Anfang des InhaltsbereichsDie ISO Dialogue Principles Dokument im Navigationsbaum lokalisieren

Was bedeutet "ergonomische Gestaltung" und welche Gesichtspunkte sind dabei zu berücksichtigen? Eine schnelle Antwort auf diese Fragen geben die "ISO Dialogue Principles" der ISO-Norm 9241-10. Sie zählen in kurzer Form die Anforderungen auf, die aus ergonomischer Sicht an ein Software-System zu stellen sind (ähnliche Kriterien nennt die EG-Richtlinie 90/270):

Aufgabenangemessenheit

Ein Dialog ist der Aufgabe angemessen, wenn er den Benutzer effektiv und effizient beim Erledigen der Aufgabe unterstützt, ohne ihn durch die Eigenschaften des Dialogsystems zu belasten. Der Dialog bietet dem Benutzer nur solche Begriffe an, die zur Aufgabe des Benutzers in Beziehung stehen.

Selbstbeschreibungsfähigkeit

Jeder Dialogschritt ist entweder unmittelbar verständlich oder wird dem Benutzer auf Wunsch vom System erklärt.

Steuerbarkeit

Der Benutzer wird durch den Aufbau des Dialogs befähigt, selbst den Weg und das Tempo zu bestimmen, wie er sein gestecktes Ziel erreicht.

Erwartungskonformität

Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er das Aufgabenwissen des Benutzers, dessen Ausbildung, Fähigkeiten und allgemeine Vorgehensweisen berücksichtigt.

Fehlerrobustheit

Ein Dialog ist fehlerrobust, wenn trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben das beabsichtigte Arbeitsergebnis mit minimalem Aufwand und möglichst ohne Korrekturaufwand erreicht wird. Dem Benutzer müssen Fehler verständlich gemacht werden, damit er sie beheben kann.

Individualisierbarkeit

Das Dialog-System kann an die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen eines Benutzers angepaßt werden.

Erlernbarkeit

Der Benutzer wird in jedem Lernstadium mit minimalem zeitlichen Lernaufwand durch das System geführt.

Diese Anforderungen sind nicht nur von theoretischem Interesse. Sie werden in Zukunft gesetzlich verankert werden. Damit werden Anwender ihre Beachtung einfordern können. Auch deshalb müssen Software-Systeme die genannten ergonomischen Anforderungen erfüllen.

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