Konfigurieren einer Web-Dynpro-Anwendung
(Java)
Dieser Prozess stellt Ihnen die verschiedenen Konfigurationsmöglichkeiten für die Web-Dynpro-Anwendung vor.
Dieser Prozess ist Bestandteil des folgenden IT-Scenarios:
IT-Scenario |
Scenario-Variante |
Voraussetzungen
Die Web-Dynpro-Anwendung ist bereits entwickelt und die Konfigurations-Optionen können zum Einsatz kommen.
Ablauf
1. Anwendungseinheit Application konfigurieren
Zur Design-Zeit können Sie einige Konfigurationseigenschaften für die Web-Dynpro-Anwendung deklarativ bestimmen. Beispiele hierfür sind das Festlegen der Expiration Time für die Anwendung (ExpirationTime) oder die Definition der HTML-Seite, die als Abmeldeseite verwendet werden soll (LogoffURL). Auch die Konfigurations-Eigenschaft Authentication, die den Booleschen Wert für eine Verwendung der Authentifizierung beschreibt, zählt zu den optionalen Einstellungsmöglichkeiten.
Sie setzen die Eigenschaften der Anwendungskonfiguration im SAP NetWeaver Developer Studio. Für einige der Eigenschaften werden die Werte der Web-Dynpro-System-Konfiguration übernommen, wenn Sie diese nicht explizit in der Anwendungskonfiguration gesetzt haben. Beispielsweise wird der Wert des Parameters DefaultExpirationTime der Web-Dynpro-System-Konfiguration verwendet, wenn Sie der Eigenschaft ExpirationTimeder Anwendungskonfiguration keinen Wert zugeordnet haben.
2. Konfigurationsservice verwenden
Der Konfigurationsservice kann dazu verwendet werden, um auf die Konfigurationsdaten, die mit einer Web-Dynpro-Anwendung deployt werden, zuzugreifen. Die Konfigurationsdaten stehen als Name-Wert-Paare in den so genannten Properties-Dateien zur Verfügung. Das InterfaceIWDConfiguration stellt die Methoden bereit, um auf diese Konfigurationsdaten als typisierte Objekte zugreifen zu können. Web Dynpro liefert eine Reihe von Konfigurations-Properties-Dateien, und eine Web-Dynpro-Anwendung kann eigene Konfigurations-Properties-Dateien definieren. Dies kann entweder auf der Ebene eines deploybaren Objektes oder auf der Ebene von einem Teil eines deploybaren Objektes erfolgen. Um auf die vom Entwickler definierten Properties-Dateien zuzugreifen und damit Daten auszulesen, bietet das Interface IWDConfiguration ebenfalls Methoden an.
Um anwendungsspezifische
Properties-Dateien selbst zu definieren, muss eine Properties-Datei, die
entsprechende Name-Wert-Paare enthält, mit Hilfe eines beliebigen Editors
erstellt werden. Anschließend ist diese Datei im Package Explorer in die
entsprechende Verzeichnisstruktur zu importieren. Wenn die Properties-Datei
auf der Ebene des Deployable Objects (Interface IWDDeployableObject
benutzt werden soll, dann muss die Datei in das Verzeichnis /src/configurations im Web-Dynpro-Projekt importiert werden. Wenn
die Properties-Datei auf der Ebene des Deployable Object Parts (Interface
IWDDeployableObjectPart benutzt werden soll, dann muss die Datei in das Verzeichnis /src/configurations/<Typ des Deployable Object Parts>/<Name des
Deployable Object Parts> im
Web-Dynpro-Projekt importiert werden.
Typen für Deployable Object Parts sind Application, Component oder
ComponentInterface.
Eine umfassende Liste der Typen finden Sie in der Enumerationsklasse
com.sap.tc.webdynpro.services.sal.deployment.WDDeployableObjectPartType. Wenn Sie eine Web-Dynpro-Anwendung deployen, die
Properties-Dateien entweder auf der Ebene des Deployable Objects oder auf der
Ebene des Deployable Object Parts enthält, werden diese Properties-Dateien als
Properties-Sheets in den Configuration
Adapter der J2EE Engine deployt. Um diese
Properties-Dateien zu ändern, kann der Configuration-Adapter-Service des
Visual Administrator
der J2EE Engine verwendet werden. Eine Modifizierung des Quelltexts oder
nochmaliges Deployen ist dann nicht erforderlich. Damit die Änderungen wirksam
werden, muss der Server neu gestartet werden, wenn eine Properties-Datei
geändert wurde. Zu beachten ist dabei, dass ein Redeployment der
Development-Component alle Änderungen in den Properties-Dateien überschreibt,
welche mit dem Configuration Adapter geändert
wurden.
3. Logische Systeme mappen
Das Mappen von logischen Systemen erlaubt Ihnen, Funktionen aus verschiedenen SAP-Backend-Systemen in einer Java Web-Dynpro-Anwendung, die in das SAP Enterprise Portal integriert ist, zu verwenden. Die Konfiguration des logischen Ziel-Systemnamens erfolgt im Web Dynpro Content Administrator Werkzeug. Mit der Konfiguration der Portal-Seite geben Sie die nachfolgenden URL-Parameter der Web-Dynpro-Anwendung mit, diese Parameter werden dann beim Anwendungsstart berücksichtigt.
sap-wd-arfc-useSys =<DEFAULT_SYSTEM>:<SUFFIX_OF_MAPPED_SYSTEM> |
Für den alten wie auch den neuen Systemnamen gibt es Namenskonventionen. Innerhalb eines URL-Eintrages darf der Parameter sap-wd-arfc-useSys beliebig oft wiederholt werden, wenn mehrere Systeme gemappt werden sollen. Pro logischem System erfolgt dann jeweils ein Parameter-Eintrag. Pflegen Sie die URL-Parameter für die Portal-Seite, wie im Adminstrationshandbuch des SAP Enterprise Portal beschrieben.
Beispiel: Sie haben eine Web-Dynpro-Self-Service-Anwendung ESSApp entwickelt, welche die Funktionen eines Backend-Systems XYZ nutzt. Die logischen Systemnamen der Anwendung heißen WD_MODELDATA_DEST und WD_RFC_METADATA_DEST. Die Anwendung soll nun zusätzlich auch auf die Funktionen eines zweiten SystemsABC zugreifen können. Die Ziel-Namen für die logischen Systeme sollen analog WD_MODELDATA_DESTABC und WD_RFC_METADATA_DESTABC lauten. In der Browser-URL sieht der Anwendungsaufruf mit den Parametern dann wie folgt aus:
http://<hostname>:<port>/webdynpro/dispatcher/local/ESSProject/ESSApp? |
In Abhängigkeit von den gewählten Konfigurationsoptionen sind die Einstellungen für die Anwendungseinheit Application abgeschlossen sowie bei Bedarf logische Systeme gemappt worden.