Objektverknüpfungsdienst 
Der Objektverknüpfungsdienst bietet die Möglichkeit, inhaltlich zusammenhängende Belege auch über Anwendungs- und Systemgrenzen hinweg zu verknüpfen. Damit ist eine Navigation zwischen den verschiedenen Belegen, die in einem Geschäftsprozess entstandenen sind, möglich.
Beispiel
Im Vertrieb entstehen in einem Geschäftsprozess aus einer Anfrage ein Angebot, daraus ein Auftrag und aus dem Auftrag eine Lieferung. Der Sachbearbeiter kann aus der Lieferung den Weg des Geschäftsprozesses direkt anhand der Belege zurückverfolgen.
Sie können Objekte über mehrere Stufen hinweg verknüpfen und ganze Verknüpfungsnetze erstellen. Der Zugriff auf die Verknüpfungssätze von jedem beteiligten Objekt aus möglich. Diese Funktionen können Sie über die Schnittstelle aufrufen, ohne dass Sie eigene Anwendungslogik implementieren müssen. Für den Endanwender stellt der Verknüpfungsdienst einen Browser zur Verfügung.
Die Verknüpfungen können auch mit Belegen aus verschiedenen SAP-Systemen als auch Fremdsystemen angelegt werden. Die Navigation ist auch zu den Objekten außerhalb eines SAP-Systems möglich.
Der Objektverknüpfungsdienst ist eine Komponente des SAP Web Application Server, der das Anlegen, Lesen und Ändern der Verknüpfungen übernimmt. Die Verknüpfungen werden von Anwendungsentwicklern modelliert und über eine Schnittstelle an den Objektverknüpfungsdienst übergeben.
Hinweis
Der Objektverknüpfungsdienst wurde zu SAP-Web-Application-Server-Release 6.10 umgestellt. Gegebenüber dem Vorgänger bietet der neue Dienst die Möglichkeit, neben Business-Objekten auch persistente Objekte (Business-Klassen) zu verknüpfen. Außerdem können auch Objekte verknüpft werden, ohne dass die Rollen persistent gespeichert werden müssen. Zur Wartung bestehender älterer Objektverknüpfungen und zu deren Migration finden Sie die zugehörige Dokumentation im Abschnitt Objektverknüpfungsdienst bis Release 4.6D.
Anwendungsentwickler, die die Verknüpfungen zu einem früheren Release verwendet haben, können den Vorgänger weiterhin verwenden. Der neue Objektverknüpfungsdienst stellt aber auch Werkzeuge für die Migration zur Verfügung. Wenn Sie in Ihrer Anwendung neue Objektverknüpfungen modellieren, empfehlen wir, den neuen Dienst zu verwenden.
Weitere Informationen finden Anwendungsentwickler in Anbindung an den Objektverknüpfungsdienst.
Das Objektverknüpfungs-Framework bietet folgende Funktionen:
Pflege von rollenbasierten Verknüpfungsmodellen
Protokollierung von Verknüpfungsverantwortlichen und letzten Änderern
Anlegen, Ändern und Löschen von binären Verknüpfungen
Anschluss an die Verbuchung über die Persistenz- und Transaktionsdienste der Object Services
Unterstützung für systemübergreifende Verknüpfungen
Unterstützung für Anwendungsattribute an Verknüpfungssätzen
Lesen von Verknüpfungen zu einem Objekt
Existenzprüfung von Verknüpfungen
Archivanschluss
Werkzeuge zur Übernahme der Modelldaten aus dem alten Verknüpfungsdienst
Der neue Objektverknüpfungsdienst bietet gegenüber dem Vorgänger Neuerungen in folgenden Bereichen:
Modelldatenpflege:
Protokollierung des letzten Änderers einer Beziehung oder Rolle.
Protokollierung eines verantwortlichen Entwicklers für eine Beziehung oder Rolle.
Warnungen bei Wiederverwendung von Rollen oder bei inkompatiblen Änderungen an Modelldaten
Überprüfung der Gültigkeit von Datenbanktabellen und Objekttypen
Anwendungsattribute:
Flexiblere Tabellenstruktur
Schlüssel: Verknüpfungs GUID, Attributname
Keine Beschränkung auf 250 CHAR für Anwendungsteil
Zugriff auf Attribute über View möglich
Unterstützung beim Anlegen, Löschen und Ändern von Attributen