Beispiel: Beteiligungs- u. Obereinheit komplementär konsolidiert

Ausgangssituation

Beteiligungsstruktur und Einbeziehungsarten
  • Obereinheit A hält 80% Anteile an der Beteiligungseinheit U.

  • Der Kreisanteil der Obereinheit A beträgt 75%; damit beträgt der Kreisanteil der Beteiligungseinheit U 60%.

  • Sowohl die Obereinheit A als auch die Beteiligungseinheit U werden komplementär konsolidiert.

Meldedaten

Es sind Meldedaten für eine Erstkonsolidierung erfasst worden:

  • Der Obereinheit meldet einen Beteiligungsbuchwert von 1000.

  • Die Beteiligungseinheit U meldet ein Stammkapital von 1000-.

Außerdem meldet die Beteiligungseinheit U Kapital für eine Folgekonsolidierung:

  • Bilanzgewinn = 100-

  • Kapitalrücklagen = 100-

Buchungsbelege

Zugänge mit direkten Anteilen
Kapitalkonsolidierungsbeleg für Erstkonsolidierung

Weder Beteiligung noch Kapital werden eliminiert (Zeilen 1 und 2), und auch die Aktivierung des Goodwill wird unterdrückt (Zeile 6), da all diese Buchungen in parallelen Konsolidierungskreisen vorgenommen werden, in dem die Obereinheit bzw. die Beteiligungseinheit vollkonsolidiert wird. Das statistische Kapital wird hingegen universell so gebucht, als ob Obereinheit und Beteiligungseinheit vollkonsolidiert würden (Zeile 4).

KonsEinheit

Partnereinheit

Position

Wert

1

A

Beteiligung

0

2

U

Stammkapital

0

3

U

Min. Stammkapital

0

4

U

A

Stat. Stammkapital

800-

5

U

Stat. Gegenposition

800

6

A

U

Goodwill

0

Kapitalkonsolidierungsbeleg für Goodwillabschreibung

Die Goodwillabschreibung in Höhe von 20- (ausgehend vom Goodwill-AHK-Wert 200) wird nicht gebucht, da sie in einem parallelen Konsolidierungskreis ausgewiesen wird, in dem die Obereinheit vollkonsolidert wird (Zeilen 1 und 2). Auf Grundlage des Kreisanteils der Obereinheit findet eine Minderheitenumgliederung statt. Anders als bei einer vollkonsolidierten Obereinheit wird jedoch nicht der Minderheitenanteil, sondern es wird der Konzernanteil mit umgekehrtem Vorzeichen auf die Minderheiten gebucht (Zeilen 3 und 4). Der statistische Jahresüberschuss und dessen Minderheiten werden ebenfalls komplementär ausgewiesen (Zeilen 5 und 7); hingegen werden der korrigierte statistische Jahresüberschuss und seine Minderheiten universell so gebucht, als ob die Obereinheit vollkonsolidiert würde (Zeilen 9 und 10).

KonsEinheit

Partnereinheit

Position

Wert

1

A

U

Goodwillabschreibung

0

2

A

Abschreibung GuV (GuV)

0

3

A

Min. Bilanzgewinn

15-

4

A

Min. GuV (GuV)

15

5

A

Stat. JÜ

0

6

A

Stat. JÜ Gegenposition

0

7

A

Min. Stat. JÜ

15-

8

A

Min. Stat. JÜ Gegenposition

15

9

A

Korr. Stat. JÜ

20

10

A

Min. Korr. Stat. JÜ

5

11

A

Stat. Gegenposition

25-

12

A

Bilanzgewinn

15

13

A

Ergebnis (GuV)

