Beispiel: Kapitalerhöhung mit steigenden Anteilen

Für das Beispiel gelten folgende Voraussetzungen:

  • Vollkonsolidierung

  • Zugangsbehandlung mit direkten Anteilen

  • Konsolidierungskreis K enthält die Obereinheiten A und B sowie die Beteiligungseinheit U.

  • Meldedaten für Erstkonsolidierung von Beteiligungseinheit U:

    • Beteiligung von A an U 80%, Buchwert 800

    • Beteiligung von B an U 10%, Buchwert 100

    • Stammkapital von U, Buchwert 1000-

  • Meldedaten für Kapitalerhöhung von Beteiligungseinheit U:

    • Beteiligung von A an U, Änderung 0%, Änderung Buchwert 1000

    • Beteiligung von B an U, Änderung 10%, Änderung Buchwert 1000

    • Stammkapital, Änderung Buchwert 1000-

  • In der Erstkonsolidierung werden alle gemeldeten Buchwerte eliminiert, und es werden Minderheiten am Stammkapital von 100- ausgewiesen. Aufgrund der Zahlenwerte des Beispiels entsteht auf keiner der beiden Obereinheiten A und B ein Goodwill.

  • Da in der Kapitalerhöhung auch eine Zunahme des Anteilsprozentsatzes von ObereinheitB gemeldet wird, spaltet das System den Vorgang in zwei Teilvorgänge auf:

    • Sukzessiver Erwerb (Obereinheit B erhöht ihren Anteilsprozentsatz um 5%)

    • Kapitalerhöhung ohne Änderung der Anteilsprozentsätze

Sukzessiver Erwerb

Obereinheit A ändert ihren Anteilsprozentsatz bei der Kapitalerhöhung nicht. Er ist daher für den aus der Kapitalerhöhung intern abgeleiteten sukzessiven Erwerb nicht relevant.

Die Änderung des Anteilsprozentsatzes von Obereinheit B um 5% wird hingegen im sukzessiven Erwerb verarbeitet. Der gemeldete Beteiligungsbuchwert von 1000 wird derart auf den sukzessiven Erwerb und die eigentliche Kapitalerhöhung (ohne Anteilsänderung) aufgeteilt, dass in der eigentlichen Kapitalerhöhung auf der Obereinheit B kein neuer Goodwill entsteht: Dieser soll vielmehr von dem sukzessiven Erwerb erzeugt werden. Daraus resultiert für den sukzessiven Erwerb ein Beteiligungsbuchwert auf B in Höhe von 800.

Der intern für den sukzessiven Erwerb ermittelte Beteiligungsbuchwert auf Obereinheit B wird eliminiert (Zeile 1). Außerdem wird eine Minderheitenanpassung des historischen Meldekapitals gemäß der Änderung der direkten Anteile zugunsten des Konzernanteils des Kapitals vorgenommen (Zeilen 2 und 3). In Höhe des resultierenden Unterschiedsbetrags zwischen Beteiligung und Minderheitenanpassung entsteht ein neuer Goodwill auf der Obereinheit B (Zeile5).

Der intern abgeleitete sukzessive Erwerb erhält dieselbe Vorgangsnummer wie die auslösende Kapitalerhöhung.

KonsEinheit

Partnereinheit

Position

Wert

1

B

Beteiligung

800-

2

U

Min. Stammkapital

100

3

U

B

Stat. Stammkapital

100-

4

U

Stat. Gegenposition

100

5

B

U

Goodwill

700

Kapitalerhöhung mit gleich bleibenden Anteilen

Direkt im Anschluss an den intern abgeleiteten sukzessiven Erwerb folgt die eigentliche Kapitalerhöhung ohne Anteilsänderung. Die Berechnungen in diesem Vorgang basieren bereits auf den durch den sukzessiven Erwerb erhöhten Anteilen. (A hält 80% an U und B hält nun 20% an U.)

Die von A gemeldete Beteiligung geht in die Kapitalerhöhung ein. Von der von B gemeldeten Beteiligungin Höhe von 1000 wurden 800 bereits im sukzessiven Erwerb verarbeitet; für die (eigentliche) Kapitalerhöhung verbleiben noch 200. Diese Aufteilung des Beteiligungsbuchwerts auf die beiden Vorgänge bewirkt, dass in der (eigentlichen) Kapitalerhöhung auf B kein neuer Goodwill mehr entsteht.

Die verbleibenden Beteiligungsbuchwerte der Obereinheiten werden eliminiert (Zeilen 1 und 2). Die Kapitalerhöhung wird eliminiert (Zeile 3). Minderheiten gibt es wegen der durch den sukzessiven Erwerb hervorgerufenen Anteilserhöhung auf 100 Prozent keine mehr. Das Konzernkapital wird auf Grundlage der erhöhten Anteile auf beide Obereinheiten aufgeteilt (Zeilen 4 und 5). Ein neuer Goodwill entsteht nur auf der Obereinheit A, die für die Kapitalerhöhung keine Anteilsänderung gemeldet hat (Zeile 7).

KonsEinheit

Partnereinheit

Position

Wert

1

A

Beteiligung

1000-

2

B

Beteiligung

200-

3

U

Stammkapital

1000

4

U

A

Stat. Stammkapital

800-

5

U

B

Stat. Stammkapital

200-

6

U

Stat. Gegenposition

1000

7

A

U

Goodwill

200