ProzessCustomizing der Versionen

 

Sie verwenden diesen Prozess, um spezielle Versionen den gültigen Versionskombinationen zuzuordnen und somit einmal definierte Einstellungen in mehreren Versionskombinationen verfügbar zu machen.

Voraussetzungen

Sie haben im Customizing der Konsolidierung folgende Aktivitäten ausgeführt:

  • Sie haben das Konsolidierungsgebiet angelegt, für das Sie das Versions-Customizing durchführen wollen.

  • Sie haben die Version(en) angelegt.

Prozess

Gültige Versionskombinationen definieren

Sie müssen die Versionskombinationen festlegen, die Sie im Konsolidierungssystem verwenden wollen. Wählen Sie hierzu im Customizing der Versionen Versionskombinationen.

Wenn Sie nur ein Merkmal mit der Rolle Version verwenden, ist die Version identisch mit der Versionskombination.

Wenn Sie mehrere Merkmale mit der Rolle Version verwenden, legen Sie die (sinnvollen) Versionskombinationen fest, mit denen Sie arbeiten wollen. Dadurch beschränken Sie die Zahl der gültigen Kombinationen.

Beispiel Beispiel

Beispiel 1

Sie haben zwei Merkmale mit der Rolle Version:

  • Datenkategorie mit den Werten Ist und Plan

  • Rechnungslegung mit den Werten US-GAAP und IAS

Sie planen in beiden Rechnungslegungen; einen Abschluss mit Istdaten erstellen Sie jedoch nur in US-GAAP. Folglich wählen Sie folgende drei (der vier möglichen) Versionskombinationen:

  • Ist / US-GAAP

  • Plan / US-GAAP

  • Plan / IAS

Ende des Beispiels.

Beispiel Beispiel

Beispiel 2

Sie haben drei Merkmale mit der Rolle Version:

  • Datenkategorie mit den Werten Ist, Plan und Forecast

  • Bewertung mit den Werten Konzern und Profit Center

  • Rechnungslegung mit den Ausprägungen US-GAAP und HGB

Sie wählen folgende Versionskombinationen aus:

Ende des Beispiels.

Machen Sie für jede Versionskombination folgende Angaben:

  • Geben Sie die Abschlussart an.

  • Geben Sie an, wie das System im Falle eines Wiederholungslaufs mit bereits erzeugten Belegen verfahren soll. Diese Einstellung gilt gleichermaßen für das Löschen. Weitere Informationen finden Sie unter Löschen (periodisch und aperiodisch).

    Sie können festlegen, dass das System alte bzw. zu löschende Belege löscht oder storniert, und zwar einheitlich für eine Versionskombination oder abhängig von der jeweiligen Belegart. Wenn Sie die belegartenabhängige Festlegung wählen, müssen Sie das gewünschte Systemverhalten für alle Belegarten der betreffenden Konsolidierungsfunktionen definieren. Weitere Informationen finden Sie unter Belegart.

    Das System vergleicht bei wiederholter Ausführung einer maschinell buchenden Maßnahme jeden zu verbuchenden Beleg mit den alten Belegen. Wenn das System einen äquivalenten alten Beleg findet, legt es keinen neuen Beleg an, sondern behält den alten Beleg. Die übrigen alten Belege werden je nach Ihrer Festlegung entweder gelöscht oder storniert.

  • Geben Sie an, bei welchen Hierarchien (z.B. Positionshierarchien) die Datenerfassung auf den Hierarchieknoten möglich sein soll.

    Wenn Sie z.B. Plandaten auf Hierarchieknoten (d.h. auf Summenpositionen) erfassen wollen, um sie später mit einer Allokationsmaßnahme zu verteilen, setzen Sie im Customizing der Versionskombinationen das entsprechende Kennzeichen. Das Kennzeichen gilt sowohl für die manuelle Datenerfassung als auch für die Datenerfassung per flexiblem Upload.

  • Geben Sie eine Methode zur Validierung von Summendaten an.

Spezielle Versionen

Sie können für jeden speziellen Versionstyp spezielle Versionen definieren. Für jeden speziellen Versionstyp können Sie entweder eine spezielle Version anlegen oder die von SAP ausgelieferte spezielle Version 100 verwenden.

Speziellen Versionen ermöglichen Ihnen, die gleichen Customizing-Einstellungen in verschiedenen Versionskombinationen wiederzuverwenden. Zu diesem Zweck definieren Sie im Customizing eine explizite Abhängigkeit von der speziellen Version anstelle von einer Versionskombination.

