Anfang des InhaltsbereichsAllgemeine Gestaltungsregeln Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Menüs als Grundlage der Interaktion

Alle Funktionen einer Anwendung (= Anwendungsfunktionen) und damit auch alle Funktionen der Funktionstasten müssen, von wenigen Ausnahmen abgesehen (s.u.), auch über die Aktionsmenüs aufzurufen sein.

Wenn alle Anwendungsfunktionen in Menüs angeboten werden, muß sich der Benutzer die Kommandos nicht mehr merken (was Menschen sehr schwer fällt), sondern braucht sie nur noch wiederzuerkennen (was sehr viel einfacher ist). So kann die vorhandene Systemfunktionalität besser genutzt werden.

Welche Funktionen werden nie im Menü angezeigt?

Die einzigen Ausnahmen von dieser Regel sind:

Um den Menüeintrag auswählen zu können, muß sich der Benutzer ja bereits in der Menüleiste befinden.

Diese elementaren Interaktionsfunktionen werden sehr häufig verwendet und dadurch schnell gelernt. Sie würden daher Platz im Menü belegen, ohne tatsächlich gebraucht zu werden. Außerdem lassen sich die Funktionen für den Benutzer unmittelbarer auslösen als über Menüs. Bei grafischen Oberflächen werden diese Funktionen daher durch Interaktionsmechanismen gesteuert, die eine direktere und schnellere Ausführung ermöglichen (z.B. Blätterleisten, Blättersymbole in der Symbolleiste).

Kombination von Menüeinträgen zu einer ausführbaren Funktion

Die Auswahl von Funktionen über Menüs folgt dem Objekt-Aktions-Ansatz: Erst die Objekt- oder Vorgangsklasse nennen, danach die Aktion dazu (s. Objektorientierte Benutzungsoberfläche).

Das zu bearbeitende Objekt steht in der Regel in der Menüleiste, und die darauf anwendbaren Aktionen befinden sich auf der ersten Ebene des Aktionsmenüs.

Steht das Objekt im Aktionsmenü, kann bei wenigen Aktionen dazu die Aktion auf der gleichen Ebene direkt hinter das Objekt geschrieben werden. Ergibt sich die Aktion unmißverständlich aus dem Sinnzusammenhang der Objektwahl, kann auf die Angabe einer Aktion verzichtet werden.

Tiefe vs. Breite von Menüstrukturen

Die Gesamtmenge aller Funktionen zu einem Menüleisteneintrag sollte auf so wenig Hierarchiestufen des Aktionsmenüs wie möglich angeordnet werden.

Eine tiefe, baumartige Anordnung der Funktionen durch Nutzung der zweiten oder dritten Ebene des Aktionsmenüs sollte nur dann gewählt werden, wenn die sachlogische Struktur des Arbeitsgebietes dadurch besser widergegeben wird. In diesem Falle wird die Entscheidung des Benutzers für Alternativen unterstützt. In der Regel führt jedoch eine inhaltlich und optisch gruppierte Liste von Funktionen zu einer schnelleren Interaktion und inhaltlich besseren Unterscheidung zwischen den parallel sichtbaren Optionen. Flache Menüs beschleunigen darüber hinaus die Interaktion, wenn dem Benutzer keine Maus zur Verfügung steht und er nur mit Tastaturkürzeln arbeiten kann.

Diese Regel wird durch die zwei folgenden Regeln ergänzt und modifiziert. Sie sind im Zusammenhang anzuwenden.

Schnelle Zugreifbarkeit auf häufig benutzte Funktionen

Der Benutzer sollte die wichtigsten und häufigsten Funktionen möglichst auf der ersten Ebene des Aktionsmenüs wählen können.

In manchen Fällen wird es in einem Menü viele Einträge geben, die dann teilweise auf die zweite oder dritte Ebene verlagert werden müßten. Falls in der Menüleiste noch Platz für weitere Einträge ist, kann ein Menütitel mit umfangreichen Einträgen in zwei Titel der Menüleiste mit weniger Einträgen jeweils auf der ersten Ebene aufgeteilt werden. Für die zwei neuen Menütitel sollten unterschiedliche, für die untergeordneten Menüeinträge typische Begriffe gewählt werden.

