Technischer Ablauf der Durchschnittsverarbeitung (alt)
Achtung
Der in diesem Abschnitt und den folgenden Abschnitten dargestellte Ablauf der Durchschnittsverarbeitung bezieht sich auf die Releasestände vor Release 4.6B. Ab Release 4.6B hat sich die Durchschnittsverarbeitung grundlegend geändert. Weitere Informationen finden sie unter
Alte und neue Durchschnittsverarbeitung
und im Einführungsleitfaden (IMG) der
Personalabrechnung
unter
.
Wenn Sie bisher die alte Version der Durchschnittsverarbeitung verwendet haben, können Sie diese Version weiter nutzen. Sie müssen Ihr System nicht auf die neue Version umstellen. Allerdings wird die alte Durchschnittsverarbeitung nicht mehr weiterentwickelt. Zur Neueinrichtung sollten Sie ausschließlich die neue Durchschnittsverarbeitung verwenden.
Die Durchschnittsverarbeitung (alt) läuft in folgenden Schritten ab:
1. Durchschnittsgrundlagen bilden
Primärlohnarten, die in die Durchschnittsgrundlagen eingehen sollen, werden gemäß Ihren Angaben in eine der Sekundärlohnarten für Durchschnittsgrundlagen kumuliert. Diese Kumulation wird in jeder Abrechnungsperiode für jeden Mitarbeiter durchgeführt. Die Durchschnittsgrundlagen werden am Ende der Abrechnung in der Tabelle RT gespeichert und stehen für künftige Berechnungen nach dem Durchschnittsprinzip zur Verfügung.
2. Lohnarten ermitteln, die nach dem Durchschnittsprinzip bewertet werden
Im internationalen Personalrechenschema X000 wird das Teilschema XT00
(Bearbeitung Zeitdaten in Lohn- und Gehaltsabrechnung)
aufgerufen. Die erste relevante Aktion für die Berechnung der Durchschnitte ist die Personalrechenregel X015
(Bewertung der Zeitlohnarten)
.
Hinweis
Im folgenden werden bestimmte Personalrechenschemen und -regeln mit dem Kürzel X dargestellt. Dieses Kürzel steht für die internationalen Versionen der Personalrechenschemen und -regeln und kann durch einen länderspezifischen Buchstaben ersetzt werden. Zum internationalen Personalrechenschema X000 existiert so z.B. ein deutsches Personalrechenschema D000.
Die Personalrechenregel X015 ermittelt, ob in der internen Tabelle IT Zeitlohnarten enthalten sind, die nach dem Durchschnittsprinzip bewertet werden sollen. Dazu untersuchen die Entscheidungsoperationen AMT?0, NUM?0 und RTE?0 den Inhalt der Felder AMT
(Betrag)
, NUM
(Anzahl)
und RTE
(Betrag pro Einheit)
:
Enthält das Feld AMT einen Wert, wird die Lohnart mit der Operation ADDWT
(Addiere Lohnart in Folgelohnart)
weitergereicht.
Enthält das Feld AMT keinen Wert, dafür aber die Felder NUM und RTE, werden die Werte die Felder NUM und RTE miteinander multipliziert. Das Ergebnis wird in das Feld AMT eingetragen und die Lohnart mit der Operation ADDWT weitergereicht.
Enthält lediglich das Feld NUM einen Wert, fragt die Operation VALBS
(Bewertungsgrundlagen auswerten)
ab, ob für die Lohnart in der Tabelle T512W
(Lohnartenbewertung)
eine Bewertungsgrundlage angegeben ist. Ist das der Fall, wird die Lohnart mit der entsprechenden Bewertungsgrundlage bewertet. Ist keine Bewertungsgrundlage angegeben, aber die Verarbeitungsklasse 15 mit einer Ausprägung versehen, wird die Lohnart nach dem Durchschnittsprinzip bewertet. Die Bearbeitung wird dazu über die Operation GCY mit der Personalrechenregel X016
(Sonderverarbeitung für die Bewertung von Zeitlohnarten)
fortgesetzt.
Es werden also nur diejenigen Lohnarten nach dem Durchschnittsprinzip bewertet, auf die jede der folgenden Bedingungen zutrifft:
Lediglich das Feld NUM (
Anzahl
) enthält einen Wert.