Verwendung spezieller Versionstypen

Spezieller Versionstyp

Beschreibung

Verwendungsbeispiele

05

Saldovortrag

Einstellungen der Maßnahmen

07

Periodeninitialisierung

Einstellungen der Maßnahmen

Buchungsposition für Neubewertung latenter Steuern (nur Business Function Financials, Group Close, Neubewertung latenter Steuern)

Belegartenzuordnung für Neubewertung latenter Steuern (nur Business Function Financials, Group Close, Neubewertung latenter Steuern)

10

Datenübernahme

Einstellungen der Maßnahmen

Jahr und Periode der ersten Datenübernahme

Steuersatz

20

Kopiermaßnahme

Einstellungen der Maßnahmen

25

Abstimmung von Eliminierungsdaten

Einstellungen der Maßnahmen

35

Manuelle Buchung

Einstellungen der Maßnahmen

40

Währungsumrechnung

Einstellungen der Maßnahmen

45

Aktivierung und Wertfortschreibung

Einstellungen der Maßnahmen

50

Konsolidierungskreisänderungen

Einstellungen der Maßnahmen

55

Konzernaufrechnung

Einstellungen der Maßnahmen

60

Zwischenergebniseliminierung im Umlaufvermögen

Einstellungen der Maßnahmen

Bestandspositionen

Datenherkunft der Bestandsdaten (nur Business Function Financials, Group Closing)

65

Zwischenergebniseliminierung im Anlagevermögen

Einstellungen der Maßnahmen

70

Kapitalkonsolidierung

Einstellungen der Maßnahmen

Belegarten für Berechnungsbasis

Kombinierte Erfassung von Beteiligungs- und Kapitaldaten

Goodwill bei Abgängen und Umbuchungen

Buchungspositionen für Equity-Konsolidierung

73

Buchung Kreisanteile

Einstellungen der Maßnahmen

75

Umgliederung

Einstellungen der Maßnahmen

80

Allokation

Einstellungen der Maßnahmen

85

Validierung

Einstellungen der Maßnahmen

90

Kundendefinierte Maßnahme

Einstellungen der Maßnahmen

A0

Attribute

Attribute von Konsolidierungseinheitenkombinationen:

  • Jahr und Periode der Erstkonsolidierung

  • Jahr und Periode der Endkonsolidierung

  • Endkonsolidierung am Periodenanfang

Eigenschaften von Belegarten:

  • Nummernkreis

  • Automatische Beleginvertierung

  • Wiederholunglauf von automatischen Maßnahmen

  • Workflow-Variante (nur Business Function Financials, Group Closing, Compliance)

  • Validierungsmethode

Eigenschaften der Rolle Vermögen/Verbindlichkeiten

H0

Hierarchiestruktur

Hierarchien

Vorgängerbeziehungen

I0

Kontierung

Zuordnung von Kontierungstypen zu Positionen

Saldovortrag: Vorzutragende Positionen

Spezielle Positionen: global

Spezielle Positionen: belegartenabhängig

Spezielle Positionen: Kapitalkonsolidierung

Spezielle Positionen: Zwischenergebniseliminierung im Umlaufvermögen

Typ von Vermögen/Verbindlichkeiten: Buchungspositionen

OC

Organisationsänderung

Bis-Jahr, Bis-Periode

Sender-/Empfänger-Beziehung

Topknoten

T0

Steuersätze

Konsolidierungseinheit: Steuersatz

Belegart: Steuersatz

V0

Gültigkeit

Gültigkeit von Stammdaten

X0

Umrechnungskurse

Kursart: Zuordnung eines Kurstyps

D3

Bestandsdaten

Speicherung der Zusatzmeldedaten

D4

Lieferdaten

Speicherung der Zusatzmeldedaten

D5

Beteiligungen

Speicherung der Zusatzmeldedaten

D6

Kapital

Speicherung der Zusatzmeldedaten

DD

Vermögen/Verbindlichkeiten

Speicherung der Zusatzmeldedaten

DE

Anlagevermögen

Speicherung der Zusatzmeldedaten

95

Abzeichnen

Einstellungen der Maßnahmen

Hinweis Hinweis

Um Merkmale und deren Abhängigkeiten von speziellen Versionstypen anzulisten, wählen Sie im Kontextmenü des Konsolidierungsgebiets Feldeigenschaften anlisten, und öffnen Sie den Abschnitt Detail: Grunddaten und Abhängigkeiten.