Verstecken selten genutzter Funktionen

Selten verwendete Funktionen oder komplexe Funktionen, die nur von wenigen genutzt werden, sollten auf einer zweiten oder dritten Ebene "versteckt" werden.

Groß-/Kleinschreibung

Alle Menüeinträge sind normal mit Groß- und Kleinbuchstaben zu schreiben. Eine Ausnahme bildet der Anfangsbuchstabe jedes Menüeintrags (der aus mehreren Worten bestehen kann). Er wird immer groß geschrieben, unabhängig von Menüebene und Wortart.

Die Ausnahme für den ersten Buchstaben vereinfacht die Regel zur Groß-/Kleinschreibung, denn oftmals läßt sich schwer entscheiden, ob ein Menüeintrag, der nur aus einem Wort besteht, groß oder klein zu schreiben ist.

Status der Menüleisteneinträge

Menüleisteneinträge, die im Aktionsmenü mindestens einen Eintrag enthalten, der im aktuellen Dialogzustand eine Funktion auslöst, sind aktiv darzustellen (in der Regel schwarz). Enthält das Aktionsmenü dagegen keinen Eintrag, der im aktuellen Dialogzustand eine Funktion auslöst, ist der zugehörige Menüleisteneintrag inaktiv darzustellen (in der Regel grau). Das Aktionsmenü wird trotzdem geöffnet. (s. Techn. Hinweise)

Die inaktive Darstellung soll dem Benutzer signalisieren, daß er das Aktionsmenü nicht zu öffnen braucht, weil daraus z. Zt. keine Aktionen anwendbar sind. Um die Systemfunktionalität aber soweit wie möglich transparent zu machen und die Interaktion mit der Menüleiste konstant zu halten, kann der Benutzer das Aktionsmenü auf Wunsch trotzdem öffnen. Hierdurch wird das Gefühl der Kontrolle des Systems und damit dessen Akzeptanz gesteigert und die Zahl zu lernender Interaktionsregeln verringert.

Konstanz der Menüleiste

Die Menüleiste sollte innerhalb einer Anwendung konstant bleiben.

Auch auf dem Einstiegsbild sollten alle Menüleisteneinträge der Datenbilder stehen. Durch diese Konstanz wird ein störender Bewegungseffekt am oberen Fensterrand vermieden. Außerdem wird dadurch verhindert, daß das Einstiegsbild einen zusätzlichen, unklaren Status zwischen Arbeitsgebietsmenü und Anwendungsmenü bekommt.

Status der Aktionsmenüeinträge

Ist ein Aktionsmenüeintrag inaktiv dargestellt, wird die Funktion weder als Funktionstaste noch als Drucktaste dargestellt.

Die inaktive Darstellung soll dem Benutzer signalisieren, daß er die untergeordnete(n) Ebene(n) des Aktionsmenüs nicht zu öffnen braucht, weil daraus z.Zt. keine Funktionen anwendbar sind. Um die Systemfunktionalität aber soweit wie möglich transparent zu machen und die Interaktion mit dem Aktionsmenü konstant zu halten, soll der Benutzer das Aktionsmenü auf Wunsch trotzdem öffnen können.

Konstanz der Aktionsmenüs

Funktionen, die in einzelnen Dialogzuständen einer Anwendung nicht wählbar sind, sind inaktiv darzustellen und nicht auszublenden, unabhängig von der Benutzerberechtigung.

Die Aktionsmenüs sollten innerhalb einer Anwendung soweit wie möglich die gleichen Einträge aufweisen. Diese Konstanz sollte sich soweit wie möglich auch auf das gesamte Arbeitsgebiet ausdehnen.

Indem auch Funktionen, die der Benutzer aufgrund seiner Berechtigung nicht wählen kann, grau dargestellt werden, soll eine Verständigung zwischen Benutzern mit verschiedenen Berechtigungen ermöglicht werden. Darüber hinaus zieht eine Änderung der Berechtigung keine Änderung des Menüs nach sich.

Ende des Inhaltsbereichs