Anfang des Inhaltsbereichs

Komponentendokumentation Offenlegung und Reporting  Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Einsatzmöglichkeiten

Die Komponente Offenlegung und Reporting ist Teil der Basel II Lösung von SAP und unterstützt Banken beim internen, externen und aufsichtsrechtlichen Reporting.

Der Business Content der Komponente Offenlegung und Reporting ist so angelegt, dass er den Anforderungen der dritten Säule der Neuen Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) entspricht. Während die erste Säule die Mindestkapitalanforderungen und die zweite Säule den aufsichtsrechtlichen Überprüfungsprozess beschreiben, betrifft die dritte Säule die Marktdisziplin. Sie ergänzt die ersten beiden Säulen und nennt Kerninformationen, die Banken offen legen müssen, damit Kunden und Aktionäre sowie andere Marktteilnehmer die Risikopositionen der Bank wie zum Beispiel ausstehenden Forderungen sowie die verwendeten Risikomessverfahren beurteilen können.

SAP liefert zu diesem Zweck Reports aus, mit denen Sie die für Basel II relevanten Kennzahlen wie die erwartete Höhe von Forderungen (Exposure at Default) und die Ausfallwahrscheinlichkeit für verschiedene Portfolios flexibel anzeigen können. Zum Beispiel ist eine Anzeige der Kennzahlen nach Branche, Kontrahentenart oder Risikoklasse möglich, wobei die Ausprägungen dieser Merkmale kundenindividuell einstellbar sind. Über Filter können Sie die Anzeige jederzeit einschränken oder die entsprechenden aggregierten Werte anzeigen. Ein Drill-Down anhand frei wählbarer Merkmale bis auf die Einzeltransaktionsebene sowie der Absprung in das Bank-Analyzer-Core-System zur gezielten Anzeige der Stammdaten einzelner Transaktionen sind möglich.

Der Business Content hat das Ziel, den Implementierungsaufwand des BI-Reportings der Basel II Lösung zu verringern. Aus diesem Grund stellt SAP bereits ausführbare Queries sowie ein Datenmodell mit engem Bezug zum Bank-Analyzer-Core-System zur Verfügung. Kunden haben zudem die Möglichkeit, die ausgelieferten Queries zu verändern und neue Queries zu entwickeln.

Einführungshinweise

Die Basel II Lösung verlangt Einstellungen im Customizing des Bank-Analyzer-Core-Systems.

Integration

Der Business Content ist integraler Bestandteil der Basel II Lösung des Bank Analyzers, die die Kalkulation, die Extraktion von Daten in das BI sowie die anschließenden Reports umfasst.

Die für das Reporting benötigten Kennzahlen werden im Bank-Analyzer-Core-System berechnet bzw. aus Fremdsystemen durchgereicht und im Bank Analyzer abgelegt. Bei der Extraktion kombiniert das System die Ergebnisse des Kalkulationsprozesses der Result Database (RDB) bzw. des Results Data Layers (RDL), aus der Historiendatenbank (HDB) und aus dem Source Data Layer (SDL) des Bank Analyzers. Im BI werden die Daten in der Extraktionsgranularität abgelegt, durch Hilfskennzahlen ergänzt und dann aggregiert, um das Reporting optimal zu unterstützen.

Funktionsumfang

Die Komponente Offenlegung und Reporting stellt Ihnen Queries zur Verfügung, die den Anforderungen entsprechen, die im Arbeitspapier Marktdisziplin und dem dritten Konsultationspapier von Basel II formuliert wurden.

Mit dem Report Einzeltransaktionsebene haben Sie die Möglichkeit, Daten bis auf die Ebene einzelner Daten bis zur Extraktionsgranularität anzuzeigen. Die dazugehörige Querys bauen auf den ODS-Objekten zum Kontrahentenrisiko, gewerbliche Immobiliendarlehen, Beteiligungen und Verbriefungen auf. Die Reports 1 bis 15 basieren auf einem MultiProvider, der vier InfoCubes enthält. Daher können Sie eigene InfoCubes entwickeln und den Umfang der Daten, über die vom MultiProvider berichtet wird, erweitern, ohne dass Sie die Querys zu den Reports 1 bis 15 anpassen müssen. Die übrigen Reports basieren auf den entsprechenden InfoProvidern, die die explizite Daten für diese Reports bereithalten.

Beispiel

Eine Reportanfrage könnte wie folgt ablaufen. Die zugrunde liegende Transaktion sei zum Beispiel ein Darlehen mit einer jährlichen Rückzahlung von 1 Million Euro an eine Firma, deren Hauptsitz in Deutschland liegt.

...

       1.      Die Daten des Darlehens werden eingegeben und im operationellen System der Bank verarbeitet und aufbewahrt.

       2.      Die für die Risikobewertung relevanten Daten des Darlehens werden in den Source Data Layer (SDL) übertragen. Hierzu gehören unter anderem das Exposure, Sicherheiten und Garantien sowie die Restlaufzeit.

       3.      Die benötigten Kennzahlen werden berechnet und in der RDB bzw. im RDL abgelegt. Zu den Kennzahlen gehören zum Beispiel EAD (Exposure at Default), LGD (Loss Given Default) und PD (Probability of Default).

       4.      Für die zu analysierenden Daten werden die relevanten Merkmale und Kennzahlen aus dem Datenvorrat (SDL, RDL, RDB und HDB) gesammelt und in das BI extrahiert. Zu den aus dem SDL extrahierten Transaktionsdaten gehören zum Beispiel der Produkttyp, die Kontrahentenart und das Land des Geschäftspartners sowie die Transaktions-ID. Kennzahlen wie EAD und LGD stammen aus dem RDL, der RDB bzw. HDB.

       5.      Die Reports im BI werden ausgeführt.

Ende des Inhaltsbereichs