Globale PerformanceanalyseLocate this document in the navigation structure

Verwendung

Software, Systemlandschaften und Softwareentwicklungsprozesse werden heutzutage zunehmend komplexer in einer Umgebung, in der sich Geschäftsprozesse über mehrere Systeme hinweg erstrecken. Die Durchführung von manuellen Performancetests für einzelne Programme oder Transaktionen mit Standardtest- und -analysetools, wie z. B. Performance Trace (ST05), ABAP-Laufzeitanalyse (SE30) und Business Transaction Analysis (STAD), ist daher nicht mehr ausreichend, weil die Performance in den meisten Fällen vom Zusammenspiel einzelner Komponenten in verschiedenen Systemen abhängt.

Die globale Performanceanalyse (Transaktion ST30, Komponente BC-TWB-TST-P-GPA) ermöglicht Ihnen durch die Verwendung folgender Funktionen, zeit- und personalaufwändige manuelle Performancetests zu vermeiden:

  • Durchführung von systemübergreifenden Performancetests für ABAP- und Nicht-ABAP-Komponenten
  • Ermittlung von Performancekennzahlen für alle Anwendungs- und Systemkomponenten eines bestimmten Geschäftsprozesses
  • automatisierte Durchführung von Performanceanalysen, z. B. für Regressions- oder Skalierbarkeitstests
  • Aufzeigen von Performanceverschlechterungen während des gesamten Entwicklungszyklus
    Achtung

    Die ST30 eignet sich nicht zur Durchführung von Belastungstests (Stresstests). Zu diesem Zweck werden Benchmark-Tools (Benchmark = Simulation der Systemlast bei vielen Benutzern) verwendet.

Integration

Die von der ST30 in den getesteten Systemen durchgeführten Performancetests werden in einer zentralen Datenbank gesichert. Dort können Sie jederzeit zu Analysezwecken darauf zugreifen, etwa um Langzeitvergleiche oder statistische Auswertungen (Skalierbarkeits- oder Regressionstests, etc.) durchzuführen.

Die ST30 ruft die in den Testläufen erzeugten Performancekennzahlen ab, indem sie:

  • die Statistiksätze (vergleiche die Transaktionen STAD, ST03N, ST03G, etc.) und Daten, die von der Performanceanalyse (Transaktion ST05) generiert werden, verwendet
  • die Code-Inspektor-Funktionalität (Transaktion SCI) mit einbezieht

Auf die Performancekennzahlen in der zentralen Datenbank können Sie entweder über die Transaktion ST30 oder direkt aus der ST33 zugreifen.

Funktionsumfang

Die ST30 ermöglicht folgende Hauptfunktionen:

Mit der ST30 können Sie auch manuelle Performancetests durchführen, der Schwerpunkt der Transaktion liegt jedoch auf der Durchführung von automatisierten Tests.

Die Durchführung automatisierter Performancetests mit der ST30 bedeutet den automatischen und wiederholten Ablauf einzelner Geschäftsprozesse oder ‑szenarios, wobei alle relevanten Komponenten der Systemlandschaft mit einbezogen werden. Das Tool sammelt aus allen beteiligten Systemen alle Daten, die aus Performancesicht relevant sind, und sichert sie zentral in einer Datenbank.

Die Performancetests basieren auf der Verwendung von eCATT-Testkonfigurationen (extended Compter-Aided Test Tool, Transaktion (SECATT)). Obwohl diese hauptsächlich für funktionale Tests entwickelt wurden, sind eCATT-Testkonfigurationen auch für das automatisierte Testen über die ST30 unverzichtbar. Sie basieren auf Testskripts, die alle Schritte enthalten, die in dem zu testenden Geschäftsprozess oder ‑szenario durchlaufen wurden. Testskripts können aufgezeichnet oder manuell geschrieben werden und lassen sich bearbeiten.

Im Folgenden werden einige der wichtigsten Eigenschaften der ST30 genannt:

  • Die mit der ST30 durchgeführten Performancetests werden auf einem zentralen Testsystem angestoßen. Sie sind dynamisch (die Ausführung erfolgt während der Laufzeit) - im Gegensatz zu statischen Prüfungen (die Ausführung erfolgt nicht während der Laufzeit), wie sie z. B. der Code Inspector im Programmquelltext vornimmt.
  • Da die an einem Test beteiligten Systemkomponenten unterschiedliche Releasestände haben können, ist auch die Darstellung der Performancekennzahlen unter Umständen nicht einheitlich. Die ST30 zeigt daher die Statistikdaten stets in einer einheitlichen Maßeinheit (UOM, unit of measurement) an, unabhängig davon, welche UOM in der getesteten Systemkomponente verwendet wird. Beispielsweise wird die UOM für Speicherverbrauch stets in MB angegeben.
  • Die 64-Bit-Unterstützung eines Systems wird automatisch erkannt und berücksichtigt.
  • Zeitunterschiede zwischen Systemen, die sich in unterschiedlichen Zeitzonen (z. B. USA und Europa) befinden, werden automatisch berücksichtigt. Dies macht eine Umrechnung der Werte überflüssig.
Die einzelnen Schritte im Überblick

Vereinfacht dargestellt werden während eines automatisierten Performancetests folgende Schritte durchlaufen (hier wird davon ausgegangen, dass das zu testende Szenario bereits in einem eCATT-Testskript aufgezeichnet worden ist):

  1. Die ST30 stößt das eCATT-Testskript auf dem zentralen Testsystem an.
  2. Das eCATT-Testskript lässt das Szenario unter Einbeziehung aller Komponenten (Programme, Transaktionen) der Systemlandschaft ablaufen.
  3. Die ST30 ruft die Performancekennzahlen von allen beteiligten Systemkomponenten ab.
  4. Die ST30 sichert die gesammelten Performancekennzahlen in der zentralen Datenbank.

Siehe auch:

Durchführung von automatisierten Performancetests

Manuelle Performancetests durchführen

Anzeige der Performance-Testergebnisse