Statistikdaten (Reporting-Suite für NetWeaver Standalone) 
Um die Performance eines ABAP-Systems und seiner Komponenten vermessen und beurteilen zu können, erzeugt das System so genannte ABAP-Statistiksätze. Diese geben Aufschluss darüber, welche Last von Aktionen im System erzeugt bzw. wie viele Ressourcen dadurch verbraucht werden. Damit erhält man ein sehr genaues Bild über die Qualität eines Systems. Wenn Performance-Engpässe auftreten, so können Sie mit Hilfe dieser Daten feststellen, welche Komponente dafür verantwortlich ist und können dann gezielt entsprechende Einstellungen vornehmen. Die Distributed Statistisc Records (DSRs) erweitern dieses Konzept für Nicht-ABAP-Komponenten.
Hinweis
Es gibt zwei Arten von Statistiksätzen: Haupt- und Subsätze:
Ein Hauptsatz wird immer dann erzeugt, wenn eine so genannte Business-Aktion im System ausgelöst wird. Eine solche Aktion kann sein:
Im Dialog: ein Dialogschritt (Start einer Transaktion, Auslösen eines Funktionscodes, Start eines Programms)
In der Hintergrundverarbeitung: Start eines Jobs
Ein Hauptsatz bildet die logische Klammer um eine Business-Aktion. Eine Transaktion besteht meistens aus mehreren Business-Aktionen.
Ein Subsatz beschreibt die Sub-Aktionen, die innerhalb einer Business-Aktion ablaufen, z. B. RFC-Aufrufe oder DB-Zugriffe. Ein oder mehrere Subsätze sind immer einem Hauptsatz zugeordnet.
Mit den Statistikdaten können Sie Performance-Probleme sehr detailliert analysieren. Sie sind die Grundlage der SAP-Performance-Analysewerkzeuge, die hauptsächlich vom SAP-Support verwendet werden. Diese Analysewerkzeuge sind:
Business-Transaktionsanalyse (Transaktion STAD)
Die Business-Transaktionsanalyse berechnet für das lokale ABAP-System den Systemressourcenverbrauch einzelner Transaktionen und liefert eine detaillierte Analyse einer Transaktion und seiner Dialogschritte. Die Daten stammen direkt aus den Statistikdateien.
Funktionaler Trace (Transaktion STATTRACE)
Über den funktionalen Trace können Sie Statistik-Einzelsätze von ABAP- und Nicht-ABAP-Systemen aus komplexen Systemlandschaften anzeigen. Auf die Statistik-Daten von entfernten ABAP-Systemen wird dabei über RFC zugegriffen. Bei entfernten Nicht-ABAP-Systemen liest ein Agent SAPCCMSR die Daten aus.
Systemlastmonitor (Transaktion ST03)
Der Systemlastmonitor dient zur Analyse der statistischen Daten des ABAP-Kernel. Sie können dabei die Daten aller Instanzen des lokalen Systems anzeigen lassen. Angezeigt werden die Aggregate der Statistikdateien, die in der Datenbank des Systems gesichert sind.
Globaler Systemlastmonitor (Transaktion ST03G)
Der globale Systemlastmonitor zeigt Statistiksätze für ganze Landschaften an und dient damit der Analyse statistischer Daten sowohl von ABAP- als auch von Nicht-ABAP-Systemen. Auch hier werden die Aggregate der Statistikdateien angezeigt.
Ab Release BI Content 7.03 Add-On (PlugIn-Release 2005.1, OLTP-Release 7.00) stehen Ihnen die Statistiksätze im Business Warehouse zur Verfügung, und zwar sowohl die Statistikdateien selbst, als auch die Aggregate.
Hinweis
Diese Dokumentation des BI-Content der Statistikdaten ist für diejenigen Benutzer bestimmt, welche auf Basis dieser Daten eigene Queries oder Web-Templates erstellen möchten. Beachten Sie dabei, dass Sie in Ihrem BI einen unterschiedlichen BI-Content zur Verfügung haben, je nachdem, welches Szenario bei Ihnen vorliegt:
Sie verwenden die Reporting Suite für ein Standalone SAP NetWeaver, und Sie haben das entsprechende Setup durchgeführt (siehe Konfiguration der BI-Integration von CPH und Statistikdaten). In diesem Fall ist der in diesem Teilbaum beschriebene BI-Content für Sie relevant.
Sie verwenden das IT-Performance-Reporting des SAP Solution Manager ab 7.0 EhP 1. In diesem Fall ist der BI-Content für Sie relevant, wie er in Statistikdaten (IT-Performance-Reports im SAP Solution Manager) beschrieben wird.

Damit können Sie für das Reporting der Statistikdaten alle Eigenschaften des Business Warehouse nutzen, wie :
optimale Behandlung auch großer Datenmengen (Sie können damit rechnen, dass pro System ein Datenvolumen in Höhe von mindestens einem Gigabyte in das Business-Warehouse übertragen wird)
Korrelation verschiedener, auch unabhängiger Datenquellen (so können Sie auch die Verknüpfung mit den Monitoring Performance-Daten durchführen, um im Rahmen von Drill-Down-Analysen die Ursache von Performance-Problemen zu finden)
Anwendung statistischer Methoden zur Ermittlung von Korrelationen und Trends
einfache Erstellung von Ad-Hoc-Auswertungen
flexible und personalisierbare Reports
einfache Bereitstellung neuer Aggregattypen; dabei existieren wesentlich flexiblere Auswertungsmöglichkeiten der ABAP-Statistikdaten als in den Transaktionen STAD, ST03 und ST03G
Damit steht Ihnen eine integrierte Lösung für die folgenden Themenbereiche zur Verfügung:
Überwachung von Service Level Agreements, in denen sich Dienstleister verpflichten, ihren Kunden innerhalb einer festgelegten Antwortzeit oder einer Mindestverfügbarkeit IT-Services zu bieten
Early Watch bzw. Forecasting, wobei Sie aufgrund der Änderung von Statistikdaten ermitteln, wann Sie Probleme erwarten müssen, und bereits im Vorfeld der Probleme reagieren können
Im zentralen Monitoring-System müssen die Quellsysteme der Statistikdaten als überwachte Systeme in der Monitoring-Infrastruktur eingetragen sein (siehe SAP-NetWeaver-Komponenten und Hosts im CEN registrieren).
Um die Statistikdaten in das BI zu übertragen, verwenden Sie die Transaktion CCMSBISETUP (siehe Konfiguration der BI-Integration von CPH und Statistikdaten).