Ende des Hinweises
Gültigkeit der speziellen Versionen

Wenn Sie die Gültigkeit von Stammdaten von der Version abhängig machen, müssen Sie im Customizing die Gültigkeit der speziellen Versionen konfigurieren. Dieses Customizing ist Bestandteil der Stammdaten für spezielle Versionen. Für jede spezielle Version vom Typ Gültigkeit können Sie festlegen, ob die Werte standardmäßig gültig oder ungültig sein sollen.

Diese speziellen Versionen vom Typ Gültigkeit können Sie anschließend im Customizing für Zuordnung zu Kombinationen zu den einzelnen Merkmalen zuordnen, die im Konsolidierungsgebiet verwendet werden und die in der Datenbasis als versionsabhängig definiert sind.

In den Stammdaten für Merkmale, die als versionsabhängig definiert sind, können Sie dann festlegen, ob die Stammdatenwerte gültig sind, indem Sie ein Kennzeichen setzen. Wenn Sie in den Stammdaten keine Gültigkeit festlegen, verwendet das System einen Standardwert für die Gültigkeit. Das System ermittelt diesen Standardwert aus der speziellen Version, die Sie im Customizing für Zuordnung von Kombinationen angegeben haben.

Beispiel Beispiel

Beispiel 3

Sie haben eine Planversion und eine Istversion angelegt.

In der Planversion sollen alle Gesellschaften, die im System angelegt werden, standardmäßig gültig sein. Deshalb setzen Sie den Standardwert für die Gültigkeit der Planversion auf Werte sind automatisch gültig.

In der Istversion wollen Sie nur diejenigen Gesellschaften verwenden, die Sie explizit für diese Planversion anlegen. Deshalb setzen Sie den Standardwert für die Gültigkeit der Planversion nicht auf Werte sind automatisch gültig.

Anschließend ordnen Sie diese speziellen Versionen vom Typ Gültigkeit im Customizing für Zuordnung zu Kombinationen bestimmten Merkmalen zu.

Customizing für Planversion

  1. Legen Sie im Customizing für Definition von speziellen Versionen eine spezielle Version vom Typ Gültigkeit an, z.B. spezielle Version V0 200.

    Setzen Sie in den Stammdaten dieser speziellen Version das Kennzeichen Werte sind automatisch gültig.

  2. Ordnen Sie die spezielle Version, die Sie in Schritt 1 angelegt haben, in der entsprechenden Versionskombination dem Merkmal Gesellschaft zu.

    1. Wählen Sie Anfang des Navigationspfads Stammdaten Navigationsschritt Versionen Navigationsschritt Spezielle Versionen Navigationsschritt Zuordnung zu Kombinationen Ende des Navigationspfads.

    2. Wählen Sie die entsprechende Versionskombination.

    3. Ordnen Sie unter dem Knoten Gültigkeit dem Merkmal Gesellschaft die spezielle Version zu, die Sie in Schritt 1 angelegt haben (z.B. 200).

Customizing für Istversion

  1. Legen Sie im Customizing für Definition von speziellen Versionen eine spezielle Version vom Typ Gültigkeit an, z.B. spezielle Version V0 100.

    Lassen Sie in den Stammdaten dieser speziellen Version das Kennzeichen Werte sind automatisch gültig initial.

  2. Ordnen Sie die spezielle Version, die Sie in Schritt 1 angelegt haben, in der entsprechenden Versionskombination dem Merkmal Gesellschaft zu wie oben beschrieben.

Ergebnis

Wenn Sie eine Gesellschaft anlegen, hängt die Standardeinstellung für deren Gültigkeit von den aktuell eingestellten permanenten Parametern ab:

  • Wenn Sie sich beim Anlegen der Gesellschaft in der Istversion befinden, ist die Gesellschaft sowohl in der Istversion als auch in der Planversion standardmäßig gültig.

    Im Customizing der Gesellschaft ist auf der Registerkarte Gültigkeitsintervalle das Kennzeichen Gültig standardmäßig gesetzt.

  • Wenn Sie sich beim Anlegen der Gesellschaft in der Planversion befinden, ist die Gesellschat in der Planversion gültig, in der Istversion hingegen ungültig.