Keine Bewertungsgrundlage ist angegeben.
Die Verarbeitungsklasse 15 ist mit einer Ausprägung versehen.
3. Berechnungsregeln ermitteln
Nachdem die Lohnarten, die nach dem Durchschnittsprinzip bewertet werden, ermittelt sind, wird die Berechnungsregel ermittelt. Dies geschieht in der Personalrechenregel X016 durch die Entscheidungsoperation VWTCL 15, die die Verarbeitungsklasse 15 abfragt. Lohnarten, die nach dem Durchschnittsprinzip bewertet werden sollen, sind in der Verarbeitungsklasse 15 mit einer Ausprägung geschlüsselt. Für jede Ausprägung wird die Operation MEANV <nn> aufgerufen, wobei nn für eine Berechnungsregel aus der Sicht
Berechnungsregeln für Durchschnitte
(V_T511A) steht. Abhängig von der Berechnungsregel führt die Operation MEANV <nn> die eigentliche Durchschnittsberechnung durch.
Beispiel
Ihre Lohnart ist in der Verarbeitungsklasse 15 mit der Ausprägung
1
geschlüsselt. Für die Berechnungsregel
01
haben Sie die Personalrechenregeln X017
(Relevanztest für Durchschnitte)
, X018
(Berechnung des Durchschnittes nach Kumulation)
und den Kumulationstyp
01
aus der Sicht
Kumulationsregeln für Durchschnittsgrundlagen
(V_T511B) eingetragen. Zusätzlich haben Sie angegeben, daß für die Durchschnittsbewertung
3 Vorperioden
zu berücksichtigen sind. In der Regel X016 ist der Ausprägung
1
die Operation MEANV
01
zugewiesen. Über den Parameter
01
wird die Berechnungsregel
01
mit den Personalrechenregeln X017 und X018, dem Kumulationstyp 01 und eine zu berücksichtigende Anzahl von 3 Vorperioden ermittelt. Mit diesen Angaben führt die Operation MEANV die Durchschnittsberechnung durch.
4. Durchschnittsberechnung durchführen
Die Operation MEANV führt bei der Durchschnittsberechnung folgende Schritte durch:
Die interne Tabelle MV wird abgefragt und dabei festgestellt, ob für den betroffenen Mitarbeiter innerhalb der aktuellen Abrechnungsperiode bereits eine Durchschnittsberechnung mit der gleichen Berechnungsregel durchgeführt worden ist.
– Ist das der Fall, wird der bereits ermittelte Wert in das Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
eingetragen.
– Ist das nicht der Fall, folgt Schritt 2.
Die interne Tabelle IT wird abgefragt und festgestellt, ob für den betroffenen Mitarbeiter die Lohnart
Durchschnittswert
aus der Sicht
Berechnungsregeln für Durchschnitte
(V_T511A) vorhanden ist.
– Ist das der Fall, wird der Wert in das Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
eingetragen.
– Ist das nicht der Fall, folgt Schritt 3.
Die einzelnen Perioden werden verarbeitet
Die jeweils zu verarbeitende Vorperiode wird, beginnend bei der aktuellen Periode -1, eingelesen.
Der Relevanztest wird durchgeführt.
Bei relevanter Periode wird die Kumulation gemäß Kumulationsregel durchgeführt.
Es wird geprüft, ob die maximale Anzahl der zu berücksichtigenden Perioden erreicht ist.
Ist das nicht der Fall, zurück zu 2.
Die Durchschnittsendeverarbeitung wird durchgeführt:
Der Durchschnitt wird gemäß der Personalrechenregel X016 zur Durchschnittsendeverarbeitung aus der Sicht
Berechnungsregel für Durchschnitte
(V_T511A) berechnet.
Der Wert wird in das Feld RTE (
Betrag pro Einheit
) der zu bewertenden Lohnart eingetragen.
Am Ende der Durchschnittsberechnung ist das Feld RTE (
Betrag pro Einheit
) der betreffenden Lohnart mit einem Durchschnittswert belegt. Mit diesem Durchschnittswert erfolgt eine Bewertung (normalerweise der Abwesenheiten). Dazu werden die Werte in den Feldern RTE und NUM multipliziert.
