FunktionsdokumentationAbgangsvorbereitung

 

Wenn eine Konsolidierungseinheit zu einem beliebigen Zeitpunkt (z.B. unterjährig) aus einem Konsolidierungskreis abgeht, können Sie mit dieser Funktion die Meldedaten, die angepassten Meldedaten und die konsolidierten Daten korrigieren. Diese Daten werden so korrigiert, dass letztlich nur die während der Zugehörigkeit der Konsolidierungseinheit zum Konsolidierungskreis entstandenen Ergebnisse in das Reporting eingehen.

Funktionsumfang

Die Abgangsvorbereitung behandelt Positionen folgendermaßen:

Selektion von Werten und Buchungsperiode

Die Kumuliertwerte vor der Endkonsolidierung sollen ermittelt werden. Wenn die Endkonsolidierung in Periode n ist, selektiert die Zugangsvorbereitung folgendermaßen:

Endkonsolidierung

Selektion der Abgangsvorbereitung

Periodenende von Periode n

Werte der Perioden 0 bis n

Periodenanfang von Periode n

Werte der Perioden 0 bis (n-1)

Wenn eine Konsolidierungseinheit zum 30.06. zum Konsolidierungskreis abgeht, selektiert das System für die Korrekturbuchungen die Werte der Perioden 0 bis 6.

Endkonsolidierungsperiode und Buchungsperiode

Die Vorbereitungsbuchungen erfolgen (wie Buchungen bei allen anderen Maßnahmen) immer in der letzten Periode des Abschlussintervalls. Die Buchungen der Abgangsvorbereitung werden genau dann ausgelöst, wenn die Endkonsolidierungsperiode im Abschlussintervall liegt.

Buchungslogik

Das System bucht die Periodensumme der selektierten Werte aus (d.h. es bucht die Periodensumme mit umgekehrtem Vorzeichen), wobei die Bilanzpositionen und die Bewegungsarten ersetzt werden. Die Bewegungsarten werden ersetzt, sofern die Bilanzposition nach Bewegungsarten aufgerissen ist und die Bewegungsart für Abgänge aus dem Konsolidierungskreis nicht initial ist.

  • Ersetzt werden lediglich folgende Bilanzpositionen:

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - laufendes Jahr

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - Vorjahre

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - laufendes Jahr vor Erstkonsolidierung

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - Dividendenausschüttung

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - Verrechnung Dividendenausschüttung

    • Thesaurierter Jahresüberschuss - Bonus Management

    • Sofern für die Kapitalkonsolidierung im Customizing die Gewinnverwendung aktiviert ist und die Gewinnverwendung in der Bilanz gewählt wurde: u. a. Thesaurierter Jahresüberschuss - Einstellung in Gewinnrücklagen

      Alle genannten Bilanzpositionen werden durch die Position Thesaurierter Jahresüberschuss - Verrechnung Kapitalkonsolidierung ersetzt.

  • Alle Bewegungsarten werden durch die Bewegungsart Abgang aus Konsolidierungskreis ersetzt (sofern diese vorhanden und nicht initial ist).

Es gibt folgende Besonderheit für die Gewinnverwendung: Die Abgangsvorbereitung setzt nicht nur die Gewinnrücklagen zurück, sondern bucht zusätzlich auf die Position Verrechnung Kapitalkonsolidierung und mit umgekehrtem Vorzeichen auf die Einstellung in Gewinnrücklagen.

Einbeziehungsart und Kontierungsebene
Kontierungsebenen 02 und 12

Das System betrachtet bei der Abgangsvorbereitung nur Konsolidierungseinheiten, die mit der Einbeziehungsart Vollkonsolidierung in den Konsolidierungskreis einbezogen werden. Die relevante Endkonsolidierungsperiode entspricht der Endkonsolidierungsperiode der Konsolidierungseinheit.

Kontierungsebene 22

Die Abgangsvorbereitung betrachtet nur Datensätze, bei denen sowohl die zugehende Konsolidierungseinheit als auch die Partnereinheit mit Einbeziehungsart Vollkonsolidierung in den Konsolidierungskreis einbezogen werden.

Die Endkonsolidierungsperiode ist entweder die Endkonsolidierungsperiode der zugehenden Konsolidierungseinheit oder diejenige der Partnereinheit:

Wenn die abgehende Konsolidierungseinheit endkonsolidiert wird, dann muss die Endkonsolidierungsperiode der abgehenden Konsolidierungseinheit zwischen der Erstkonsolidierungsperiode und der Endkonsolidierungsperiode der Partnereinheit liegen. Das Gleiche gilt umgekehrt.

Kontierungsebene 32

Informationen über die Kontierungsebene 32 finden Sie unter Konsolidierungskreisänderungen für kreisabhängige Buchungen.

Zusammenhang zwischen Abgangsvorbereitung und Reporting

Das Reporting selektiert Daten auf den Kontierungsebenen 00, 01, 10 nur innerhalb der Zugehörigkeit der Konsolidierungseinheit zum Konsolidierungskreis (dabei sind die Erst- und Endkonsolidierungszeitpunkte relevant). Auf Kontierungsebene 20 selektiert das Reporting nur Daten für den Zeitraum, in dem sowohl Konsolidierungseinheit als auch Partnereinheit zum Konsolidierungskreis gehören.