    In der Istversion ist auf der Registerkarte Gültigkeitsintervalle das Kennzeichen Gültig standardmäßig initial.

Ende des Beispiels.

Beispiel Beispiel

Beispiel 4: Regeln für spezielle Versionen vom Typ Anfang des Navigationspfads Währungsumrechnung Navigationsschritt Umrechnungskurse Ende des Navigationspfads

Die folgende Tabelle zeigt ein Customizing-Beispiel für Regeln für spezielle Versionen vom Typ Anfang des Navigationspfads Währungsumrechnung Navigationsschritt Umrechnungskurse Ende des Navigationspfads.

Rechnungssystem

Datenkategorie

Bewertung

Spezielle Version

Alle Werte

Alle Werte

Alle Werte

100 — Ist

Alle Werte

FC — Forecast

Alle Werte

300 — Forecast

Alle Werte

PL — Plan

Alle Werte

200 — Plan

Ergebnis

Für den speziellen Versionstyp Anfang des Navigationspfads Währungsumrechnung Navigationsschritt Umrechnungskurse Ende des Navigationspfads ordnet das System allen Versionskombinationen mit Datenkategorie Plan die spezielle Version 200 zu, und allen Versionskombinationen mit Datenkategorie Forecast die spezielle Version 300.

Solche Regeln vereinfachen die Zuordnung von speziellen Versionen zu Versionskombinationen. Wenn Sie solche Regeln verwenden, ist es nicht notwendig, für jede Versionskombination eine explizite Zuordnung anzugeben.

Ende des Beispiels.
Spezielle Versionen den gültigen Versionskombinationen zuordnen

Jeder Versionskombination ordnen Sie die gewünschten speziellen Versionen zu.

Sie können Voreinstellungen erzeugen, die für mehrere Versionskombinationen gültig sind. Wählen Sie hierzu Anfang des Navigationspfads Spezielle Versionen Navigationsschritt Regeln Ende des Navigationspfads. Aus einer Regel leitet das System die spezielle Version ab, die für eine Versionskombination gültig ist.

Sie müssen mindestens eine Standardregel definieren, die immer dann gilt, wenn für eine Versionskombination keine eigene Regel zugeordnet wurde. Um die Standardregel zu definieren, wählen Sie für alle Merkmale der Rolle Version Alle Werte und geben die gewünschte spezielle Version ein. SAP liefert die spezielle Version 100 aus, die standardmäßig für alle Versionskombinationen verwendet wird. Sie können für Ihre Regeln auch eigene spezielle Versionen verwenden.

Anschließend können Sie für bestimmte Versionskombinationen eigene Regeln definieren, aus denen andere spezielle Versionen abgeleitet werden.

Hinweis Hinweis

Für die speziellen Versionen Gültigkeit, Attribute sowie Hierarchiestruktur nehmen Sie die Zuordnung zu den Versionskombinationen separat für die einzelnen Merkmale der speziellen Versionen vor.

Ende des Hinweises

Um einer Versionskombination die gewünschten speziellen Versionen zuzuordnen, wählen Sie Anfang des Navigationspfads Spezielle Versionen Navigationsschritt Zuordnung zu Kombinationen Ende des Navigationspfads. Das System zeigt für die Versionskombination die speziellen Versionen an, die aus den hinterlegten Regeln ermittelt wurden. Sie können die ermittelten speziellen Versionen durch Einzelwerte überschreiben. Markieren Sie hierzu das Symbol für die Vererbung , wählen Sie aus dem Kontextmenü die Option Einzelwert, und geben Sie die gewünschte spezielle Version ein.

Beispiel Beispiel

Sie haben die zwei Versionsmerkmale Datenkategorie und Rechnungslegung. Als erlaubte Kombinationen verwenden Sie:

  • Ist / US-GAAP

  • Plan / US-GAAP

  • Plan / IAS

  • Plan / HGB

Als spezielle Version Datenübernahme wollen Sie in allen Planversionen die Ausprägung 200 verwenden mit Ausnahme der Kombination Plan / US-GAAP, in der Sie die Ausprägung 210 verwenden wollen.

Hinterlegen Sie eine Regel für die spezielle Version Datenübernahme in folgender Form: Plan / Alle Werte -> 200.

Überschreiben Sie für die Versionskombination Plan / US-GAAP diese Regel mit dem Einzelwert 210.

Ende des Beispiels.