PMD-Transportworkbench
Die PMD-Transportworkbench (TWB) stellt auf vier Registerkarten alle Funktionen zur Verfügung, die ein Administrator benötigt, um die komplexen Aufgaben zum Kopieren, Verteilen und Transportieren von parametierbaren Dokumenten (PMD) zu erledigen. Die Registerkarten sind wie folgt betitelt:
Packen + Exportieren
Importieren + Installieren
Verteilen
Kopieren
Die Verwendung der TWB setzt fundierte Kenntnisse auf dem Gebiet der PMDs voraus. Beachten Sie, dass je nach konkretem Anwendungsfall nur ein Teil der bereitgestellten Funktionen zur Anwendung kommt oder die Funktionen ggfs. in einer vom Standardvorgehen abweichenden Kombination ausgeführt werden.
Hinweis
Die PMD-Transportworkbench umfasst und erweitert die in der N1IMSU
mögliche Funktion der Bearbeitung von PMD-Installationspaketen. Bezüglich PMD wird damit die N1IMSU
obsolet.
Ein PMD besteht aus Definitionsdaten und Objekten der Entwicklungsumgebung (EU).
Definitionsdaten sind Tabelleneinträge in Customizingtabellen, die beim Entwerfen und Entwickeln von Dokumenttypen gefüllt werden. Wir unterscheiden Header-Daten und Dokumentationselement-Daten.
Die Header-Daten (auch: Dokumenttypdaten) haben einen direkten Bezug zum Dokumenttyp. Zu den Header-Daten gehören Dokumenttyp-ID, Dokumenttypversion, Beschreibung, Bezugsebene, INCLUDE-Namen für USER-EXIT's, dokumentbezogenen USER-EXIT Formroutinennamen, Funktionsgruppennamen, Tabellennamen, Formularnamen und weitere.
Die Dokumentationselement-Daten enthalten Informationen zu den enthaltenen Dokumentationselementen. Dazu gehören Informationen zu Datenelementen, Strukturen, Layout, Anbindungen zu UE's, Fremddatenbausteinen, Druck und weitere. Diese Daten dienen zum Generieren der Dialoganwendung, der Druckanwendung, der Tabellen und der Datenstrukturen. Sie werden auch zur Weiterentwicklung von PMDs benötigt.
Objekte der Entwicklungsumgebung (EU) werden in generierte Objekte und nicht-generierte Objekte unterteilt. Sie sind im Allgemeinen mandanten- und einrichtungsunabhängig.
Generierte Objekte sind Tabellen, Datenstrukturen, Funktionsgruppen und ggf. SAPScriptformulare.
Zu den nicht-generierten Objekten gehören DDIC-Objekte für die Dokumentationselemente, USER-EXIT Includes und selbstprogrammierte Formulare.
PMDs werden auf einem Mandanten eines Entwicklungssystems entwickelt und generiert und müssen anschließend zum Test und zur Nutzung an andere Mandanten auf dem System und/oder an andere Systeme verteilt und transportiert werden. Innerhalt eines Systems sollten je nach Anwendungsfall nicht alle Definitionsdaten, sondern ausschließlich Header-Daten verteilt werden. Es kann erforderlich sein, nur ausgewählte Objekte der Entwicklungsumgebung zu transportieren. Unterstützend für die Entwicklung neuer Dokumenttypen, z.B. auch bei der Übernahme von Musterdokumenten, ist das Kopieren von PMDs möglich.
Begriff | Erläuterung |
|---|---|
Kundeneigener Dokumenttyp | Diesen definieren und generieren Sie als Kunde auf Ihrem Entwicklungssystem, transportieren ihn auf Ihr Produktivsystem und verteilen ihn dort auf die Mandanten/Einrichtungen, auf denen er eingesetzt werden soll |
Musterdokumenttyp | Dieser ist Bestandteil einer Auslieferung und dient als Kopiervorlage für einen kundeneigenen Dokumenttyp; das Muster selber darf nicht verändert und nicht produktiv eingesetzt werden. |
Standarddokumenttyp | Dieser ist Bestandteil einer Auslieferung und kann produktiv eingesetzt, darf aber nicht verändert werden. |
Transportieren | Ein Dokumenttyp wird vollständig von einem System in ein anderes System gebracht, wobei der Name des Dokumenttyps gleich bleibt. Der Transport der Definitionsdaten wird über Installationspakete realisiert, für die SAP-Objekte wird das übliche Transport-Verfahren für Workbench-Objekte genutzt. |
Kopieren | Innerhalb eines Systems wird vom Dokumenttyp ORIGINAL eine vollständige Kopie erzeugt und unter dem Namen KOPIE auf dem aktuellen Mandanten gespeichert. Der Dokumenttyp KOPIE kann überarbeitet werden und muss generiert werden. |
Verteilen | In einem System wird nur der Dokumenttyp-Kopf unter gleichem Namen auf eine andere Einrichtung kopiert. Dort kann der Dokumenttyp benutzt, aber nicht bearbeitet werden. |
Sie erreichen die PMD-Transportworkbench im Bild SAP Easy Access unter oder über die Transaktion N2PMD_TWB
.
Im Folgenden finden Sie eine Übersichtstabelle mit Anwendungsfällen sowie einen Link auf die jeweilige Dokumentation.
Aufgabe | Varianten der Aufgabe | Registerkarte |
|---|---|---|
Sie haben ein Musterdokument oder eine andere Vorlage und wollen diese als Basis für einen neuen Dokumenttyp nutzen | Nutzen Sie die Funktion auf der Karteikarte | |
Sie haben einen Dokumenttyp entwickelt, generiert und getestet und wollen ihn auf anderen Mandanten zur Verfügung stellen | Nutzen Sie die Funktion auf der Karteikarte | |
Auf einem Mandanten Ihres Systems befindet sich ein Dokumenttyp, den Sie auf anderen Mandanten zur Verfügung stellen wollen | Nutzen Sie die Funktion auf der Karteikarte | |
Sie wollen ein oder mehrere Dokumenttypen (Definitionsdaten und auch Entwicklungsobjekte) von einem System auf ein anderes per Transport übertragen. | Export für einen Transport innerhalb einer Systemlandschaft Export für einen Transport in eine andere Systemlandschaft Transport eines bereits vorhandenen Installationspaketes Transport von Objekten der Entwicklungsumgebung | Nutzen Sie die Funktionen auf der Karteikarte Siehe Transportworkbench: Registerkarte Packen + Exportieren |
Sie wollen PMD-Definitionsdaten in eine Datei auslagern | Nutzen Sie die Funktionen auf der Karteikarte Siehe Transportworkbench: Registerkarte Packen + Exportieren | |
Sie haben BC-Sets empfangen, die Installationspakete enthalten, und wollen diese aktivieren und die enthaltenen Installationspakete installieren | Nutzen Sie die Funktionen auf der Karteikarte Siehe Transportworkbench: Registerkarte Importieren + Installieren | |
Sie haben Installationspakete auf Ihrem Filesystem abgespeichert und wollen diese installieren | Nutzen Sie die Funktionen auf der Karteikarte Siehe Transportworkbench: Registerkarte Importieren + Installieren |