5. Sonderverarbeitung für eingefrorene Durchschnitte
Die Sonderverarbeitung für eingefrorene Durchschnitte wird abhängig von der Ausprägung einer Lohnart in der Verarbeitungsklasse 15 durchgeführt. Ist eine Lohnart in der Verarbeitungsklasse 15 mit der Ausprägung A geschlüsselt, wird in der Personalrechenregel X016 die Entscheidungsoperation ABEVL? aufgerufen.
Die Entscheidungsoperation ABEVL? ermittelt, ob die Abwesenheit eines Mitarbeiters über die aktuelle Abrechnungsperiode hinausgeht, und liefert als Ergebnis dieser Abfrage einen Rückgabewert ( 0 , 1 , 2 oder 3 ). Abhängig von diesem Wert können Sie in der Personalrechenregel X016 folgende Abwesenheitsbewertungen auslösen:
Rückgabewert 0 : Die Abwesenheit beginnt und endet in der aktuellen Periode.
Die Operation MEANV führt eine Durchschnittsberechnung durch.
Rückgabewert 1 : Die Abwesenheit beginnt in der aktuellen Periode und endet in der Folgeperiode.
In diesem Fall wird der Durchschnittswert zunächst für die aktuelle Periode berechnet und für die Folgeperiode eingefroren.
Die Operation MEANV führt eine Durchschnittsberechnung durch.
Die Operation ZERO=NA setzt die Felder NUM
(Anzahl)
und AMT
(Betrag)
auf Null.
Die Operation ELIMI löscht Splitkennzeichen.
Die Operation ADDNAE/02A überträgt den Wert aus dem Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
in die Lohnart /02A und speichert den Wert in der internen Tabelle RT. Dadurch ist der Betrag pro Einheit, also der Durchschnittswert, eingefroren und kann in der Folgeperiode zur Bewertung der gleichen Abwesenheit wieder verwendet werden.
Rückgabewert 2 : Die Abwesenheit beginnt in der Vorperiode, erstreckt sich über die aktuelle Periode und endet in der Folgeperiode.
Die Abwesenheit wird zunächst mit dem eingefrorenen Durchschnittswert der Vorperiode in der aktuellen Periode bewertet. Anschließend wird der Durchschnittswert für die Folgeperiode wieder eingefroren.
Die Operation RTE=L /02A liest die Lohnart /02A, in der der Durchschnittswert der Vorperiode eingefroren worden ist, aus der internen Tabelle LRT.
Die Operation MULTI NRA multipliziert den Wert im Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
, also den Durchschnittswert, mit dem Wert im Feld NUM
(Anzahl)
, also der Anzahl an Abwesenheitsstunden bzw Abwesenheitstagen. Das Ergebnis wird im Feld AMT
(Betrag)
eingetragen und gespeichert.
Die Operation ZERO=NA setzt die Felder NUM
(Anzahl)
und AMT
(Betrag)
auf Null.
Die Operation ELIMI löscht Splitkennzeichen.
Die Operation ADDNAE/02A überträgt den Wert aus dem Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
in die Lohnart /02A und speichert den Wert in der internen Tabelle RT. Dadurch ist der Betrag pro Einheit, also der Durchschnittswert, eingefroren und kann in der Folgeperiode zur Bewertung der gleichen Abwesenheit wieder verwendet werden.
Rückgabewert 3 : Die Abwesenheit beginnt in der Vorperiode und endet in der aktuellen Periode.
Die Abwesenheit wird mit dem eingefrorenen Durchschnittswert der Vorperiode bewertet.
Die Operation RTE=L /02A liest die Lohnart /02A, in der der Durchschnittswert der Vorperiode eingefroren worden ist, aus der internen Tabelle LRT.
Die Operation MULTI NRA multipliziert den Wert im Feld RTE
(Betrag pro Einheit)
, also den Durchschnittswert, mit dem Wert im Feld NUM
(Anzahl)
, also der Anzahl an Abwesenheitsstunden bzw Abwesenheitstagen. Das Ergebnis wird im Feld AMT
(Betrag)
eingetragen und gespeichert.