
10 |
Servicezeit der Festplatte |
10 ms (durchschnittliche Servicezeit der Festplatte) Setzen Sie für diesen Wert den aktuellen Wert aus Ihrem System ein. |
Ergebnis |
20 Fehlseitenbedingungen/s * 10 ms = 200 ms/s Seitenwechsel |
Dies entspricht einem Seitenwechsel-Overhead von etwa 20%. Die 20%-Grenze sollte nicht überschritten werden.