Geht die Konsolidierungseinheit am Periodenanfang ab, selektiert das Reporting die Abgangsperiode nicht; die Abgangsvorbereitung selektiert die Abgangsperiode auch nicht.

Hingegen berücksichtigt das Reporting bei den Daten auf den Kontierungsebenen 02, 12 und 22 Erst- und Endkonsolidierungszeitpunkte nicht.

Somit errechnet das Reporting zusammen mit der Zugangsvorbereitung korrekte Werte, indem es über alle Kontierungsebenen summiert.

Beispiel

Endkonsolidierung zum Periodenanfang von Periode 002, Kontierungsebene 00

Datenbank

Reporting

KoE

00

02

00

02

00+02

Periode

000

001

002

002

000

001

002

002

Summe

Bilanzposition

Bew.art

Kasse

--

10

10

10

-20

10

10

--

-20

0

Sachanlagen

AB

100

100

100

Zu

10

10

10

--

10

Abg KK

-110

-110

-110

Thes. JÜ Vorj.

AB

-60

-60

-110

Thes. JÜ lfd. J.

Zu

-20

-20

-20

--

-20

Verr. Kapitalkons.

Abg. KK

*30

90

90

Gewinnrücklagen

50

10

10

-60

50

10

-60

60

Thes. JÜ - Einst. in Gewinnrücklagen

-10

-10

60

-10

-60

60

GuV

--

-20

-20

-20

--

-20

Transfer thes. JÜ lfd.J.

--

20

20

20

--

20

* Folgende Positionen (aus den Perioden 000 und 001) werden mit umgekehrtem Vorzeichen auf die Position Thesaurierter Jahresüberschuss - Verrechnung Kapitalkonsolidierung (Verr. Kapitalkons.) gebucht:

Thes. JÜ Vorj. (AB), Thes. JÜ lfd. J (Zu), Gewinnrücklagen, Thes. JÜ - Einst. in Gewinnrücklagen.

Es gilt also: 60 + 20 - 50 - 10 + 10 = 30

Endkonsolidierung zum Periodenende von Periode 002, Kontierungsebene 00

Datenbank

Reporting

KoE

00

02

00

02

00+02

Periode

000

001

002

002

000

001

002

002

Summe

Bilanzposition

Bew.art

Kasse

--

10

10

10

-30

10

10

10

-30

0

Sachanlagen

AB

100

100

100

Zu

10

10

10

10

20

Abg KK

-120

-120

-120

Thes. JÜ Vorj

AB

-60

-60

-60

Thes. JÜ lfd. J.

Zu

-20

-20

-20

-20

-40

Verr. Kapitalkons.

Abg. KK

*50

120

120

Gewinnrücklagen

50

10

10

-70

50

10

10

-70

-70

Thes. JÜ - Einst. in Gewinnrücklagen

-10

-10

70

-10

10

70

70

GuV

--

-20

-20

-20

-20

-40

Transfer thes. JÜ lfd.J.

--

20

20

20

20

40

* Die entsprechenden Positionen (aus den Perioden 000 bis 002) werden mit umgekehrtem Vorzeichen auf die Position Verr. Kapitalkons. gebucht.

60 + 20 + 20 - 50 - 10 - 10 + 10 + 10 = 50

Endkonsolidierung, Kontierungsebene 20, nur Position „Kasse“

Datenbank

Reporting

Per.

000

001

002

003

000

001

002

003

Fall

Erst(KE)

Erst(PE)

End(PE)

KoE

1

002/Anf

Vorjahr

003/End

20

10

10

10

10

10

10

--

--

22

-20

-20

2

002/End

Vorjahr

003/End

20

10

10

10

10

10

10

10

--

22

-30

-30

3

003/Anf

Vorjahr

003/End

20

10

10

10

10

10

10

10

22

-30

-30

4

003/End

Vorjahr

003/End

20

10

10

10

10

10

10

10

10

22

-40

-40

5

≤ 002/End

003/Anf

≥ 003/Anf

20

10

10

10

10

--

--

--

--

22

Abkürzungen:

  • Thes. JÜ lfd. J. = Thesaurierter Jahresüberschuss laufendes Jahr

  • Erst = Erstkonsolidierung

  • End = Endkonsolidierung

  • Anf = Periodenanfang

  • End [im Zusammenhang mit Periode] = Periodenende

  • KE = Konsolidierungseinheit

  • PE = Partnereinheit

  • Per. = Periode

  • KoE = Kontierungsebene

Erläuterungen:

  • Bei den Fällen 1-4 überschneiden sich die Zeitintervalle zwischen Erst- und Endkonsolidierung für Konsolidierungseinheit und Partnereinheit. Folglich gibt es Buchungen der Abgangsvorbereitung.

  • Bei Fall 5 überschneiden sich die Zeitintervalle zwischen Erst- und Endkonsolidierung für Konsolidierungseinheit und Partnereinheit nicht. Folglich gibt es auch keine Buchungen - weder im Reporting noch bei der Abgangsvorbereitung.

  • Allgemein gilt: Die Logik für Konsolidierungseinheit und Partnereinheit ist symmetrisch: Man könnte hier beide Einheiten austauschen, ohne dass dies bei Buchungen und Reporting eine Änderung zur Folge hätte.