15-

Kapitalkonsolidierungsbeleg für Folgekonsolidierung

Auf Grundlage des Kreisanteils der Beteiligungseinheit findet eine Minderheitenumgliederung statt. Anders bei Vollkonsolidierung wird jedoch nicht der Minderheitenanteil des Meldekapitals auf die Minderheiten gestellt, sondern es wird der Konzernanteil aus den Minderheiten ausgebucht (Zeilen 1 und 2). Die Minderheitenumgliederung des Bilanzgewinns erzeugt einen Ergebniseffekt (Zeilen 1, 3, 12 und 13), für andere Meldepositionen ist dies nicht der Fall (Zeilen 2 und 4). Der statistische Jahresüberschuss und dessen Minderheiten werden ebenfalls komplementär ausgewiesen (Zeilen 5 und 7), wohingegen der korrigierte statistische Jahresüberschuss und seine Minderheiten universell so gebucht werden, als ob die Beteiligungseinheit vollkonsolidiert würde (Zeilen 9 und 10).

KonsEinheit

Position

Wert

1

U

Min. Bilanzgewinn

60

2

U

Min. Kapitalrücklagen

60

3

U

Min. GuV (GuV)

60-

4

U

Kapitalrücklagen

60-

5

U

Stat. JÜ

0

6

U

Stat. JÜ Gegenposition

0

7

U

Min. Stat. JÜ

60

8

U

Min. Stat. JÜ Gegenposition

60

9

U

Korr. Stat. JÜ

100-

10

U

Min. Korr. Stat. JÜ

40-

11

U

Stat. Gegenposition

140

12

U

Bilanzgewinn

60-

13

U

Ergebnis (GuV)

60

Zugänge mit Kreisanteilen
Kapitalkonsolidierungsbeleg für Erstkonsolidierung

Weder Beteiligung noch Kapital werden eliminiert (Zeilen 1 und 3), da diese Buchungen in parallelen Konsolidierungskreisen vorgenommen werden, in dem die Obereinheit bzw. die Beteiligungseinheit vollkonsolidiert wird. Minderheiten an Beteiligung und Kapital werden komplementär gebucht, d.h. es wird nicht der Minderheitenanteil, sondern der Konzernanteil mit umgekehrtem Vorzeichen auf die Minderheitenposition gebucht (Zeilen 2 und 4). Das statistische Kapital wird hingegen universell so gebucht, als ob Obereinheit und Beteiligungseinheit vollkonsolidiert würden (Zeile 5). Anders als bei Zugängen mit direkten Anteilen wird bei Zugängen mit Kreisanteilen der Goodwill auch auf einem komplementär konsolidierten Obereinheit aktiviert (Zeile 7).

KonsEinheit

Partnereinheit

Position

Wert

1

A

Beteiligung

0

2

A

Min. Beteiligung

750-

3

U

Stammkapital

0

4

U

Min. Stammkapital

600

5

U

A

Stat. Stammkapital

600-

6

U

Stat. Gegenposition

600

7

A

U

Goodwill

150

Kapitalkonsolidierungsbeleg für Goodwillabschreibung

Im Falle von Zugängen mit Kreisanteilen gibt es im Vorgang Goodwillabschreibung keine Unterschiede zwischen vollkonsolidierter und komplementär konsolidierter Obereinheit.

Kapitalkonsolidierungsbeleg für Folgekonsolidierung

Die Folgekonsolidierung basiert stets auf Kreisanteilen und hängt daher nicht von der Zugangsbehandlung ab. Minderheiten (Zeilen 1 und 2) sowie statistischer Jahresüberschuss (Zeilen 5 und 7) werden komplementär gebucht; der korrigierte statistische Jahresüberschuss wird universell ausgewiesen (Zeilen 9 und 10).

KonsEinheit

Position

Wert

1

U

Min. Bilanzgewinn

60

2

U

Min. Kapitalrücklagen

60

3

U

Min. GuV (GuV)

60-

4

U

Kapitalrücklagen

60-

5

U

Stat. JÜ

0

6

U

Stat. JÜ Gegenposition

0

7

U

Min. Stat. JÜ

60

8

U

Min. Stat. JÜ Gegenposition

60

9

U

Korr. Stat. JÜ

100-

10

U

Min. Korr. Stat. JÜ

40-

11

U

Stat. Gegenposition

140

12

U

Bilanzgewinn

60-

13

U

Ergebnis (GuV)

60