Customizing
Für die Anzahlungsabwicklung auf Basis von Belegkonditionen müssen Sie folgende Customizing-Einstellungen vornehmen:
Im Standard werden folgende Konditionsarten ausgeliefert:
· AZWA für die Sollanzahlung
Die AZWA hat die Rechenregel B (fester Betrag) und den Konditionstyp initial. Sie ist als Gruppenkondition eingestellt und kann auf Kopf oder Position eingegeben werden.
· AZWB für die Verrechnung
Die AZWB hat die Rechenregel G (Formel) und den Konditionstyp e (Anzahlungsanforderung/-verrechnung).
· AZDI für den Rundungsdifferenzenausgleich
Die AZDI hat die Rechenregel B (fester Betrag), die Konditionsklasse A (Zu- oder Abschläge), Konditionstyp L (Generell neu beim Kopieren) und ist manuell nicht bearbeitbar. Sie ist ebenfalls eine Positionskondition.
Durch Kopie der AZWA können Sie eine prozentuale Sollanzahlungskondition erzeugen.
Um das Kalkulationsschema zu erweitern, gehen Sie folgendermaßen vor:
...
1. Stellen Sie am Ende des Kalkulationsschemas hinter der Ausgangssteuer die Konditionsart AZWA ein. Markieren Sie die Kondition als statistisch. Tragen Sie hier die Bedingung 2 (Position mit Preisfindung) und die Konditionsbasisformel 48 (Kond.-Anzahlungen) ein. Die Formel 48 markiert die Kondition als Sollanzahlung. Tragen Sie weiterhin die Konditionswertformel 49 (Kond.-Anzahlungen) ein: sie kontrolliert z. B., dass der Positionsbruttowert nicht überschritten wird.
Stellen Sie sicher, dass die Konditionsbasisformel 48 und die Konditionswertformel 49 in Ihrem System aktiv sind. Wenn sie nicht aktiv sind, aktivieren Sie sie in der Transaktion VOFM.
2. Stellen Sie die Konditionsart AZWB ein. Markieren Sie die Kondition als statistisch. Tragen Sie hier die Bedingung 2 (Position mit Preisfindung) und die Konditionswertformel 49 (Kond.-Anzahlungen) ein. Die Formel 49 errechnet den Verrechnungswert basierend auf den Auftragspositionsdaten und ihrer Historie. Setzen Sie das Druckkennzeichen.
Falls Sie mit 100%-Anzahlungen und Teillieferungen arbeiten, kann es infolge von Rundungsdifferenzen zu minimalen Guthaben oder Schulden kommen.
Sie haben einen Kundenauftrag mit einem Gesamtwert von 800 EUR, die voll angezahlt werden. Sie liefern den Auftrag in drei gleichen Teillieferungen aus. Sie bekommen dann drei Fakturen von jeweils 266,67 EUR, in der Summe also 800,01 EUR. Das heißt, der Kunde bleibt Ihnen 0,01 EUR schuldig.
3. Um derartige Cent-Schulden oder -Guthaben zu vermeiden, stellen Sie zwischen den Steuern und der AZWA die Kondition AZDI in das Kalkulationsschema ein. Sie ist nicht statistisch. Stellen Sie hier die Bedingung 2 (Position mit Preisfindung) und die Konditionswertformel 49 (Kond.-Anzahlungen) ein.
In dem obigen Beispiel erzeugt sie bei der letzen Faktura einen Konditionswert von -0,01 EUR, so dass die letzte Faktura nur einen Wert von 266,66 EUR hat.
4. Um den zu zahlenden Betrag, also Faktura-Bruttowert minus verrechnete Anzahlungen auszudrucken, fügen Sie am Ende des Kalkulationsschemas eine Zwischensummenzeile „zu zahlender Betrag“ ohne Konditionsart ein. Tragen Sie in der Von-Stufe die Stufennummer der AZWB ein. Tragen Sie hier die Bedingung 2 (Position mit Preisfindung) und die Konditionswertformel 49 (Kond.-Anzahlungen) ein. Setzen Sie das Druckkennzeichen.
Voraussetzung für die Anzahlungsabwicklung ist die Kontierung auf den zugrundeliegenden Verkaufsbeleg. Dazu müssen Sie in der Finanzbuchhaltung folgende Einstellungen im Customizing für die Feldstatusleisten vornehmen:
· Abstimmkonten einstellen (Transaktion OBXR)
Für die von Ihnen gewählten Sachkonten erhaltene Anzahlungen und Anzahlungsanforderung müssen Sie die Feldstatusleiste G031 zuordnen.
● Konfiguration Buchhaltung einstellen (Transaktion OBXB)
Für die Anzahlungen (Vorgang ANZim Standard) und die Ausgangssteuerverrechnung (Vorgang MVA im Standard) müssen Sie die Buchungsschlüssel einstellen.
Außerdem müssen Sie für das Steuerkonto eine Kontenzuordnung durchführen.
● Buchungsschlüssel einstellen (Transaktion OB41)
Für den Buchungsschlüssel 19 müssen Sie Kundenauftrag als Kanneingabe einstellen.
● Feldstatusleisten einstellen (Transaktion OB14)
Für die Feldstatusvariante 0001, Feldstatusgruppe G031 müssen Sie Kundenauftrag als Kanneingabe einstellen.
● Buchungskreis Feldstatusvarianten zuordnen (Transaktion OBC5)
Wenn bei Ihnen beide Arten der Anzahlungsabwicklung erforderlich sind, können Sie gemischte Kundenaufträge dadurch verhindern, dass Sie zwei verschiedene Verkaufsbelegarten für den Kundenauftrag definieren, eine für Anzahlungen auf Basis von Belegkonditionen und eine für Anzahlungen auf Basis von Fakturierungsplänen. Für die Anzahlungen auf Basis von Belegkonditionen sind insbesondere Positionen mit Fakturarelevanz A (lieferbezogen), B (auftragsbezogen) usw. von Bedeutung. Die Anzahlungen auf Basis von Fakturierungsplänen beruhen auf Fakturarelevanz I (Fakturierungsplan). Über die Positionstypenfindung können Sie die Positionen trennen:
● Für die Anzahlung auf Basis von Fakturierungsplänen stellen Sie die Positionstypenfindung auf der Basis der Positionstypengruppe 0005 ein, was zum Positionstyp TAO mit Fakturarelevanz I führt.
● Für die Anzahlungen auf Basis von Belegkonditionen stellen Sie die Positionstypenfindung auf der Basis der Positionstypengruppen NORM, BANC, BANS usw. ein, was zu den Positionstypen TAN, TAB und TAS mit Fakturarelevanz A, B usw. führt.