Lieferant: Ermittlung der relevanten Artikelstammsätze
Die Vorselektion der betroffenen Artikelstammsätze hängt davon ab, ob es sich bei dem Lieferanten um einen externen Lieferanten oder ein Verteilzentrum handelt.
Vorselektion externer Lieferant
Die Verbindung zwischen Lieferant und Artikel wird über den Einkaufsinfosatz hergestellt. Ausgehend von dem Lieferanten und der Einkaufsorganisation, die die geänderte Datenhaltungsebene kennzeichnen, werden alle Einkaufsinfosätze ermittelt, die nicht zum Löschen vorgemerkt und deren Artikel noch lieferbar sind.
Der Lieferant muss als einziger diesen Artikel liefern, oder es muss sich um den Regellieferanten handeln.
Vorselektion Verteilzentrum
Da für das Verteilzentrum und den belieferten Betrieb nicht unbedingt Einkaufsinfosätze existieren, ist hier der Weg über die Einkaufsinfosätze verbaut. Es werden deshalb alle Artikel betrachtet, die von dem Verteilzentrum selbst verarbeitet werden können (für die also Artikelstammsätze zu dem Verteilzentrum vorliegen).
Für alle in der Vorselektion ermittelten Artikelstammsätze werden außerdem folgende Prüfungen durchgeführt:
Der Satz muss Dispositionsstatus haben.
Für den dem Artikelstammsatz zugrunde liegenden Betrieb darf nur eine einzige Einkaufsorganisation zuständig sein. Es muss sich dabei um die Einkaufsorganisation handeln, die die geänderte Datenhaltungsebene charakterisiert.
Die Datenhaltungsebene, auf die der Artikelstammsatz durchfällt, muss ermittelt werden (s.u.).
Prüfung des Lieferbetriebs, wenn es sich bei dem Lieferanten um ein Verteilzentrum handelt. Damit wird festgestellt, ob der Betrieb, der dem Artikelstammsatz zugrunde liegt, auch wirklich von dem Verteilzentrum beliefert wird.
Prüfung des Bezugsquellenschlüssels. Ein Artikelstammsatz wird nur dann angefasst, wenn der erste Eintrag für seinen Bezugsquellenschlüssel eine Beschaffungsart enthält, die zu dem betroffenen Lieferanten passt. Wenn es sich bei dem Lieferanten etwa um einen externen Lieferanten handelt und der Bezugsquellenschlüssel für den Artikelstammsatz aussagt, dass eine Umlagerung vor Fremdbeschaffung durchzuführen ist, dann wird der Artikelstammsatz nicht weiter betrachtet.
Prüfung des Beschaffungskennzeichens bei externen Lieferanten. Der Artikelstammsatz wird nur dann weiterbetrachtet, wenn das Beschaffungskennzeichen auf Fremdbeschaffung hinweist.
Bei der Verarbeitung eines Artikelstammsatzes wird unterschieden, ob das von einer Änderung betroffene Feld nur im Artikelstammsatz oder zusätzlich auch im Einkaufsinfosatz vorkommt (wenn dieser existiert, bei einem Verteilzentrum nicht unbedingt der Fall). Wenn Letzteres jedoch gegeben ist, gelten der Artikelstamm und der Einkaufsinfosatz als eine Einheit. Das Feld im Artikelstammsatz ändert nur dann seinen Wert, wenn sich auch der Wert im Einkaufsinfosatz ändert. Zu berücksichtigen ist dabei, dass in dem Fall, wenn zu dem Artikelstammsatz nur ein betriebsunabhängiger Einkaufsinfosatz vorliegt, dieser unter Umständen auf eine andere Datenhaltungsebene durchfällt als der eigentliche Artikelstammsatz.
Hinweis
Ein Lieferantenstammsatz besteht aus den folgenden Datenhaltungsebenen:
Einkaufsorganisation | Lieferantenteilsortiment | Betrieb | Datenhaltungsebene |
|---|---|---|---|
0001 | 111111 | BED1 | DH1 |
0001 | 111111 | – | DH2 |
0001 | – | – | DH3 |
Ein Artikelstammsatz zu Betrieb BED1, dessen Artikel zum Teilsortiment 111111 zugeordnet ist, fällt auf Ebene DH1 durch.
Wenn es zu diesem Artikelstammsatz nur einen betriebsunabhängigen Einkaufsinfosatz gibt, dann fällt dieser auf Ebene DH2 durch.
Für die Felder aus dem Artikelstammsatz, die auch im Einkaufsinfosatz vorkommen, sind also die Änderungen auf Ebene DH2 von Bedeutung, während für die übrigen Felder die Änderungen auf Ebene DH1 entscheidend sind.
Sie nehmen eine Änderung auf einer dieser Datenhaltungsebenen vor. Dies kann auch eine Löschung (nicht bei der Ebene, die nur durch die Einkaufsorganisation charakterisiert ist) oder eine Neuaufnahme in der Ebene sein. Dann vergleicht das System den aktuellen Wert aus dem Artikelstamm mit dem Wert aus der Datenhaltungsebene, auf die der Artikelstammsatz ohne die Änderung durchgefallen wäre. Nur wenn die beiden Werte identisch sind, erhält der Artikelstammsatz den Wert aus der Datenhaltungsebene, auf die es jetzt durchfällt. Wenn es sich um Änderungen an Feldern handelt, die auch im Einkaufsinfosatz auftreten, werden die Änderungen nur dann durchgereicht, wenn sie zusätzlich auch am Einkaufsinfosatz vorgenommen wurden. Damit soll erreicht werden, dass manuell durchgeführte Änderungen am Artikelstamm nicht automatisch überschrieben werden.